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Immacolata Glosemeyer

SPD 25.06.2026 6:09 min Tagungsabschnitte 19/35

Neues Motto für Niedersachsen - ist das groß?

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir in Niedersachsen sind dafür bekannt, Dinge nüchtern zu betrachten. Wir sind pragmatisch und krempeln die Ärmel hoch, um anzupacken. Unser Naturell ist es, Taten für sich sprechen zu lassen. Deshalb kann ich gut verstehen, dass der Slogan der neuen Standortkampagne „Niedersachsen. Das ist groß." bei einigen zunächst einige Fragezeichen ausgelöst hat. Ist das ein Slogan, der zu uns passt? Ich sage: Ja, denn wir sind groß. Flächenmäßig sind wir das größte Bundesland, zumindest nördlich des Weißwurstäquators. Wir bieten landschaftliche Vielfalt, Küste, Berge. Wir haben eine wirtschaftliche Breite mit der Automobilindustrie, der Landwirtschaft und vielen weiteren Industrien. Wir sind an der Spitze mit unserer Wissenschaft und Forschung und haben mehrere Nobelpreisträger hervorgebracht. Deshalb sage ich: Der Slogan passt sehr gut zu uns! Die Standortkampagne ist viel mehr als ein Slogan. Sie verfolgt klare Ziele, die Außenwahrnehmung zu stärken, Investitionen zu gewinnen, Fachkräfte anzusprechen, Innovation und Forschungskooperationen zu fördern, Branchen und Cluster weiterzuentwickeln, den Tourismus zu beleben sowie die Vernetzung von Wirtschaftsförderern, Kommunen und Unternehmen zu verbessern. All das soll durch KPIs wie Ansiedlung, Investitionsvolumen, neu geschaffene Arbeitsplätze und Reichweite messbar erfolgen. Manche fragen sich wir haben es gehört: Ist es der richtige Zeitpunkt? Und: Ist die Kampagne ihr Geld wert? Auch da sage ich ganz klar: Ja. ‑ Denn das ist auch mein Geld, auch ich zahle Steuern. ‑ Hören Sie doch lieber zu! Das haben Sie ja von Beginn an schon nicht gemacht. Vielleicht sollten Sie jetzt mal Ihre Ohren aufsperren, Dann verbreiten Sie auch keine weiteren Fakenews mehr, sondern vielleicht auch mal das, was Fakt ist. Denn, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das Allensbacher Institut hat festgestellt, dass gerade mal 9 % der Bürgerinnen und Bürger in anderen Bundesländern den Eindruck haben, sie hätten ein genaues Bild von Niedersachsen. Mehr als jede vierte befragte Person ‑ Das Bild, das Sie von Niedersachsen haben, haben Sie hier ja schon dargestellt. Das war sehr klein, klein, klein. ‑ Ja, ja, okay. Aber diese Ausgangslage und das, was Sie hier vorgetragen haben, ist wirklich alarmierend. Denn wir stehen im Wettbewerb um die besten Köpfe, Ideen und Investitionen. Gleichzeitig zeigt die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft: Niedersachsen belegt im sogenannten Chancenindex beim zukünftigen Wachstum im bundesweiten Vergleich den zweiten Platz direkt hinter Bayern und noch vor Baden-Württemberg. Wir haben die besten Voraussetzungen für eine starke Energie- und Innovationsbasis, eine stabile Wirtschaft und eine ausgesprochen gute Lebensqualität. Mit anderen Worten: Die Außenwahrnehmung ist oft klein, die tatsächlichen Chancen sind aber groß. Besonders eindrucksvoll zeigt sich in dem mittlerweile sehr beliebten Video von unserem Braunschweiger Basketballstar Dennis Schröder, auf den wir sehr stolz sind, welche Möglichkeiten sich aufgrund der hervorragenden Rahmenbedingungen in Niedersachsen für jeden Einzelnen bieten. Genau diese Schere zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit adressiert die Kampagne. Sie sagt nicht: Wir sind besser als alle anderen, sondern sie sagt: Wir sind besser, wir sind größer, wir sind vielfältiger und chancenreicher, als viele glauben. Das entspricht genau der norddeutschen Art: nicht angeben, sondern sagen, wie es ist, und sich nicht kleiner machen, als man ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen, was sind eigentlich die nächsten Schritte der Landesregierung, und warum hat die Kampagne denn 10 Millionen gekostet? Im Herbst folgt eine Wirtschaftskampagne, die gezielt Investorinnen und Investoren sowie Fachkräfte anspricht, sowohl national wie international, gerade an den Grenzen zu unseren Nachbarn, zu den Niederlanden. Sie bündelt und professionalisiert das Standortmarketing. Parallel werden die Schwerpunkte gesetzt, um gezielt Branchen wie Wasserstoff, erneuerbare Energie, Agrarwirtschaft und Lebensmittelindustrie, Automobil, Zulieferer, Logistik da kann man sehen, wie breit wir aufgestellt sind, maritime Wirtschaft und auch Tourismus zu stärken. Lob kam auch von den Unternehmerverbänden, Kammern und Gewerkschaften in Niedersachsen. Der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall, vertreten durch den Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt, begrüßt den selbstbewussten Slogan und das damit verbundene Auftreten des Landes. Er sieht darin viele Ansätze, um den Wirtschafts- und Industriestandort angemessen zu repräsentieren, und betont, dass er die Kampagne mit den weiteren Maßnahmen unterstützen wird. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Niedersachsen hat einen Investitionshaushalt von über 14,5 Milliarden Euro für das kommende Jahr auf den Weg gebracht. Das Geld fließt direkt in die Schulen, Straßen und Brücken, in den Schienenverkehr, in Krankenhäuser und weitere Aufgaben der Daseinsvorsorge. Wir investieren also massiv in die Substanz unseres Landes. Dadurch wird unser Standort noch attraktiver. Die 10 Millionen Euro für eine Standortkampagne sind auch dazu gedacht, den Standort bei den Investoren bekannter zu machen und die Wirkung unserer Investitionen durch gezieltes Standortmarketing zu multiplizieren. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Niedersachsen ist ein echter Chancen-Champion, ein Land mit Raum für Wachstum, ein Zuhause für viele Menschen, die Großes leisten. Das Ehrenamt wurde gerade angesprochen. Kein Land hat so viele Ehrenamtliche wie Niedersachsen! Lassen Sie uns selbstbewusst unser großartiges Bundesland vertreten! Denn: Niedersachsen. Das ist groß.

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