Peer Lilienthal
Die Errichtung von Floating-Photovoltaikanlagen einfacher und wirtschaftlicher gestalten
Abgeordnete Lilienthal. Vielen Dank, Herr Präsident. - Unser Herz schlägt naturgemäß nicht für erneuerbare Energien. Ich möchte aber nicht verabsäumen, Ihnen, liebe Kollegin, alles Gute zur erste Rede zu wünschen. Und dann zu solch einem Antrag! Ich dachte erst, er kommt von den Grünen - kam er aber tatsächlich nicht. Kommen wir erst einmal zum Grundsätzlichen: Wir haben ganz grundsätzliche Einwände gegen diese Art der Energieerzeugung. Warum? Deutschland ist ein Industrieland, ein Hochtechnologieland. Wir brauchen immer Energie, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Und das ist halt mit Flatterstrom, zum Beispiel aus PV-Anlagen, ob sie nun auf dem Wasser oder an Land stehen, nicht zu gewährleisten. Das war lange, lange zu gewährleisten - durch Kernenergie, die nicht nur CO2-neutral ist, sondern auch ansonsten keine Emissionen verursacht. Hier hat leider, leider die im Abschied befindliche rot-grüne Mehrheit in diesem Landtag und auch im Bundestag dafür gesorgt, dass eines der leistungsfähigen Kernkraftwerke in Deutschland, nämlich Grohnde, vor Kurzem abgeschaltet wurde - ein Schritt, den niemand versteht, den im Übrigen auch grüne Parteien außerhalb Deutschlands nicht verstehen. Meine Vorrednerin hat dass ich das einmal sagen muss, hätte ich nicht gedacht in dieselbe Kerbe geschlagen, in die auch ich schlage: PV auf dem Wasser ist einfach noch zu wenig erforscht. Selbst wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass man diese Anlagen braucht Das wundert mich im Übrigen. Der Umweltminister hat mir hier im Dezember lautstark erklärt, wir hätten schon über 100 % Strom aus erneuerbaren Energien. Wozu brauchen wir dann jetzt eigentlich noch Sonnenenergie aus PV-Anlagen, die auf dem Wasser floaten? Das habe ich nicht ganz nachvollziehen können. Schauen wir in die Realität! Hier wird ja immer von Labormodellen ausgegangen, sowohl bei diesen PV-Anlagen als auch beim Wasserstoff, bei dem wir in der Realität eine Katastrophe erlebt haben, zum Beispiel in Herrenhausen. Da wurden Steuergelder in Millionenhöhe versenkt, weil es zwar im Labor klappt, aber nicht in der Realität. So ähnlich sieht es auch mit diesen PV-Anlagen aus. Sie kennen die Bilder aus Amerika. Sie kennen aber vor allem auch den ganz aktuellen Fall aus Cottbus, wo diese tollen PV-Anlagen jetzt auf dem Grunde des Ostsees liegen und geborgen werden müssen. So etwas muss man bei ehrlicher Betrachtung mit bilanzieren. Was aufgewendet werden muss, um diese Naturkatastrophe wieder geradezuziehen, muss man mit einpreisen. Von daher lehnen wir diesen Antrag natürlich ab. Vielen Dank.
