Harm Rykena
Für jeden eine Perspektive schaffen - Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss minimieren!
Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst einmal: Ja, Schulabgänger ohne Abschluss sind ein echtes Problem für unsere Gesellschaft und auch für unsere Wirtschaft. Aber lassen Sie uns ehrlich sein: Diese Jugendlichen ohne Abschluss sind nichts anderes als ein Symptom für neun Jahre dysfunktionale Schule, und an Symptomen herumzudoktern, wie es dieser Antrag der CDU versucht, war noch nie zielführend. Der Antrag setzt viel zu spät an, nämlich dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Er schlägt vor, ein landesweites Konzept zu entwickeln, Talentscouts an Hochschulen auszubilden und Vereine einzubinden. Das alles bedeutet nichts anderes als neue bürokratische Strukturen und hohe Kosten. Wir brauchen keine zusätzlichen Apparate, denn die bestehenden Schulstrukturen reichen aus bzw. sollten ausreichen, wenn wir sie richtig nutzten. Die hohe Zahl der Abgänger ist vor allem eine Folge eines Schulsystems, das zu wenig Wert legt auf Disziplin, aus der letztendlich erst Selbstdisziplin entstehen kann, und zu wenig Wert auf echte Leistungsorientierung. Stattdessen soll nun im Schnellverfahren bei bestimmten Schülern das Ruder noch herumgerissen werden, mit der Gefahr, dass wir die Leistungsstandards noch weiter absenken. Der Antrag selbst gibt eines zu: Männliche Jugendliche und Jugendliche mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit sind überproportional betroffen. Genau hier müssten wir ansetzen, und zwar nicht nur bei den Fördermaßnahmen, sondern im Gegenteil bei der Schule allgemein, nämlich mit einer Stärkung und Pflicht zur Beherrschung der deutschen Sprache statt Sprachenvielfalt, und mit einer Schule, die insbesondere den Bedürfnissen von Jungen mehr gerecht wird, statt sie ständig zu pathologisieren, und mit einem positiven Bild von Wettbewerb und Leistung. Aber genau das tut der Antrag leider nicht. Er doktert an den Symptomen herum: zusätzliche Hilfsstrukturen, weitere Vermittlungssysteme, noch mehr Dokumentation von Kompetenzen jenseits des Zeugnisses. Wer soll das leisten? Wer will das lesen? Und wem nützt das überhaupt? Schülern, die in neun Jahren zu wenig gelernt haben, eine Perspektive zu eröffnen, indem wir immer mehr Aufwand betreiben, ist teuer und ineffizient. Deswegen lehnt die AfD-Fraktion diesen Antrag ab. Wir brauchen Reformen am System und nicht Flickwerk. Vielen Dank. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich dürfte doch noch einmal
