Thomas Uhlen
Für ein menschenwürdiges Leben - Strategien zur Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Niedersachsen
Wohnraumakquise 150 Menschen langfristig in Wohnraum vermittelt werden konnten? Herr Uhlen, Sie können antworten! Ganz herzlichen Dank, Frau Schendel, für diese Zwischenfrage. Dieses Angebot ist kein klassisches Housing-First-Angebot, da es nämlich eine Wohnraumakquise im engeren Sinne darstellt und die Zielgruppen, die man dort im Blick hat, eben gerade nicht die Zielgruppen sind, die wir hier erstmalig erreichen möchten, die nämlich von multipler, von chronischer Wohnungslosigkeit betroffen sind. Das Ministerium hat uns schriftlich mitgeteilt, dass es den Begriff „chronische Wohnungslosigkeit" bei uns so nicht gebe. Dabei ist gerade einer der Vordenker von Housing First jemand, der in seinen englischen Publikationen das Wort „chronical homelessness" benutzt, der davon schreibt, dass Menschen chronisch auf der Straße, auf Platte leben müssen, und die Platte die Menschen nicht mehr loslässt, weil wir keine umfassenden Unterstützungsangebote bieten. Natürlich werden im Rahmen von Housing First die Wohnungen schnell gefüllt werden, natürlich werden Menschen sich darum reißen, diese Wohnungen zu bekommen, weil auch die Wohnungsmarktpolitik und der soziale Wohnungsbau in Niedersachsen schleppt und die Landeswohnungskauf‑, ‑bau, ‑wie-auch-immer-Gesellschaft, nicht liefert und wir dort nicht die benötigten Wohnraumangebote schaffen können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, es gebührt wirklich der Würde,
