Melanie Reinecke
Stärkung der maritimen Wirtschaft in Niedersachsen durch nachhaltiges Recycling
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich sehr, dass wir bei diesem Antrag eine Einigung finden konnten, die sich in dieser Beschlussvorlage auch wiederfindet - auch wenn die Geburt etwas schwierig war. Stellen Sie sich vor, ein Schiff, das jahrelang auf den Weltmeeren unterwegs war, erreicht das Ende seiner Lebenszeit. Und was passiert dann? - Sehr wahrscheinlich landet es, wie so oft, in entfernten Ländern, wo es unter fragwürdigen Bedingungen abgewrackt wird. Doch genau hier haben wir eine große Chance. Warum sollte dieses Schiff nicht in Niedersachsen recycelt werden, unter höchsten Umweltstandards, mit regionaler Wertschöpfung? Unsere maritime Wirtschaft ist eine tragende Säule Niedersachsens. Sie bietet unzählige Arbeitsplätze, von den Werften über die Zulieferbetriebe bis hin zu den Ingenieurinnen und Ingenieuren, die innovative Lösungen entwickeln. Doch um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Wirtschaft nachhaltiger aufstellen. Das maritime Recycling ist hier ein entscheidender Baustein. Derzeit werden Schiffe aus Deutschland oft in Länder wie Bangladesch oder Indien gebracht, wo sie unter bedenklichen Bedingungen zerlegt werden. Dabei entweichen Schadstoffe unkontrolliert in die Umwelt, Arbeitskräfte sind gefährlichen Bedingungen ausgesetzt und die Wertstoffe gehen unserer Wirtschaft verloren. Niedersachsen kann das besser. Unsere Unternehmen haben das Know-how, unsere Werften die Kapazitäten und unsere Hochschulen die Innovationskraft, um nachhaltige Recyclingverfahren weiterzuentwickeln. Bereits heute gibt es Unternehmen in Niedersachsen, die Altmetalle aus stillgelegten Schiffen in den Kreislauf zurückführen und für neue industrielle Anwendungen nutzbar machen. Die Technologie ist also schon vorhanden. Es fehlt aber an klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen, die ein wirtschaftliches und nachhaltiges Recycling ermöglichen. Genau hier setzt unser Antrag an. Wir brauchen eine praxisnahe Umsetzung der Hong Kong International Convention, um Umwelt- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Die Vorteile liegen auf der Hand. Eine funktionierende maritime Kreislaufwirtschaft reduziert unsere Abhängigkeit von Rohstoffimporten und erhöht die Versorgungssicherheit. Sie schafft Wertschöpfung vor Ort, sichert bestehende Arbeitsplätze und schafft vor allen Dingen neue. Auch die Zusammenarbeit mit anderen norddeutschen Bundesländern spielt hier eine entscheidende Rolle. Gemeinsam können wir Strategien entwickeln, um die Recyclingkapazitäten auszubauen und ein Netzwerk nachhaltiger Wirtschaftsprozesse zu schaffen, die Niedersachsen langfristig wettbewerbsfähig halten. Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie uns diese Chance gemeinsam nutzen! Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Schiffe am Ende ihres Lebenszyklus nicht länger um die halbe Welt transportiert werden müssen, sondern hier in Niedersachsen ein neues Leben als wertvolle Rohstoffe finden! Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Reinecke. - Die nächste Wortmeldung, die mir vorliegt, ist von der Fraktion der AfD.
