Dr.in Tanja Meyer
Spezialisierte Anlaufstellen für Menschen mit Impfschäden einrichten und etablieren.
Präsidentin Hanna Naber: Herzlichen Dank, Kollege Uhlen. - Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erteile ich Dr.in Tanja Meyer das Wort. Bitte! (Beifall bei den GRÜNEN) Dr.in Tanja Meyer (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg*innen! Zuerst: Ich wusste nicht, dass Sie das Ende der Pandemie ausrufen. Ich dachte, das macht die WHO. (Beifall bei den GRÜNEN - Zurufe von der AfD) COVID-19 hat alles bisher Bekannte erschüttert und uns vor große gesellschaftliche und medizinische Herausforderungen gestellt. In Deutschland sind Stand 21. Januar dieses Jahres 164 703 Menschen daran verstorben. Viele Menschen sind an Long-COVID erkrankt. Auch nach Impfungen kommt es, wie auch bei anderen Impfungen, zu teilweise schweren Krankheitsbildern. Im Laufe der COVID-Impfungen hat das zu ständig aktualisierten Empfehlungen der STIKO geführt. Neue Krankheitsbilder wie Long-COVID und mögliche Kausalitäten mit den Impfungen müssen auf jeden Fall sorgfältig geprüft und erforscht werden. Wissensstand heute ist aber auch: Eine COVID 19-Infektion ist mit einem höheren Risiko für Folgesymptome verbunden als eine Impfung gegen den Erreger. Zu Ihren Forderungen: Es hat mich gewundert, dass Sie es trotz ausreichender Profession in Ihren Reihen nicht ganz so genau mit der Terminologie nehmen. Impfreaktionen, -nebenwirkungen und -schäden sind nicht dasselbe. Impfnebenwirkungen werden wie alle Nebenwirkungen gemäß der Berufsordnung von Ärzt*innen an das Paul-Ehrlich-Institut und nicht an Landesbehörden gemeldet. Es gibt keinen Grund, das zu ändern. Wir müssen hier keine dezentralen Strukturen aufbauen und Bürokratie aufbauschen; denn der Abbau von Bürokratie ist unser Ziel. (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD) Für die Meldungen sind Ärzt*innen verantwortlich. Diese Informationen sind essentiell; denn niemand will, dass sich so etwas wie bei Contergan wiederholt. Vernetzung untereinander bei Erkrankungen ist überaus wertvoll. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Institutionell organisierte Selbsthilfe ist hier ein gutes Angebot; denn Erkrankte selber haben dafür keine Kraft. Das Wichtigste aber ist: Menschen mit schweren Erkrankungen brauchen Anlaufstellen, egal ob mit bekannter oder noch unerforschter Erkrankung oder bei Impfschäden. Die müssen wir aber nicht neu erschaffen, die haben wir: Das sind Hausärzt*innen, Fachärzt*innen und Gesundheitsämter. Universitätskliniken dürfen solche Spezialsprechstunden, die Sie fordern, übrigens nur abhalten, wenn die niedergelassenen Ärzt*innen nicht weiterkommen. Nun zum vielleicht wichtigsten Punkt: Wenn es zwischen Patient*innen und Ärzt*innen Probleme gibt, wenn erkrankte Menschen nicht ernst genommen werden oder Ärzt*innen fachliche Unterstützung brauchen, dann ist genau dies das Problem, dem wir uns annehmen müssen. Wir brauchen keine neuen Parallelstrukturen. Ziel ist ein gut funktionierendes medizinisches Versorgungssystem. Denn klar ist: Erkrankte Menschen dürfen nicht alleine gelassen werden, sondern müssen jederzeit bestens versorgt werden. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
