Pippa Schneider
Beförderung der Exzellenz für Niedersachsens Universitäten durch Entideologisierung
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich dachte ich, dass wir hier im Plenum schon alles gesehen und gehört haben und dass da von der Fraktion rechts von mir nichts Dolleres mehr kommen kann. Aber ich wurde enttäuscht. Dieser Antrag ist ein neuer Tiefpunkt. Sie fabulieren über woken Genderwahnsinn an unseren Unis, Sie setzen Frauenförderung mit Antisemitismus gleich und stellen Forderungen auf, einzelne Wissenschaftsfelder, die Ihnen nicht in den Kram passen, von der Förderung auszunehmen. Ich möchte einmal aus Ihrem Antrag zitieren: „Es ist somit ein Gebot der Wissenschaftshygiene, derartige Strömungen aus den deutschen Universitäten zu entfernen". Wie perfide, einfach von Wissenschaftshygiene zu sprechen und darüber zu fabulieren, wie man unliebsame Menschen mit nicht passenden Meinungen möglichst von unseren Universitäten entfernen, ja eliminieren will! Das erinnert mich doch sehr an ganz andere Kapitel unserer Geschichte. Liebe KollegInnen von der AfD-Fraktion, Sie reden zwar viel über Wissenschaftsfreiheit und über die Zukunft unserer Hochschulen. Aber mit der Wissenschaft haben Sie es nicht so. Wie erklären Sie sich zum Beispiel, dass aus Ihrer Partei immer wieder der Klimawandel geleugnet wird, während die Wissenschaft immer neue Prognosen aufstellt, wie schnell welcher Kipppunkt erreicht wird? Wie erklären Sie sich, dass Sie und Mitglieder Ihrer Fraktion in diesem Haus immer wieder die Corona-Pandemie als Erfindung und als Lüge der Regierung titulierten, während WissenschaftlerInnen auf der ganzen Welt fieberhaft daran arbeiteten, Impfstoffe zu finden und somit Tausende Menschenleben zu retten? Was Sie hier praktizieren, ist einfach nur noch eines, und zwar Wissenschaftsfeindlichkeit. Liebe KollegInnen von der AfD, ich erkläre Ihnen gerne noch einmal, wie wir als Land die niedersächsischen Hochschulen auf ihrem Weg zur Exzellenz unterstützen, auch wenn ich nach der Lektüre Ihrer Kampfschrift das Gefühl habe, dass Sie das eigentlich überhaupt nicht interessiert: Mit dem Programm „ExzellenzStärken" stellen wir 26 Millionen Euro zur Verfügung, um die niedersächsischen Hochschulen strategisch auf die Exzellenzinitiative vorzubereiten. Die aktuell geförderten Cluster und die neu ausgewählten Skizzen haben noch einmal zusätzlich Mittel bekommen, um erfolgreich zu sein. Damit stärken wir den Wissenschaftsstandort Niedersachsen, und das schaffen wir ganz ohne Hass und Hetze von rechts. Vielen Dank, Frau Kollegin Schneider.
