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Delia Klages

AfD 08.02.2024 4:04 min Tagungsabschnitte 19/13

Wohnortnahe und flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln in Niedersachsen gewährleisten: Pharmaziestudienplätze konsequent ausbauen und Apotheken stärken!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Titel des Antrags sagt ja eigentlich schon alles: Eine „wohnortnahe und flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln“ ist, wie ich betone, nicht gewährleistet. Es fehlt also nicht nur an Medikamenten - es fehlt vor allen Dingen das Personal, und es fehlt an Apothekern. Dies ist gerade in strukturschwachen Regionen von Bedeutung, wo die Apotheke und der Arzt vor Ort zu den wesentlichen Voraussetzungen für eine regionale Strukturpolitik gehören. Die Anzahl der Apotheken sinkt. Was macht es den Apothekern eigentlich so schwer, eine Apotheke zu führen? - Zusätzlich zu dem Nachwuchsproblem müssen Apotheker mittlerweile extrem viel Zeit für Medikamentenbeschaffung aufwenden. Lieferengpässe belasten den Arbeitsalltag. Die dafür aufgewendete Zeit wird nicht vergütet. Die Vor-Ort-Apotheken müssen aber flächendeckend erhalten bleiben. Dazu muss die Politik Hemmnisse beseitigen, die das Führen einer Apotheke unattraktiv machen. Ich erwarte eine weit in die Zukunft reichende, klare Positionierung bezüglich ausländischer Versandapotheken und eine Lösung für die Apotheken vor Ort, wie diese vor den Versandapotheken geschützt werden. Im Wesentlichen finanzieren sich die Apotheken durch den Handel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Dieses Geschäftsfeld wird durch ausländische Versandapotheken bedroht, die im Gegensatz zu den heimischen Apotheken Boni und Rabatte gewähren dürfen und keine Kosten für Nachtdienste oder Rezepturen haben. Damit entsteht ein deutlicher Wettbewerbsnachteil der heimischen Apotheken. Keine Versandapotheke kann Ihnen helfen, wenn Sie am Wochenende oder feiertags oder in der Nacht ein fiebersenkendes Medikament für Ihr Kind brauchen. Und auch die „Geiz ist geil“-Mentalität der Kostenträger tut ihres dazu. Die Rabattregelungen der gesetzlichen Krankenversicherer haben zwar zu einem stark kostensenkenden Instrument geführt, bei den Exklusivverträgen gibt es aber Rabatte bis 90 %. Und das hat dazu geführt, dass die Arzneimittelproduktion zum Beispiel in asiatische Niedriglohnländer ausgelagert wurde. Diese Monopolbildung ist die Konsequenz. Die aktuellen Arzneimittelqualitätsprobleme und die Lieferausfälle sind auch Folge dieses Vorgehens. Gerade die Ärzte auf dem Land finden zunehmend keine Praxisnachfolger. Das hat eben auch Auswirkungen auf die Überlebenschancen von Apotheken. Im Nachbarort bei mir hat eine Arztpraxis geschlossen, ein halbes Jahr später auch die Apotheke. Eine Erhöhung der Studienplätze ist von meiner, also unserer Seite her zu unterstützen, gerne auch am Standort Oldenburg. Und dazu braucht es entsprechend auch die Professuren und alles andere, was dazugehört. Die Idee aber, Apotheken staatlich zu führen, das ist allerdings eine Idee, die wir äußerst kritisch sehen. Und aus diesem Grund- Was wollen Sie? - Ich glaube schon, dass ich das richtig gelesen habe, dass Sie Apotheken, die keinen Nachfolger finden, staatlich führen wollen. Und das ist etwas, was wir überhaupt nicht gut finden. Also, gerne mehr Studienplätze für Apotheker, die dringend gebraucht werden, aber keine Übernahme von Apotheken, die keinen Nachfolger finden. Vielen Dank.

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