Lara Evers
Sport stärkt - Ehrenamt wirkt. Gemeinsam für ein starkes und solidarisches Niedersachsen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Eines steht für uns außer Frage: Ohne die vielen Ehrenamtlichen in unseren Sportvereinen würde Niedersachsen nicht funktionieren. Sie trainieren Kinder und Jugendliche, organisieren Wettkämpfe, pflegen Sportanlagen, übernehmen Verantwortung im Vorstand und sorgen dafür, dass Woche für Woche Sport möglich ist. Sie investieren unzählige Stunden ihrer Freizeit nicht für sich selbst, sondern für unsere Gesellschaft. Dafür gebührt ihnen unser aufrichtiger Dank. Gerade deshalb ist es unsere Aufgabe als Politik, ihnen den Rücken freizuhalten und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Ehrenamt nicht zur Belastung wird, sondern Freude macht. Denn wir reden heute über die Zukunft unserer Sportvereine - über die Frage, unter welchen Bedingungen Ehrenamt in Niedersachsen auch künftig funktionieren kann. Genau daran muss sich der vorliegende Entschließungsantrag messen lassen. Meine Damen und Herren, das Ziel dieses Antrages teilen wir ausdrücklich. Auch wir wollen starke Sportvereine und ein starkes Ehrenamt. Doch wer den Antrag aufmerksam liest, stellt schnell fest: Der Blick zurück überwiegt. Programme, Strategien und Initiativen der Landesregierung werden ausführlich dargestellt. Was dagegen fehlt, sind konkrete Antworten auf die Herausforderungen, vor denen unsere Sportvereine stehen. Denn Vereinsvorstände interessiert nicht, wie viele Programme beschlossen wurden. Sie wollen wissen, wie ihre konkreten Probleme gelöst werden. Sie fragen: Wie erhalten und modernisieren wir unsere Sportstätten? Wie finanzieren wir notwendige Investitionen? Wie gewinnen wir neue Übungsleiter und Ehrenamtliche? Wie bauen wir Bürokratie ab? Wie kommen wir zuverlässig an Fördermittel? Das sind die Fragen, die in den Vereinsheimen und auf den Sportplätzen diskutiert werden. Viele Vereine wissen längst, wie sie investieren müssten: Das Dach muss saniert werden, die Umkleiden sind in die Jahre gekommen, der Kunstrasen muss erneuert werden oder die Sportanlagen müssen barrierefrei umgebaut werden. Doch häufig scheitern diese Vorhaben nicht am Engagement der Vereine, sondern an den finanziellen Möglichkeiten. Der Sanierungsstau wächst. Dabei sind Investitionen in Sportstätten weit mehr als Investitionen in Gebäude. Sie sind Investitionen in Gesundheit, Gemeinschaft und Lebensqualität. Sport beugt Krankheiten vor, stärkt die körperliche und physische Gesundheit und bringt Menschen aller Generationen zusammen. Gerade angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und steigender Gesundheitskosten gewinnt dieser Beitrag immer mehr an Bedeutung. Wer in Sport investiert, investiert deshalb auch in Prävention und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Damit Sport diese Wirkung entfalten kann, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen. Doch genau das wird immer schwieriger. In vielen Vereinen stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage, wer den Vorsitz übernehmen möchte, sondern ob sich überhaupt noch jemand findet. Das Ehrenamt lebt vom Engagement der Menschen - nicht von immer neuen Formularen! Wer sich ehrenamtlich engagiert, möchte Zeit für Menschen haben und nicht für Bürokratie. Gerade hier bleibt der Antrag erstaunlich vage. Bei den Förderprogrammen zeigt sich der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit besonders deutlich. Rot-Grün feiert die Mikroförderung als Erfolg. Viele Vereine haben sie dagegen als Wettlauf gegen die Zeit erlebt. Wenn ein Förderprogramm bereits nach wenigen Tagen ausgeschöpft ist ‑ oder nach wenigen Stunden, dann zeigt das vor allem eines: Der Unterstützungsbedarf ist deutlich größer als das Angebot. Unsere Vereine brauchen verlässliche Förderprogramme und echte Planungssicherheit. Verlässlichkeit ist dabei kein neuer Gedanke. Mit dem Niedersächsischen Sportfördergesetz wurde unter CDU-Innenminister Uwe Schünemann die Grundlage für eine dauerhafte und planbare Sportförderung geschaffen. Auf diesem Fundament können wir heute aufbauen. Genau diesen Anspruch brauchen wir auch künftig. Ein weiteres Beispiel ist die umsatzsteuerliche Behandlung der Sportvereine. Es ist richtig, dass das Thema auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Entscheidend ist aber, dass unsere Vereine endlich Rechtssicherheit erhalten. Nur so können sie verlässlich planen. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, welche Erwartungen wir insgesamt an unsere Sportvereine richten. Sport vermittelt Fairness, Respekt und Teamgeist. Er stärkt Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sportvereinen dürfen nicht immer neue gesellschaftspolitische Aufgaben übertragen werden. Ihr eigentlicher Auftrag ist klar: Menschen zusammenbringen, Bewegung ermöglichen, Gesundheit fördern und Gemeinschaft stärken. Diese Eigenständigkeit des Sports sollten wir bewahren. Meine Damen und Herren, Wertschätzung für das Ehrenamt zeigt sich nicht in Anträgen, sondern in guten Rahmenbedingungen. Sportpolitik muss sich an den Bedürfnissen der Vereine orientieren. Sie muss Bürokratie abbauen, Investitionen ermöglichen, Rechtssicherheit schaffen und Ehrenamtliche entlasten, damit sie sich auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: den Sport, die Gemeinschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unsere Ehrenamtlichen fragen nicht, wer sich im Landtag auf die Schulter klopft. Sie fragen, ob Ihre Politik sie unterstützt. Sie erwarten eine Politik, die Bürokratie abbaut, Investitionen ermöglicht, Rechtssicherheit schafft und den Vereinen den Rücken freihält. Dafür steht die CDU. Ich freue mich auf die Beratung im Ausschuss. Herzlichen Dank. Vielen Dank, Frau Evers. - Herr Meyn hat sich noch einmal zu Wort gemeldet. Er hat noch eine
