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Harm Rykena

AfD 15.05.2024 3:52 min Tagungsabschnitte 19/16

Die Europäische Idee an Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten nachhaltig stärken

Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Nach den vorigen Reden haben wir verstanden: Wir haben ein Problem an unseren Schulen, das dringend gelöst werden muss, und zwar: Unsere Schulen reden zu wenig über Europa! - Glauben Sie das wirklich? Echt jetzt? Ich will Ihnen sagen, was die Probleme unserer Schulen sind: Mehr als ein Viertel unserer Schüler verlässt die Grundschulen, ohne richtig lesen und schreiben zu können. Immer mehr Schüler haben große Probleme beim Erlernen der deutschen Sprache. Immer mehr Schüler brechen die Schule ab trotz sinkender Anforderungen. Es gibt Probleme im Zusammenleben zu vieler verschiedener und teilweise schlecht vereinbarer Kulturen untereinander. Bei einem Migrantenanteil von bis zu 90 % an einigen Schulen fällt die fehlende deutsche Leitkultur immer mehr auf. Auch an unseren Schulen gilt: „Multikulti ist gescheitert“ - um hier mal unsere ehemalige Bundeskanzlerin zu zitieren. Und das Ergebnis des Ganzen: Gewalterfahrungen, überlastete Lehrer, schlechte Schülerleistungen, Angst vor der Schule. - Das sind die Probleme unserer Schulen, und damit sollte sich die Politik beschäftigen. Na gut, kommen wir zu diesem Antrag. Zu Beginn der Unterrichtung im Kultusausschuss erklärte uns das MK, Ziel der Europabildung sei es ‑ Zitat ‑, „die europäische Zugehörigkeit und die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins voranzutreiben“. Frau Bauseneick sprach gerade von europäischer Identität. Herr Rykena, lassen Sie eine Zwischenfrage von Herrn Kurku zu? Nein, ich möchte gerne ausführen. Dazu sagen wir aber: Nein. Europa ist ein Kontinent. Europa ist ein Raum zahlreicher verwandter Kulturen. Europa hat aber kein europäisches Bewusstsein. In Europa gibt es französisches Bewusstsein, ein schwedisches, ein ungarisches, ein dänisches, ja sogar ein flämisches, ein schottisches und vielleicht sogar ein bayerisches Bewusstsein. Das alles ist auch gut so. Es gibt kein europäisches Volk. Es gibt viele europäische Völker. Deren Identitäten gilt es in all ihrer Vielfältigkeit ‑ um eines der von Ihnen am liebsten missbrauchten Wörter zu verwenden ‑ zu erhalten. Genau das wollen Sie, liebe Kollegen der anderen Fraktion, eben nicht. Sie wollen diese Völker auflösen. Das wird in ganz Europa zu Verwerfungen führen und voraussichtlich scheitern. Zum Antrag: Europabildung - ja, das kann nicht schaden, aber nicht so und nicht mit dieser Zielsetzung. Wissen vermitteln über Europa - ja, aber leben als kulturentleerte Europäer - nein. Viele Schüler fühlen sich ja nicht mal als Deutsche. Wie soll das dann erst mit einem kaum fassbaren Europa gelingen? Viele Schüler sprechen und verstehen nur unzureichend Deutsch. Warum soll dann, wie im Antrag gefordert, die Mehrsprachigkeit im Unterricht ausgeweitet werden? Da können wir auf keinen Fall mitgehen. Und schließlich: Im Ausschuss wurden wir zudem ausführlichst und in epischer Breite über die schier endlosen Initiativen, die es bereits heute zur Europabildung gibt, unterrichtet. Wenn es bereits jetzt schon so unglaublich viele davon gibt, dann brauchen wir nicht noch mehr davon. Deshalb lehnen wir Ihren Antrag ab.

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