Ansgar Georg Schledde
Niedersachsen geht in die Solar-Offensive - Ausbau vervielfachen, Innovation und Produktion stärken
Ansgar Georg Schledde (AfD): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! „Solar-Offensive - Ausbau vervielfachen, Innovation und Produktion stärken“ - an Komik nicht mehr zu überbieten. Die nächste Materialschlacht bahnt sich hier an. Von 2011 bis 2017 sank Deutschlands Rang in der Photovoltaikindustrie. Der Weltmarktführerstatus wurde an China abgegeben. Das war jedoch mal ganz anders. Deutsche Unternehmen wie Qcells, Solarworld oder centrotherm bewiesen sich als Weltmarktführer für Photovoltaik. 95 % der in Deutschland aktuell verbauten Solaranlagen beziehen wir aus China. Warum wanderte die Photovoltaikindustrie ab? Weil China auf niedrigere Löhne, geringere Energie- und Produktionskosten setzt und außerdem auf wichtige Rohstoffe direkten Zugriff hat. Welche Produktionen und Innovationen wollen Sie also in Deutschland stärken? Warum sollte ausgerechnet Ihnen dies ernsthaft gelingen? Deutschland hat mit seiner Entscheidung für den Ausstieg sowohl aus der Kernenergie als auch der Kohleenergie einen Sonderweg eingeschlagen und ist damit ziemlich allein auf der Welt. Dadurch wurden technische Innovationen bei der Fusionstechnik, der Geothermie oder in sicheren Alternativen der Kernenergie stark behindert. Niemals war der Wahlslogan „Grün wirkt“ zutreffender als heute. Die Diskussion zu einer nachhaltigen Entwicklung ist von drei Strategien geprägt: Konsistenz - Kreislaufwirtschaft, Müllvermeidung -, Suffizienz - Aufwandsreduzierung - und Effizienz - optimale Ausnutzung von Material und Energie. Keine dieser Strategien kommt beim exzessiven Ausbau von Wind- und Photovoltaik zum Tragen. Sie treten mit dem massiven Ausbau sogenannter erneuerbarer Energien sogar in direkte Konkurrenz zum Wohnungsbau. Verschiedene Faktoren machen das wirtschaftliche Umfeld für Wind und Photovoltaik zukünftig extrem unübersichtlich: Fachkräftemangel, stark steigende Herstellungs- und Montagekosten, steigende Wartungs- und Entsorgungskosten, zunehmender Widerstand aus der Bevölkerung, Rohstoffkosten. Ein Kernkraftwerk benötigt ca. 1 ha Fläche zur Erzeugung von 1 GW. Übrigens: Ein Kernkraftwerk ist regelbar. Photovoltaik benötigt zur Erzeugung von 1 GW eine Fläche von ca. 1 000 ha - nicht regelbar, nur temporärer Strom, genauso wie bei der Windenergie. Die durchschnittliche Auslastung der Windenergieanlagen in Niedersachsen beträgt ca. 20 %, die Auslastung von Photovoltaik 11 %. Und wer dachte, dass Materialschlachten ein Zeichen des 20 Jahrhunderts waren, wird im 21. Jahrhundert eines Besseren belehrt - allerdings mit einer anderen Zielsetzung: Unter enormem Rohstoffeinsatz wird eine unsichere und ineffiziente Energieversorgung in den nächsten Jahren ausgebaut. Sichere Energieversorgung hingegen bedeutet, dass die Versorgung zu jedem Zeitpunkt verlässlich und bedarfsgerecht erfolgt. Mit jedem Windrad, das ans Netz geht, und mit jedem Großkraftwerk, das vom Netz genommen wird, verringert sich diese Sicherheit und erhöht sich der Anteil nicht nutzbaren Stroms. Ich empfehle klimareligiösen Politikern der reinen Wind- und Sonnenlehre, die im Hinblick auf die Energieversorgung anderes behaupten, sich mehr an der Realität zu orientieren. Wenn ein Bundeswirtschaftsminister Sätze von sich gibt wie „Wir erneuern den Wohlstand!“ und dem wirtschaftlichen Wachstum nicht alles unterordnet, ist das nur eine charmante Umschreibung und heißt im Klartext: Der bestehende Wohlstand kommt weg, es wird keinen neuen geben. Ihre Energiewende, die planwirtschaftlich angelegt ist, wird demzufolge auch planwirtschaftliche Erscheinungen nach sich ziehen. In den längst überwunden geglaubten realsozialistischen Zeiten hört man nicht selten: „Ham wa nich!“ - Leider wird dies in Zukunft mit dem Irrweg Realität. Denn wo Ideologie beginnt, endet das Denken. Und genau deswegen brauchen wir jetzt einen ideologiefreien und technologieoffenen Ausbau der Energieversorgung in unserem Land. Sonst sind Sie, die Rot-Grünen, Totengräber der Industrienation Deutschland. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Vizepräsidentin Barbara Otte-Kinast: Der nächste Redner ist Herr Bloem aus der Fraktion der SPD.
