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Harm Rykena

AfD 09.10.2025 6:03 min Tagungsabschnitte 19/28

Wie steht es um die Inklusion im Bildungswesen?

Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! „Mehr, ich will mehr!", schrie der kleine Häwelmann. Vor jetzt schon sieben Jahren kündigte ich an, dass ich jede meiner Reden hier im Landtag mit diesem Ausruf aus dem Märchen von Theodor Storm beginnen wollte, wenn wieder mehr Geld und mehr Lehrer gefordert werden, weil Inklusion sonst nicht gelingen könne. Ich habe später noch zwei weitere Reden so begonnen. Danach wurde es ruhig. Warum? Nun, die SPD und auch die Grünen haben gemerkt, dass Inklusion kein Gewinnerthema ist. Man steht einfach nicht gut da. Im Gegenteil, Inklusion ist ein stetiger Quell der Unzufriedenheit - Unzufriedenheit bei Eltern, Lehrern und auch Schülern. Inklusion ist ein dauerhaft von Lehrermangel gezeichnetes Gelände in Zeiten, in denen Lehrer ohnehin an allen Ecken und Enden fehlen. Und Inklusion ist ein permanentes finanzielles schwarzes Loch, in das bereits mehrere Milliarden Euro allein in Niedersachsen geflossen sind. Kurz: Inklusion an den Schulen ist ein Monument des Scheiterns. Mit sowas geht man eben nicht an die Öffentlichkeit, das ist klar. Und so ist es auch kein Wunder, dass diese Große Anfrage von der CDU kommt und nicht von Rot-Grün, auch wenn Frau Hamburg eben sagte, sie bedanke sich dafür. Die CDU stellte 189 Fragen, und darauf gab es 189 Antworten. Da kann ich nur die auffälligsten kommentieren. Es geht gleich mit Frage 1 los. Da antwortet die Landesregierung: „Die Landesregierung plant aktuell nicht, weitere Förderschulformen" ‑ außer dem Förderschwerpunkt Lernen „auslaufen zu lassen." Das aber ist heftige Doppelmoral. Der Öffentlichkeit verkauft man immer: Förderschulen sind nicht menschenrechtskonform. Daher müssen wir die Förderschule Lernen schließen. Und gleichzeitig sagt die Landesregierung nun: Alle anderen Förderschulen bleiben erhalten - obwohl wir sonst sagen, dass diese nicht menschenrechtskonform sind. Ist das wieder kognitive Dissonanz? Warum bleiben denn auch bei Ihnen die anderen Förderschulen erhalten? Das will ich Ihnen gleich sagen: Weil diese Förderschulen einfach besser funktionieren als das inklusive System. In Frage 5 fragt die CDU nach konkreten Maßnahmen, um dem Förderbedarf Lernen im inklusiven Modell gerecht werden zu können. Neben der untauglichen Standardantwort „Sonderpädagogische Unterstützung ist Aufgabe aller Lehrkräfte" Anmerkung dazu: Die sind damit überfordert kommt dann ich zitiere wieder aus der Antwort: „Zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit diesem Bedarf wurden und werden den Schulen zusätzliche Ressourcen und sonderpädagogische Expertise in einem erheblichen Umfang zur Verfügung gestellt." Stimmt: „in einem erheblichen Umfang". Und dieser Umfang ist so groß, dass wir heute mehr Förderschullehrer im System haben als vor der Inklusionszeit, bei gleichzeitig weniger Förderung, die beim einzelnen Kind mit Förderbedarf ankommt. Was für ein Irrsinn! Und weiter aus der Antwort: „Landesweit wurden 46 RZI" - Regionale Zentren für Inklusion „eingerichtet, sodass" sich heute flächendeckend „Eltern und Erziehungsberechtigte, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und alle weiteren Beteiligten zuverlässig und kompetent zu allen Fragen rund um die inklusive Schule beraten lassen können". Ich wiederhole das noch einmal: 46 RZI mit Personal und Infrastruktur, durch die nur die komplexe Struktur verwaltet und Eltern wie Schulen „beraten" werden. Förderung findet hier nicht statt. Wieder: Was für ein Irrsinn! Und weiter: „Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Beratung durch die Fachberatung sonderpädagogische Unterstützung, die Schulentwicklungsberatung, Fachberatung für Unterrichtsqualität und die Schulpsychologie." Früher hatten wir die Förderschulen Lernen. Da wurden nicht Lehrer beraten, da wurde gefördert, und zwar gezielt. Das ganze System Inklusion ist so unfassbar komplex Frau Ha mburg hat es eben beschönigend „vielschichtig" genannt und teuer. Und was ist das Zwischenergebnis dieses ganzen Aufwandes? Fragen wir doch diejenigen, die dieses umständliche und komplizierte Konstrukt umsetzen müssen, nämlich die Lehrer! Ich möchte dazu ebenfalls aus dem NDR-Artikel aus dem Juni dieses Jahres also recht aktuell zitieren, in dem über eine repräsentative Umfrage von Forsa unter Lehrern berichtet wurde. Hören Sie zu! Demnach spricht sich mehr als ein Drittel der Lehrkräfte, auch in Niedersachsen, gegen Inklusion an Schulen aus. Und noch schlimmer: Selbst von den Befürwortern unter den Lehrkräften halten es landes- wie bundesweit rund zwei Drittel zurzeit für sinnvoller, Kinder mit Behinderungen an Förderschulen zu unterrichten. Somit bleiben unter dem Strich gerade mal 20 % der Lehrkräfte, die meinen, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer inklusiven Schule gut aufgehoben sind. 80 % derjenigen Menschen aus der Praxis, die jeden Tag mit Kindern arbeiten, sehen das anders. Die sehen nämlich das vollkommene Desaster. Sie aber, verehrte Politiker der Regierungsparteien in der Politikblase hier im Landtag, meinen, es besser zu wissen. Denken Sie mal drüber nach! Vielen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege Rykena. - Als Nächstes hat

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