Eike Holsten
Ambulante sozialpädagogische Angebote für junge Straftäter zukunftsfähig weiterentwickeln
ich habe das eben sehr drastisch mit Zahlen geschildert, unter denen unsere Kommunen geknechtet werden; die Kurve ist exponenziell steigend nicht darum, irgendwo etwas zusammenzustreichen, sondern darum, dafür zu sorgen, dass diese Kurve abflacht und wir endlich Maßnahmen im System ergreifen, die helfen. Das kann das Land sehr wohl. Systemsprenger, die ich nach Baden-Württemberg oder auf irgendein Schiff und vor wenigen Jahren noch für 50 000, 60 000 oder 70 000 Euro im Monat nach Osten geschickt habe ‑ Ich beantworte die Frage. Genau, wunderbar! Jetzt kommt es: „Die Kommunen sind doch verantwortlich! Ist mir völlig egal! Deren Problem! Mögen denen doch die Kosten weglaufen!" - Herr Watermann, das ist die richtige Einstellung: „Nicht mein Problem! Die Kommunen gehen kaputt, aber mir ist das eigentlich egal, das ist deren gesetzliche Zuständigkeit!" Sie schreien um Hilfe. Es gibt eine ganze Reihe Vorschläge des NLT, aber auch einzelner Kommunen. Ich bin jüngst an der Universitätsmedizin in Göttingen gewesen, um dort mit dem Chef der Kinder- Jugendpsychiatrie darüber zu reden. Er sagt: Das muss nicht 50 000, 60 000 oder 70 000 Euro kosten. Er hat Herrn Minister Philippi Vorschläge geschickt und darum gebeten: Lasst uns das System doch mal vom Kopf auf die Füße stellen! Das können wir zentralisieren! Da gibt es kluge Apparate, wie wir helfen können! Das ist deutlich billiger! - Aber das Land müsste mal hingehen, den Kommunen endlich helfen und diesen Hilferuf hören. Das ist das, was wir von Ihnen erwarten. Liebe Kolleginnen und Kollegen von Rot-Grün, jetzt haben Sie meine Redezeit gesprengt. Aber ich will versöhnlich enden: Es geht hier um Jugendliche, die die Orientierung verloren haben, die keinen Halt mehr finden und viel zu oft in Gewalt und Kriminalität abrutschen.
