Michael Lühmann
Für Ordnung und Humanität in der Ausländer- und Asylpolitik - Hilfsbereitschaft der Bevölkerung erhalten. Irreguläre Migration spürbar reduzieren - Ausreisepflicht abgelehnter Asylbewerber konsequent durchsetzen
Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Herr Bock, ich finde es ein bisschen ungewöhnlich ‑ aber das ist vielleicht so ‑, dass man Gespräche, die man unter vier bis sechs Augen führt, hier ins Plenum trägt. Aber das ist in Ordnung. Ich kann das, was ich da gesagt habe, auch gerne verteidigen. Aber dann muss man den Zusammenhang schon insgesamt darstellen. Ich habe nur gesagt: Wenn wir Grenzen bauen und in letzter Konsequenz abwehren wollen, dass jemand über diese Grenzen geht ‑ ich bin Historiker; das auch noch nebenbei ‑, dann wird man am Ende auch über den Einsatz von Schusswaffen sprechen müssen. Man kann keine Grenze schützen, ohne das zu tun. Das muss man in Konsequenz in der Abwägung dessen, was man fordert, immer mitdenken. Das andere ist: Ich bin nun einmal ein Kind der DDR. 1989 bin ich da als kleines Kind mit über die Straßen gelaufen. Ich glaube nicht, dass ich alles verstanden habe, was wir dort getan haben. Aber was ich verstanden habe, ist, dass dort Menschen gegen diese tödliche Mauer aufgestanden sind. Das ist etwas, was biografisch etwas mit mir macht. Ich bin 1989 als Kind ‑ das sage ich dann immer etwas spöttisch ‑ nicht auf die Straße gegangen, damit wir in Europa wieder Mauern errichten. Dabei bleibe ich auch. Außerdem haben wir das historische Wissen: Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben Mauern, Grenzen und Lager Menschen aufgehalten. Aber immer in der Geschichte haben Mauern, Grenzen und Lager menschliches Leid hervorgerufen. Das müssen wir bei der Debatte bitte immer mit im Kopf behalten. Dazu kann ich als Historiker und mit meiner Erfahrung als Mensch gerne etwas sagen. Aber so eine biografische Erfahrung aus dem Zusammenhang zu reißen, um ein paar Punkte in der Debatte zu machen, finde ich nicht in Ordnung. Vielen Dank. - Der Kollege Bock möchte dazu sprechen
