landtag-niedersachsen.de ↗

Delia Klages

AfD 12.09.2025 3:44 min Tagungsabschnitte 19/27

Niedersachsen darf nicht weiter Schlusslicht sein: Medizinstudienplätze endlich konsequent ausbauen - Ärztemangel in Niedersachsen langfristig bekämpfen!

Frau Klages! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Niedersachsen darf nicht länger Schlusslicht bei den Medizinstudienplätzen sein. Für eine verlässliche ärztliche Versorgung reichen die derzeitigen Plätze nicht aus. Uns läuft die Zeit davon - eine Folge jahrelanger verfehlter Politik. Die Verantwortlichen von gestern liefern uns auch heute keine akzeptablen Lösungen. 200 zusätzliche Medizinstudienplätze, verbindlich finanziert, sowie der Ausbau einer echten Fakultät in Osnabrück sind ein guter Ansatz. Wer konsequent ausbaut, investiert in die Versorgung von morgen. Die Bundesvertretung der Medizinstudenten mahnt zu Recht: Qualität vor Quantität. Das Praktische Jahr, die faire Aufwandsentschädigung, die Novelle der Approbationsordnungen müssen mitfinanziert werden. Sonst produzieren wir Abbrüche und keine zusätzlichen Ärzte für Niedersachsen. Wir von der AfD unterstützen die Forderung nach 200 zusätzlichen Studienplätzen. Eine weitere Taskforce ist aber überflüssig, denn Arbeitskreise schaffen keine Ärzte für unser Bundesland. Die Landesregierung blockiert, denn der SPD-Wissenschaftsminister hat ein Landesengagement für Osnabrück ausgeschlossen. Eine Absage an zukünftige Ärzte und an die Patienten! Das Sachsen-Modell ist noch problematischer: Studium in Ungarn, vom Steuerzahler ermöglicht, mit ungewissem Rücklauf. Teuer, rechtlich fragwürdig und keine Garantie für Rückkehr - anders als der Klebeeffekt bei manchem Abgeordneten hier im Haus! Während Sie Geld für Studienplätze ins Ausland lenken wollen, schaffen private deutsche Hochschulen bereits zusätzliche Studienplätze, zum Teil Numerus-clausus-frei und staatlich anerkannt. Beispiel: Die HMU in Erfurt bietet Humanmedizin mit Staatsexamen. Auch die EU erweitert schnell ihr Angebot. Warum also Studienplätze im Ausland zahlen, wenn es auch, wie an den Beispielen Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu sehen ist, funktionierende und kostengünstige private Hochschulstudiengänge gibt? Zusätzlich muss Niedersachsen natürlich eigene Kapazitäten ausbauen. Es dauert 10 bis 15 Jahre bis zum Facharzt. Laut Kassenärztlicher Vereinigung sind 34 % aller Ärzte in Niedersachsen über 60 Jahre alt. Diese Tatsache ist das Ergebnis Ihrer politischen Arbeit. Gratulation! Mehr Studienplätze sind aber nur ein Teil der Lösung. Würde man die Bürokratie halbieren, entstünden bundesweit zusätzlich sofort 30 000 Arztvollzeitstellen. Wir brauchen natürlich den Ausbau der Studienplätze, Entlastung durch Strukturreformen und echte Anreize für Niederlassungen im ländlichen Raum. Wir freuen uns ganz besonders, wenn der Wissenschaftsminister umdenkt, und wir freuen uns auf die Beratungen im Ausschuss. Vielen Dank.

Alle Reden von Delia Klages Rede ansehen ↗