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Stephan Christ

GRÜNE 28.04.2026 3:05 min Tagungsabschnitte 19/33

E-Fuels made in Niedersachsen - industriellen Hochlauf ermöglichen, Klimaziele erreichen

Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Scharrelmann, ich danke Ihnen und Ihrer Fraktion herzlich, dass Sie diesen Antrag eingebracht haben, gibt er mir doch die Möglichkeit, hier vielleicht ein für alle Mal mit einem Mythos aufzuräumen. E‑Fuels sind nicht die Lösung der Verkehrswende. Die Erfolgsgeschichte des Autos geht einher mit der Entdeckung von Ölquellen und ihrem beeindruckenden Nutzen. Die hohe Energiedichte von Öl ermöglicht es, durch Raffinierung zu Benzin und Diesel Kraftstoffe zu entwickeln, die sowohl hohe Leistungen als auch hohe Energiedichten ermöglichen. In Kombination mit Automatisierung und Serienfertigung von Autos wurde dies ein wesentlicher Faktor unseres Wohlstandes. Mindestens genauso beeindruckend und ebenfalls ein solcher Siegeszug ist das, was gerade bei der Batterietechnologie passiert. Auch das sind Innovationen, wie Sie sie gerade eingefordert haben. Während ich selbst noch im Wahlkampf 2022 davon gesprochen habe, dass wir wahrscheinlich im Lkw-Bereich mit Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen die fossilen Treibstoffe ersetzen werden, hat sich seitdem eine schier unbeschreibliche Entwicklung abgezeichnet. In den letzten Jahren ist die Entwicklung auf dem Batteriemarkt so unfassbar schnell und so groß skaliert, dass ich mich heute hier festlegen würde: Technologisch werden wir spätestens 2035 100 % aller neuen Pkw und locker 98 % aller Lkw und schweren Nutzfahrzeuge mit Batterietechnologie betreiben können, egal, ob mit oder ohne Regulierung. Das bedeutet aber auch: nicht mit E‑Fuels. Sie schreiben in Ihrem Antrag ich zitiere: „Die Nutzung synthetischer Kraftstoffe ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Energiewende. E‑Fuels verbinden Klimaschutz mit wirtschaftlicher Vernunft." Herr Scharrelmann, wo, bitteschön, soll hier wirtschaftliche Vernunft sein? Wie kann es wirtschaftlich vernünftig sein, anstatt Strom in eine Batterie zu speichern und diesen anschließend für die Fortbewegung eines Fahrzeugs zu nutzen, diesen Strom zu verwenden zur Produktion von Wasserstoff, der zu Methanol umgewandelt werden soll, der nach Deutschland importiert wird, der hier mit Kohlenstoff kombiniert wird, der aus CO2 gewonnen werden muss, das erst noch per Direct Air Capture energieaufwendig gewonnen werden muss, um daraus E‑Fuels herzustellen? Diese werden dann in einen Tank gefüllt und verbrannt. Dabei erzeugen sie vor allem eins, nämlich Wärme, und als Nebenprodukt ein vergleichsweise kleines bisschen Fortbewegung. Herr Scharrelmann, wo soll das bitte vernünftig sein? Dass wir synthetische Kraftstoffe brauchen, ist doch klar. Dass wir sie in Niedersachsen produzieren sollten, ist auch klar. Aber sie werden immer eine Nische bleiben. Dass Sie das verschweigen und so tun, als wären sie die Lösung, ist gefährlich - gefährlich für die Transformation weg vom Verbrenner. Denn die Wahrheit ist: Alles, was geht, muss elektrisch fahren. Und weil Sie gerade wieder nach Technologieoffenheit gerufen haben, sage ich Ihnen: Genau das hier ist das Ergebnis von Technologieoffenheit. Vielen Dank. Liebe Kolleginnen und Kollegen, würden Sie das ständige Grummeln

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