Vanessa Behrendt
Unsere Kinder schützen - nein zur frühkindlichen Sexualisierung!
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Entscheidung, in die Politik zu gehen, traf ich aus einem ganz einfachen Grund: für die Zukunft meiner Kinder. Und wenn ich mir diese erschreckenden Konzepte ansehe, welche für Kinder geplant sind, mit denen sich unser Entschließungsantrag unter anderem befasst, dann war dies genau die richtige Entscheidung. Vorweg möchte ich auf das jüngste Ereignis in Niedersachsen eingehen, welches ganz klar zeigt, dass Kinder nicht ausreichend vor sexuellem Missbrauch geschützt werden. Im Juni 2023 wurde bekannt, dass ein 63-jähriger Erzieher des Kinderdorfes Salem-Kovahl im Landkreis Lüneburg 20 Jahre lang 6 Jungen im Alter von 7 bis 13 Jahren in über 100 Fällen in dieser Einrichtung sexuell missbraucht hat. Gegen diesen Erzieher wurde bereits 2001 Strafanzeige wegen sexuellen Missbrauchs gestellt. Diese wurde aber aus Mangel an Beweisen eingestellt. Der Erzieher blieb also weiterhin in diesem Kinderdorf beschäftigt mit der Begründung, dass er ein so vorbildlicher Pädagoge sei und man ihm solch grauenvolle Taten einfach nicht zutrauen würde. Behördenversagen auf ganzer Linie! Vergleichbar mit dem Fall des Dauercampers im Jahr 2019 aus Lügde in Nordrhein-Westfalen, der über Jahre hinweg eine Vielzahl von Kindern missbraucht hatte, die Handlungen filmte und verbreitete. Bereits 2016 erhielt die Polizei Hinweise in diesem Zusammenhang, ging diesen jedoch nicht selbst nach, sondern informierte das zuständige Jugendamt. Das Jugendamt hat diesem Mann trotz bekannter Hinweise im Jahr 2017 eine siebenjährige Pflegetochter vermittelt, an der er sich ebenfalls mehrfach verging. Hätten die zuständigen Behörden die Situation ernst genommen, wäre den betroffenen Kindern dies unerträgliche Leid erspart geblieben. Herr Philippi, Sie setzen sich im Rahmen des Interministeriellen Arbeitskreises dafür ein, dass der Kinderschutz weiter verbessert wird. Wie rechtfertigen Sie dann Ihre Antwort auf unsere Anfrage, dass keinerlei Daten zu Missbrauchsfällen an Kindern und Jugendlichen in sensiblen Bereichen in Niedersachsen erfasst werden? Es wird nicht erfasst, ob und wie oft es zu Gewalt und Straftaten von Erziehern, Sozialpädagogen und ehrenamtlich Tätigen gegenüber Kindern und Jugendlichen kommt. Unserer Forderung der lückenlosen Datenerfassung zu Missbrauchsfällen in den Bereichen Bildung, Sport und Freizeit nachzukommen, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, um zu zeigen, dass die führende Politik hier nicht weiterhin die Augen vor dem Abscheulichsten verschließt, was Erwachsene Kindern antun können. Auch die Reaktion des Kultusministeriums auf den geplanten Doktorspielraum der AWO-Kita in Hannover im Juli diesen Jahres wirkte nicht gerade so, als ob man den Ernst der Lage erkannt hätte. In besagter Kita sollte ein Raum für Körpererkundungsspiele eingerichtet werden, in dem die Kinder sich ausziehen und untersuchen dürfen. Laut den Regeln sollten die Kinder selbst entscheiden dürfen, ob und mit wem sie sexuelle Spiele spielen wollen, und sich nur so viel streicheln und untersuchen, wie es für sie selbst und andere angenehm ist. Kinder sind von Natur aus neugierig. Es ist ein ganz normaler Prozess, dass sie irgendwann anfangen, sich zu entdecken, und erkennen, dass es einen Unterscheid zwischen Jungen und Mädchen gibt. Dies wird von Kindern aber in keinster Weise mit Sexualität verbunden. Hier wurde massiv eine Grenze überschritten von einer Person mit kranken Fantasien, die Kinder zu unnatürlichen Verhaltensweisen bewegen wollte. Anstatt hier Konsequenzen zu ziehen, hat das Kultusministerium lediglich gefordert, dass das Konzept der Kita mithilfe des Jugendamtes neu überarbeitet wird. Erst nach unserer Strafanzeige wegen Kindeswohlgefährdung gegen die Kita-Leitung wurde diese suspendiert und Ermittlungen wurden eingeleitet. Das, Frau Kultusministerin Hamburg, die leider bei diesem wichtigen Thema mit Abwesenheit glänzt, ist die richtige Vorgehensweise, wenn man Kinder vor Missbrauch schützen will. Deshalb fordern wir in unserem Entschließungsantrag nicht nur die sofortige Suspendierung von Erziehern, Lehrern und Sozialpädagogen bei Auffälligkeiten, sondern auch ein lebenslanges Berufsverbot. Bei Personen mit pädophilen Neigungen helfen keine Präventions- oder Rehabilitationsmaßnahmen. Pädophilie ist eine sexuelle Orientierung und keine Krankheit, wie es immer so gern verharmlost wird. Doktorspielräume, Körpererkundungsräume oder sogenannte Rückzugsräume für sexuelle Bildung gehören gesetzlich verboten - ebenso das Spielkonzept „Original Play“, bei dem fremde Erwachsene Kitas aufsuchen und so die Möglichkeit bekommen, engen Körperkontakt mit den Kindern zu haben. In einem speziell dafür vorgesehenen Raum toben die Erwachsenen mit Kindern, wälzen sich aneinandergepresst auf dem Boden herum und kuscheln miteinander - mit dem angeblichen Ziel dahinter, dass Kinder so lernen, ohne Aggression zu spielen und Vertrauen zu entwickeln. Dieses sogenannte Spielkonzept ist nichts anderes, als eine Einladung für Pädophile zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Pädokriminelle Menschen erhalten so freien Zutritt zu Kitas und bekommen ganz legal die Möglichkeit, ihre Perversion ausleben zu können. Kein Kind, wenn es normal und gesund entwickelt ist, sucht in der Regel Körperkontakt zu fremden Erwachsenen. Dieses Spiel suggeriert ihnen, dass sie keine Grenzen haben sollen und es somit völlig in Ordnung ist, wenn fremde Personen Nähe zu ihnen suchen. Nach schweren Missbrauchsvorfällen in zwei evangelischen Kitas in Berlin und Hamburg im Jahr 2018 erteilten vier Bundesländer ein Verbot für dieses Konzept. Es gibt allerdings kein bundesweites Verbot, und auch in Niedersachsen ist es noch erlaubt, dieses Spiel an Kitas anzubieten. Für mich persönlich war es nicht vorstellbar, dass man diese abscheuliche Sexualisierung noch toppen kann. Der Ratgeber „Standards für Sexualaufklärung in Europa“ belehrte mich eines Besseren. Dieser wurde von der WHO in Zusammenarbeit mit der BZgA erstellt. Nach diesem Ratgeber sollen Kinder so früh wie möglich lernen, ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen, da Sexualität als Lust und Energiequelle verstanden wird, die optimalerweise von Geburt an stimuliert werden sollte. Somit werden Kinder ab der Geburt als sexuelle Wesen erklärt. Nach den Leitlinien sollen Kinder im Alter von null bis vier Jahren über Masturbation aufgeklärt werden und lernen, wie man Vergnügen und Lust empfindet. Mit sechs Jahren sollen Kinder über Geschlechtsverkehr und Verhütung Bescheid wissen, mit neun Jahren sollen erste sexuelle Erfahrungen gesammelt werden. Spätestens dann sollen Kinder über Masturbation und Orgasmus Bescheid wissen. An mehreren Stellen des Ratgebers heißt es, Bildungseinrichtungen sollen sicherstellen, dass diese Inhalte auch wirklich gelehrt werden. Die Aufklärung der Eltern, das, was bislang hervorragend funktioniert hat, sei plötzlich für eine moderne Gesellschaft nicht mehr ausreichend. Kinder würden durch sexuelle Bildung profitieren, wenn sie ihre frühkindliche Sexualität bereits in der Kita und durch Begleitung von Erwachsenen ausleben können. Dies sei die Grundvoraussetzung zur Prävention von sexuellem Missbrauch. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Nach dieser Sexualideologie sind frühkindliche Masturbation und Doktorspiele im Kita-Alter zentral. Der Übergang zur Pädophilie ist fließend. Dieses Konzept ist nichts anderes als ein schäbiger Versuch, unsere Kinder so früh wie möglich zu sexualisieren, was jeder, der bei klarem Verstand ist, sofort erkennen sollte. Hier wird versucht von einer ideologischen Kultur, die frühkindliche Sexualisierung zu normalisieren. Genau so gehen laut Experten Pädophile vor. Das ist nicht normal, und das darf es auch niemals werden. Kinder werden schwersttraumatisiert, ihr Schamgefühl verletzt, ihre empfindlichen Seelen zerstört und so viel schneller Opfer von sexuellem Missbrauch. Nach diesem Ratgeber sollen sie zu distanzlosem Verhalten erzogen werden. Dies öffnet Tür und Tor für Pädophile; denn die sexuelle Misshandlung von Kindern, die distanzlos sind, ist um ein Vielfaches einfacher. Um der frühkindlichen Sexualisierung keinen Millimeter Raum zu geben, fordern wir die Landesregierung auf, sich ausdrücklich von diesem Ratgeber zu distanzieren und die Herausgabe dessen zu untersagen. Sollte die Landesregierung diesem Ratgeber nicht entschieden entgegentreten, dann trägt sie nicht nur eine große Mitschuld daran, dass Pädophile es in Zukunft noch leichter haben werden, sich an Kindern vergehen zu können, sie unterstützt auch den Versuch, die Pädophilie in einem schleichenden Prozess gesellschaftsfähig zu machen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
