Vanessa Behrendt
Unterstützung für Opfer bildbasierter sexualisierter Gewalt verbessern - spezialisierte Informationsangebote bereitstellen
Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Egal, wie die Frage lautet, die Antwort von Rot-Grün bleibt immer gleich: mehr Beratungsstellen mit mehr Versorgungsposten für die eigenen Parteigänger, auch beim Thema „Rachepornos, Deepfake-Pornos und deren Einsatz zur Erpressung und Demütigung von Opfern". Ich weiß, dass Sie das normal finden. Ich tue das nicht. Ich bin jetzt seit etwas mehr als zwei Jahren Abgeordnete und finde Ihre Ambitionslosigkeit erschütternd. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, worüber wir eigentlich reden. Rachepornos sind intime Aufnahmen, die oft im Vertrauen entstanden sind und dann ohne Zustimmung hochgeladen werden, zum Beispiel nach dem Ende einer Beziehung. Die Opfer sind aller Regel nach weiblich. Deepfake-Pornos gehen noch einen Schritt weiter. Mit Hilfe von KI werden echt wirkende Videos generiert, die Menschen in Sexszenen zeigen, die in Wahrheit nie passiert sind. Für die Opfer ist der Schaden jedoch real - sozial, psychisch, beruflich. Sextortion dagegen ist die Erpressung durch oft selbst angefertigte Nacktaufnahmen. Die Opfer sind hier besonders häufig junge Männer. Eine ganze Industrie von Verbrechern hat sich darauf spezialisiert. Die Täter drohen, die Bilder an Freunde, Familie oder Arbeitgeber zu senden, wenn kein Geld gezahlt wird. Diese Praxis treibt junge Menschen in die Verzweiflung, manchmal bis hin zum Selbstmord. Glauben Sie ernsthaft, dass eine neue Beratungsstelle daran etwas ändern wird? Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, was schlimmer wäre: dass Sie das glauben oder dass Sie es nicht glauben, aber trotzdem fordern. Dieser Antrag ist ein Deepfake von Handlungswillen und erpresst das Parlament moralisch. Aber wir erkennen den Fake und lassen uns auch nicht erpressen, meine Damen und Herren. Ich weiß, es fällt Ihnen schwer, aber tun wir mal kurz so, als würden Sie das Problem wirklich lösen wollen. Was tun Sie gegen die Pornografisierung der Gesellschaft? Was tun Sie dagegen, dass inzwischen jedes vierte Kind ab elf Jahren bereits Pornos geschaut hat? Fakt ist, diese Probleme sind auch Symptome eines Verfalls familiärer Werte und einer völlig entgleisten Sexualmoral. Solange Sie hier nicht strukturell aktiv werden, sondern im Gegenteil an vorderster Front stehen, nehmen wir Ihnen solche Anträge wie diesen hier nicht ab. Wir geben Ihnen gerne im Ausschuss die Gelegenheit, uns vom Gegenteil zu überzeugen, auch wenn ich schon eine Ahnung habe, wie das ausgehen wird. Der Überweisung stimmen wir zu. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und gesegnete Weihnachten.
