Dr. Andreas Hoffmann
Gesund im öffentlichen Dienst: Betriebliche Fitness für Bedienstete des Landes als attraktiver Arbeitgeber
Herr Hoffmann! Sehr geehrter Präsident! Liebe KollegInnen! Am Rande des letzten Plenums hatte ich ein Gespräch mit der Steuergewerkschaft. Beim Thema Nachwuchsgewinnung wurde mir berichtet, dass in den Vorstellungsgesprächen aktiv nach Firmenfitnessangeboten gefragt wurde. Wir müssen uns klarmachen: Auf kommunaler Ebene, in zahlreichen Verwaltungen von Landkreisen, von Städten in Niedersachsen, wird Firmenfitness bereits angeboten; in der freien Wirtschaft sowieso. Selbst in unserer Parteigeschäftsstelle haben wir ein solches Angebot. Wir sind in einem ArbeitnehmerInnenmarkt. Auch als Land müssen wir in einem zeitgenössischen Arbeitsmarkt ankommen. Wir müssen Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen erkennen und Menschen im Spagat zwischen Freizeit und Arbeit unterstützen. Das Angebot eines sicheren Arbeitsplatzes und einer Versorgung, das Alleinstellungsmerkmal des öffentlichen Dienstes, ist angesichts des demografischen Wandels und angesichts der Lebensentwürfe der Generationen Y und Z kein Argument mehr, welches alleine zieht. Betriebliche Fitness entwickelt sich zunehmend zu einem Standard, den wir übernehmen sollten, damit das Land als Arbeitgeber nicht den Anschluss und Fachkräfte verliert. Eine WHO-Studie aus diesem Juni zeigte, dass sich viele Menschen zu wenig bewegten. Deutschland befindet sich immerhin auf dem Weg dahin, dass sich mehr Menschen bewegen. Diesen positiven Trend können wir mit einfachen Mitteln wie der betrieblichen Fitness unterstützen, sodass Niedersachsen als Arbeitgeberin die Verantwortung für ihre Angestellten ernst nimmt. Bereits bei der Einbringung im vorletzten Plenarabschnitt wurde uns Stalinismus vorgeworfen. Heute war das in abgeschwächter Form noch einmal der Fall. In den Beratungen im Ausschuss wurde der Text dann erneut bewusst falsch verstanden. Auf Nachfrage im Ministerium zeigte sich allerdings, dass das Ministerium den Entschließungsantrag genau so versteht, wie wir ihn gemeint haben. Hier liegt also kein Sender-Empfänger-Problem vor. Gleichwohl bleibt es ein Vorrecht der Opposition, den Text bewusst falsch verstehen zu wollen. Erstaunlich ist, dass von Ihnen noch nicht einmal vorsichtig versucht wurde, den Text redaktionell zu ändern oder verständlicher zu machen. Ihr Gejammer an dieser Stelle bestätigt eher, dass Sie keine substanzielle Kritik haben, und bestärkt uns in unserem Vorgehen, betriebliche Fitness anbieten zu wollen. Lassen Sie mich noch kurz etwas zu den Kosten sagen. Richtig: Ohne genaue Zahlen, wie viele Mitarbeitende das Angebot annehmen werden, ist und bleibt eine Kalkulation spekulativ. Da den Kosten aber Einsparungen entgegenstehen - lesen Sie dazu bitte noch einmal die Begründung des Antrags! -, da viele Verwaltungen und Unternehmen die Kosten tragen können, ohne unterzugehen, glaube ich ehrlich, dass auch wir guten Gewissens unsere Landesregierung auffordern können, ein Firmenfitnessangebot zu erarbeiten. Vielen Dank.
