Eva Viehoff
Wie plant die Landesregierung den Neustart in der Kultur vor dem Hintergrund multipler Krisen?
dass wir mit dem mehr oder weniger Ende von Corona in Stadt und Land wieder Kultur erfahren können wie vor der Pandemie. Das hat sich leider nicht bewahrheitet; der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands hat diese Hoffnung jäh zerstört. Die steigenden Energiekosten und die hohe Inflation belasten unsere Kultureinrichtungen - aber nicht nur unsere Kultureinrichtungen, sondern ganz besonders auch Bürgerinnen und Bürger, die außerordentliche Belastungen tragen müssen. In dieser Gemengelage bin auch ich dem MWK und insbesondere Falko Mohrs sehr dankbar dafür, dass er schon im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Nachtragshaushaltes den Dialog mit den Kultureinrichtungen gesucht und ihnen aufgezeigt hat, welche Wege in der Förderung möglich sind und wie sie die bereitgestellten Mittel erhalten können. Dabei hat er sehr wohl darauf geachtet, wie unsere Hilfsprogramme mit den Programmen des Bundes zu synchronisieren sind, damit nicht am Ende wieder etwas zurückgenommen werden muss das mussten wir in der letzten Wahlperiode des Öfteren erleben , weil Doppelförderungen nicht möglich sind. Das ist in diesem Programm mit einem Volumen von 27 Millionen Euro ausgeschlossen. Einen Moment mal! - In der ersten Reihe der CDU ist es gerade sehr laut, und ich verstehe auch die Inhalte. Frau Viehoff, Sie können fortfahren. Trotz allem: Wir kennen die Schilderungen der letzten Wochen - ich habe sie bei meiner Tournee durch die kommunalen Theater und meinen Gesprächen mit der Club- und Festivalszene gehört. Wir alle wissen, dass Großacts ob Helene Fischer oder Pink super gut laufen. Aber all die kleinen, auch regionalen Veranstaltungen, die oft auch ehrenamtlich organisiert sind, sind kaum ausverkauft. In der Club- und Festivalszene ist die Stimmung verhalten. Dort gibt es alles - von „komplett ausverkauft“ bis „gar nicht nachgefragt“. Deshalb ist es notwendig, das hohe unternehmerische Risiko im gesamten Kulturbereich zusätzlich zu den übrigen Herausforderungen zu fördern. Vor diesem Hintergrund ist es gut, dass die Landesregierung sowohl das Programm mit einem Volumen von 27 Millionen Euro für die Kultureinrichtungen als auch das 50-Millionen-Euro-Programm zusammen mit dem Wirtschaftsministerium und Olaf Lies für den Kultur- und Veranstaltungsbereich auf den Weg gebracht hat. Dies bringt Sicherheit und gibt die Möglichkeit, die für unsere offene und demokratische Gesellschaft so wichtigen Veranstaltungen tatsächlich stattfinden zu lassen. Welche Mittel für welchen Bereich ausgegeben werden, möchte ich hier jetzt gar nicht in aller Breite aufzählen, weil das schon mehrfach erfolgt ist. Das Sonderprogramm für den Veranstaltungsbereich fördert Veranstaltungen bis 20 000 Teilnehmende und gewährleistet, dass all die vielen kleinen Festivals, die wir in Niedersachsen haben ich glaube, es sind fast 100, wie man feststellt, wenn man auf die Liste der Festivals in Niedersachsen guckt , eine Sicherheit haben, stattfinden zu können, weil das Land bis zu 90 % der Einnahmeverluste übernimmt. Das ist gut so; denn so muss keine Veranstaltung abgesagt werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich, in den kommenden Wochen mit weniger Terminen und mehr Zeit genau diese kulturellen Veranstaltungen besuchen zu können, die dank der Hilfe des Landes stattfinden können. Und das ist ein kleiner Werbeblock dabei weiß ich auch noch, dass ich mit jedem Ticket, das ich kaufe, den Landeshaushalt entlaste. Herzlichen Dank.
