Pippa Schneider
Beförderung der Exzellenz für Niedersachsens Universitäten durch Entideologisierung
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ob über Optik und Photonik, über Abwehrschwächen von Infektionen oder über Messungen mithilfe von Quanten, über Technologien zur Hörgesundheit, über Tiernavigation oder über den Meeresboden - zu all diesen unterschiedlichsten Themen haben unsere Hochschulen Cluster, die im Exzellenzwettbewerb erfolgreich waren und die nächste Stufe erreicht haben. Das zeigt sehr deutlich: Die niedersächsischen Hochschulen sind bestens ausgerüstet für die Exzellenz. Was sie dazu jedoch nicht brauchen, sind Tipps der AfD-Fraktion. Wir als Landespolitik unterstützen die Hochschulen bei ihrer exzellenten Forschung. Mit dem Programm „Exzellenz stärken" stellen wir 26 Millionen Euro für die niedersächsischen Hochschulen zur Verfügung, um sich strategisch auf die Exzellenzinitiative vorzubereiten, und die neuen Cluster bekommen noch einmal extra Geld. Aber um all diese Fakten geht es Ihnen mit diesem Antrag doch gar nicht! Wir werfen mal einen Blick in die USA und gucken uns an, wohin Wissenschaftsfeindlichkeit führen kann. Dort will Trump Datenbanken abstellen, mit deren Hilfe man Tornados und Hurrikans vorhersagen kann. Die Arbeit an der Nationalen Klimabilanz wurde gestoppt, die fast 400 Wissenschaftler, die damit befasst waren, einfach entlassen. Sämtliche zehn Forschungslabore der Ozean- und Wetterbehörde sollen geschlossen werden, und das nur, weil sie „irgendwie was mit Klima" machen. Aber nicht nur in den USA, sondern auch hier, konkret bei uns, steht die Wissenschaftsfreiheit unter Beschuss, und zwar von rechts. Ich möchte einmal wie der Kollege vor mir aus Ihrem Antrag zitieren: „Es ist somit ein Gebot der Wissenschaftshygiene, derartige Strömungen aus den deutschen Universitäten zu entfernen". In Anbetracht der Ungeheuerlichkeit dieser Aussage kann man sie, glaube ich, auch ruhig zweimal zitieren. In der Bewertung dazu kann ich wiederholen, was ich bei der Einbringung dieses Antrags gesagt habe: „Wie perfide, einfach von Wissenschaftshygiene zu sprechen und darüber zu fabulieren, wie man unliebsame Menschen mit nicht passenden Meinungen möglichst von unseren Universitäten entfernen, ja eliminieren will! Das erinnert doch sehr an ganz andere Kapitel unserer Geschichte." Und da wollen wir nie, niemals wieder hin! Vielen Dank. -
