Vanessa Behrendt
Schutz für Kinder in den sozialen Medien stärken - Gefahren des Influencer-Marketings entschlossen begegnen
Wort gemeldet: die Abgeordnete Vanessa Behrendt. Bitteschön, Frau Behrendt! Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! 50 % der Fotos auf Pädophilen-Websites stammen von den Social-Media-Seiten der Eltern. Pädophile bewerten sie nach „Fuckability" und fantasieren darüber, was sie am liebsten mit den Kindern machen würden. Was, meine Damen und Herren, geht in den kranken Hirnen dieser Leute vor? Die Kriminellen haben es nicht nur auf Aufnahmen in Badehosen abgesehen. Jedes Bild kann Kinder zur Zielscheibe machen. Man denke nur an die Möglichkeiten der KI-Videogenerierung, und der Horror ist perfekt. Und nicht nur das: Oft werden bei Posts in sozialen Medien Metadaten mit veröffentlicht. Den Standort eines Kindes nachzuvollziehen ist somit eine Leichtigkeit. Auch Identitätsdiebstahl ist eine Gefahr - digitales Kidnapping. Pädophile geben sich als Kinder aus, deren Fotos sie geklaut haben, zum Beispiel um damit andere Kinder online anzulocken und sie zu Treffen zu animieren. Ich bitte Gott, dass die Kinder von Ihnen allen niemals Opfer dieser Verbrechen werden. Ganz besonders gefährdet sind Kinder-Influencer. YouTube-Kinderstars wie Vlad und Niki oder Diana und Roma haben Hunderte Millionen Follower. Sie bewerben Spielzeug, Ausflugziele, Snacks, Klamotten und vieles mehr. Ein einziges Video bringt den Familien teilweise Hunderttausende Euro ein. Klar, dass diese Geschäftsmodelle auch in Deutschland zahlreiche Nachahmer finden. Natürlich wirft das vielfältige Fragen auf: Welche Rolle spielen die Persönlichkeitsrechte dieser Kinder? Wie werden die Kinder einmal auf diese Inhalte zurückblicken, wenn sie älter sind? Das Netz vergisst nicht. Kein Zweifel, Aufnahmen von Kindern in sozialen Medien, ob nun kommerziell oder privat, sind ein ambivalentes Feld. Rot-Grün macht uns nun das Angebot, Freiheit gegen Sicherheit zu tauschen. Und schon Benjamin Franklin wusste: Wer diesen Tausch eingeht, wird am Ende beides verlieren. Familien-Influencer zu sein, soll genehmigungspflichtig werden. Der Staat soll entscheiden, welche Inhalte zugelassen werden und welche nicht. Meine Damen und Herren, als AfD wissen wir: Mehr Staat ist selten die Lösung, aber meistens das Problem. Der Regierung mehr Rechte zu geben, ist oft eine schlechte Idee. Dieser Regierung mehr Rechte zu geben, ist fast immer eine sehr schlechte Idee. Und dieser Regierung mehr Rechte über Eltern zu geben, ist unter Garantie eine extrem schlechte Idee. Ich weiß nicht, ob Familien-Influencer ihren Kindern mit den Videos einen Gefallen tun. Doch ich weiß eines ganz sicher: Eltern müssen selbst entscheiden, was am besten für ihre Kinder ist und was nicht. Entscheidungen der Eltern strahlen fast immer in der einen oder anderen Weise auf ihre Kinder aus. Ich wünsche auch keinem Kind, dass seine Eltern Grünen-Politiker sind. Doch ich maße mir nicht an, Ihnen da etwas vorzuschreiben. Die Regierung kann, darf und soll sich aus der Lebensgestaltung der Menschen heraushalten. Der Glaube, dass diese Regierung besser als Eltern wüsste, was gut für ihre Kinder ist, ist so falsch wie gefährlich. Die Regierung hat die Aufgabe, den Rahmen bereitzustellen, in dem Familien leben können - und daran scheitern Sie nicht nur fahrlässig, sondern vorsätzlich. Erinnern wir uns: Dieser Antrag, der tief in das Familienleben eingreifen will, kommt von den Parteien, die ungeborenen Kindern das Lebensrecht verweigern, die Pubertätsblocker für eine Supersache halten und die zulassen, dass Kindermörder wie in Magdeburg und Aschaffenburg überhaupt in diesem Land sind, meine Damen und Herren. Fangen Sie erst einmal damit an, bevor Sie Eltern in jedem Lebensbereich Vorschriften machen! Denn auch wenn es für Sie unvorstellbar ist: Echter Kinderschutz stärkt Eltern, anstatt sie zu schwächen. Der Überweisung stimmen wir zu. Vielen Dank.
