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Dr.in Tanja Meyer

GRÜNE 23.03.2023 4:52 min Tagungsabschnitte 19/6

Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Niedersachsen sichern - drohenden Kahlschlag bei unseren Krankenhäusern stoppen

Dr.in Tanja Meyer (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg*innen! Die Krankenhauslandschaft muss sich wandeln, wenn sie den bestehenden und kommenden Herausforderungen gerecht werden will. Dabei steht eine Versorgung im Flächenland, insbesondere in unseren ländlichen Räumen, im Fokus. (Axel Miesner [CDU]: Das heißt? - Gegenruf von Djenabou Diallo-Hartmann [GRÜNE]: Sie erklärt es ja!) Ziel müssen eine gut erreichbare Grundversorgung für alle und eine hochwertige Spezialversorgung sein, die Qualität, Versorgung, aber auch Zugänglichkeit für alle im Land sicherstellt. Es reicht jedoch nicht, wenn wir den Fokus allein auf die Krankenhäuser legen. Das habe ich hier schon wiederholt gesagt. Es muss eine gute Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung sein. Hier gilt es dann, die Versorgung im Land sicherzustellen. Das ist komplex und nicht einfach nur auf Krankenhäuser zu reduzieren. Das sind zweifelsfrei wichtige Säulen unserer Krankenversorgung. Aber wenn ein Mensch nicht in die Klinik muss, weil vorher die Behandlung und Versorgung, sogar die Prävention gegriffen haben, dann entlastet das an dieser Stelle die Kliniken. Vor allem ist dieser Mensch - darum geht es doch - am Ende gesünder. (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD) Hören wir also doch bitte auf, das System immer nur auf einzelne Bausteine zu reduzieren, sondern betrachten wir unsere Gesundheitsversorgung als ein ineinandergreifendes, sektorenübergreifendes System, das als solches funktionieren muss, damit genau das gelingt, was Sie zu Recht fordern: die Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Niedersachsen sicherzustellen. Deswegen braucht es eine umfassende Gesundheitsstrategie, für die - das haben Sie zu Recht gesagt - die Enquetekommission eine gute Grundlage geliefert hat, an der wir nun gemeinsam weiterarbeiten, um angemessen auf neue Herausforderungen zu reagieren, wie sie sich z. B. aus der Corona-Pandemie ergeben, oder auch um die Besonderheiten bestimmter Fachbereiche in den Blick zu nehmen, wie z. B. der Pädiatrie. Die Situation der Kliniken gehört zu dieser Strategie als ein wichtiger Baustein dazu. Deswegen ist hier viel initiiert: in der letzten Legislatur - das von Ihnen gerade erwähnte Krankenhausgesetz, die gerade in Abstimmung befindliche Krankenhausverordnung, und erste Regionen wie die Region Hannover durchlaufen schon gezielt einen Versorgungsstrategieprozess. Damit eine gute Versorgung gelingt, sind die Einbindung der Kommunen, das Denken in diesen Versorgungsregionen, Strategie und Planung Schlüsselworte. Es gibt definierte Bedarfe. Diese müssen in den Regionen erfüllt werden. Diese strategisch anzugehen, entspricht in keinster Weise einem „Kahlschlag“, von dem Sie hier sprechen, (Ulf Thiele [CDU]: Selbstverständlich!) sondern aus meiner Sicht einem verantwortungsvollen Umgang mit den sehr begrenzten medizinischen Fachressourcen, die wir haben, (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD - Sebastian Lechner [CDU]: Interessante Äußerungen! - Ulf Thiele [CDU]: Dann ist die Richtung ja klar!) und zwar immer unter der Prämisse, die Versorgung wirklich überall sicherzustellen und allen Menschen im Land einen bestmöglichen Zugang zur Grund-, zur Schwerpunkt- und zur Maximalversorgung zu bieten. Es werden Kliniken im Zuge dessen schließen. Es werden sich aber auch Regionale Gesundheitszentren daraus ergeben. (Ulf Thiele [CDU]: Aha!) Manche werden auf ambulante fachmedizinische Versorgung umstellen. Es werden neue Versorgungsangebote entstehen, die den Bedarfen der Gesundheitsregionen entsprechen. Und es werden neue Möglichkeiten besser genutzt werden müssen, die sich z. B. aus den Chancen der Digitalisierung ergeben. Hier gibt es bereits innovative Projekte in anderen Ländern, wie z. B. das Ambulant-Stationäre Zentrum in Templin in Brandenburg oder die PORT-Zentren der Robert Bosch Stiftung. Wir sind in einem Transformationsprozess. Alle Beteiligten sollten ihn aktiv mitgestalten. Denn am Ende ist entscheidend: Es darf keinen Unterschied machen, ob ich auf dem Land oder in der Stadt wohne, ob es um einen akuten Fall oder um einen chronisch kranken Menschen, um ein Kind oder eine werdende Mutter geht. Ich stimme ich Ihnen absolut zu: Geburtshilfe, gut zugänglich, aber auch Kinderkliniken sind ein Bedarf, der absolut abgedeckt sein muss. (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD) Die Menschen in Niedersachsen sind die, um die es uns gehen muss. Hierfür müssen wir gemeinsam eine gute Gesundheitsversorgung sicherstellen und diese stetig verbessern - Hand in Hand. Also lassen Sie uns - das das haben Sie schön gesagt - gemeinsam tun. In diesem Sinne bin ich zuversichtlich, dass wir einen guten Prozess gestalten werden, und vertraue da sehr auf das Hand-in-Hand. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD)

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