Harm Rykena
Handys, Smartphones, Smartwatches - verlässliche Rahmen für die Mediennutzung für Schulen, Eltern, Kinder und Jugendliche erarbeiten
Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Seit einigen Jahren ist die Digitalisierung eines der ganz großen Themen in den politischen Debatten, so auch im Bereich Bildung. Dabei standen stets die unbestreitbaren Chancen der Digitalisierung im Vordergrund, so auch bei Ministerpräsident Lies vorgestern in seiner Regierungserklärung. Warnende Stimmen dagegen von mir zum Beispiel wurden regelmäßig überhört. Auch das Beispiel der bisherigen Vorreiter in Skandinavien, die in diesem Zusammenhang wieder zu mehr analogem Unterricht zurückkehren, wurde bis zuletzt bei uns noch ignoriert. Genauso erging es dem Moratorium, welches 40 Wissenschaftler vor etwa zweieinhalb Jahren forderten. Die Forscher warnten eindringlich vor den Gefahren der Digitalisierung für die geistige und emotionale Entwicklung von Kindern. Ihr Appell jedoch fand keinen größeren Nachhall in den bildungspolitischen Diskussionen. Vor diesem Hintergrund ist es wirklich wohltuend, über einen Antrag zu debattieren, der endlich auch mal die unbestreitbar negativen Auswirkungen der immer weiter um sich greifenden Entwicklung zum Inhalt hat. Digitalisierung ist Fakt. Digitalisierung durchdringt immer weitere Lebensbereiche wie wir gerade eindrucksvoll mitbekommen haben im Alltag der erwachsenen Menschen, aber eben auch im Alltag der Kinder. Und vielleicht ist dort der Umbruch noch viel größer, als wir Erwachsene es überhaupt merken. Da gibt es sicherlich positive Dinge. Die Technik erlaubt uns, Dinge zu tun, die früher schlicht nicht möglich waren. Unsere Kinder wachsen als Digital Natives auf, und wir können ihnen dabei kaum noch folgen. Aber und diese Erkenntnis scheint doch für viele neu zu sein es gibt auch negative Aspekte, und diese diskutieren wir heute: soziale Isolierung, Mobbing, Reizüberflutung, krasse Ansichten von einer Welt, denen der noch nicht gefestigte Geist von Kindern oft nicht standzuhalten vermag und die viel zu häufig zu nachhaltigen Traumatisierungen führen. Heranwachsende mit psychischen Problemen wie Einsamkeit, Angstzuständen und geistigen Verwirrungen bevölkern mehr und mehr die Praxen der Kinder- und Jugendpsychologen. Dieser bedenklichen Entwicklung dürfen die Schulen, deren Aufgabe es ja eigentlich ist, ihre Schüler auf ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben vorzubereiten, nicht tatenlos zuschauen. Es ist daher den Regierungsfraktionen durchaus gutzuschreiben, dass sie dieses Thema nun endlich in die politische Debatte einbringen. Gut finde ich dabei insbesondere, Einschränkungen der Handynutzung im Grundschulbereich ins Auge zu fassen. Zweifel habe ich dagegen, wenn der Aspekt der Medienkompetenz die dringend notwendig ist im Bereich der Demokratieerziehung angesiedelt werden soll. Demokratieerziehung erschöpft sich nämlich an vielen Schulen allzu oft auf das reine Vermitteln der richtigen Haltung gegen rechts. Unabhängige Kompetenzen zur Erschließung der Welt werden dabei eher nicht vermittelt. Geschenkt! Insgesamt ist das Thema gut und verdient, bildungspolitisch genauer unter die Lupe genommen zu werden. Der Antrag selber ist dabei allerdings nicht besonders spektakulär. Das hatten wir ja gerade zum Schluss. Es geht in erster Linie ums Überprüfen und Erforschen und, wie das bei Anträgen der Regierungsfraktionen so üblich ist, um das Begrüßen von bereits bestehenden Strukturen. Aber trotzdem: Diesmal freue ich mich tatsächlich auf die Beratungen im Ausschuss und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Die nächste Wortmeldung: aus der Fraktion der SPD die
