Jürgen Pastewsky
Hochschulentwicklungsvertrag 2024 bis 2029 zwischen dem Land Niedersachsen und den Niedersächsischen Hochschulen
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Dem vorliegenden Hochschulentwicklungsvertrag 2024 bis 2029 wurde im Ausschuss einstimmig zugestimmt. Es ist eine relativ triviale Erkenntnis: Starke Hochschulen sind nötig, eine leistungsfähige Wissenschaft ist die notwendige Voraussetzung für Innovationen. Richtig ist es, den Anspruch auf Chancen- und Bildungsgerechtigkeit festzuschreiben. Zur Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften: Ja, wir alle wollen, dass die Klügsten zu uns kommen. Aber sind wir für diese Menschen auch attraktiv? Stichwort Wohnungsmarkt. Oder, falls Kinder vorhanden sind: Wie beurteilen denn diese Klügsten die Lage in unseren Kitas, in unseren Schulen und wie den Zustand unserer Infrastruktur? Und vor allem: Wie stellen sich eine Reihe der Hochschulgebäude baulich dar? Vor Kurzem gab es einen Parlamentarischen Abend ‑ der Minister war anwesend ‑, dort wurde ein Film zu diesem Thema gezeigt, der zwar lustig, aber nicht zum Lachen war. Sollen denn unsere Klügsten mit Helm und Schirm arbeiten, weil Dächer undicht sind? Wir begrüßen die Stärkung von Autonomie und Eigenverantwortung der Hochschulen, aber zur Beseitigung des Investitionsstaus muss es eine verlässliche Finanzausstattung geben. Bei Studiengängen mit besonderem Landesinteresse sollen Abstimmungen mit den Hochschulen erfolgen, sonst möglichst Eigenkoordination. Es ist richtig, dass Ziel zu verfolgen, dass es in ländlichen Gebieten nicht zur Unterversorgung mit Ärzten kommt. Aber wir müssen feststellen, dass das leider schon längst der Fall ist, so auch in meinem Wahlkreis. Die Erhöhung der Zahl der Studienanfängerplätze ist gut, aber wegen der schlechten Rahmenbedingungen in diesem Land wandern leider viele gut ausgebildete Klügste aus. Fragen Sie sich bitte, welche Parteien dafür verantwortlich sind! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
