Michael Lühmann
Gewaltausbrüche bei Amateurfußballspielen - Lagebild präzisieren - Gewalttäter aus dem niedersächsischen Amateurfußball entfernen
Herzlichen Dank, Frau Evers. - Der nächste Redner ist von Bündnis 90/Die Grünen Herr Lühmann. Bitte schön! Sie haben das Wort. ‑ Dürfte ich bei der AfD-Fraktion um Ruhe bitten? Das Wort hat jetzt Herr Lühmann. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg*innen! Vieles ist gesagt worden. Ich möchte vielleicht noch einmal auf einen Punkt ‑ ‑ ‑ Einen kleinen Moment, Herr Lühmann! Ich finde, der Zwischenruf eben war nicht angemessen. Das Wort hat jetzt Herr Lühmann, und ich bitte Sie, das zu respektieren. Ich glaube, ich habe mich jetzt klar ausgedrückt. Vielen Dank, Frau Präsidentin. Vieles ist gesagt worden. Ich möchte noch auf einen Punkt eingehen und das noch ein bisschen weiten. Da die AfD einen Antrag hier eingebracht hat, der sehr weit hergeholt ist, werde ich auch ein bisschen weiter ausholen. Eines ‑ das ist ganz interessant ‑ konnten Sie, Herr Bothe, im Innenausschuss auch nicht beantworten, so wie Sie im Innenausschuss sowieso nie irgendwas beantworten, weil Sie die Arbeit dort komplett verweigern: warum Sie in Ihrem Antrag „Rassismus“ in Anführungszeichen setzen. Als Wissenschaftler haben wir gelernt: Wenn wir zitieren ‑ und das machen wir mit Anführungszeichen ‑, dann setzen wir eine Fußnote. Das haben Sie nicht gemacht. Sie schreiben einfach nur „Rassismus“ in Anführungszeichen. Das kenne ich als Forscher, ehrlich gesagt, nur aus rechtsextremen Publikationen. Da Sie uns nun ja mit Berlin und einer Studie aus 2014 behelligen, in der es um Schiedsrichter geht, behellige ich Sie auch einmal mit etwas Abseitigem, nämlich auch einer Frage von Gewalt im Sport: Ich möchte daran erinnern, was im Umfeld von Fußballvereinen passiert. Ich möchte daran erinnern, dass sich Pegida in Dresden ‑ ein Vernetzungs- und Radikalisierungsort rechten Terrors, so das Landgericht Dresden ‑ auch und gerade aus gewaltbereiten rechtsextremen Dresdner Fußballfans rekrutierte. Oder dass der Ableger Legida aus rechtsextremen Fans vom FC Lokomotive Leipzig bestand, die bewaffnet Connewitz überfielen. Oder dass Teilnehmende ‑ jetzt hören Sie kurz zu! ‑ des AfD-Aufmarsches in Chemnitz, auf dem sich der spätere Lübcke-Mörder zum tödlichen Attentat entschloss, dem Umfeld des Chemnitzer FC entstammten - auch rechtsextreme Fans. Sie erinnern sich: Das war der Aufmarsch, nach dem es Hetzjagden gab, an denen Ihr Parteivorsitzender Björn Höcke - ‑ Quasi-Parteivorsitzender Björn-Höcke, Entschuldigung! ‑ teilgenommen hat, mit dem Herr Bothe auch gerne aufmarschieren geht, der gleiche Björn Höcke ‑ ‑ ‑ Einen ganz kleinen Moment, Herr Lühmann! - Herr Schledde, wir haben‑ ‑ ‑ - Ich bitte jetzt um Ruhe! Herr Lühmann hat das Wort. Den Zwischenruf, Herr Schledde, haben wir gehört. Ich erteile Ihnen hiermit einen Ordnungsruf. Ich bitte jetzt alle Kolleginnen und Kollegen um Ruhe und darum, dem Redner zuzuhören. Aber ich bitte auch den Redner, die Wortwahl zu überdenken. Sie haben das Wort, Herr Lühmann, und ich bitte um Ruhe! Sie können ja gern widerlegen, dass Herr Höcke in Chemnitz dabei war oder nicht dabei war, dass es dort Hetzjagden gab oder nicht. Wir haben alle die Hetzjagden gesehen. Wir haben auch Herrn Höcke gesehen. Wir haben auch gesehen, dass Herr Bothe mit Herrn Höcke aufmarschiert. Und Herr Höcke ist der Mann, der öffentlich ständig von „globalistischen Eliten“ spricht. Das ist ein Code des Antisemitismus! Das ist die kalte, tödliche Sprache des Antisemitismus! Das habe ich Ihnen schon einmal gesagt. Herr Marzischewski, Sie sind der, der sich von Herrn Höcke nicht zu distanzieren imstande sieht - von einem Antisemiten wie Björn Höcke! Und Sie erklären uns hier bitte nicht, wie was zu funktionieren hat! Deswegen fand ich auch das, was heute Morgen hier passiert ist, einigermaßen schäbig. Das wollte ich Ihnen einmal als kleinen Diskurs mitgeben. Da Sie uns ja auch mit Berlin 2014 behelligen, habe ich Sie mit der traurigen Realität rechtsextremer Fußballfans und Gewalt im Umfeld Ihrer Partei behelligt. Das müssen Sie schon mal hinnehmen. Herzlichen Dank. Herzlichen Dank, Herr Lühmann. - Als nächste Rednerin kommt die Ministerin für Inneres und Sport, Frau Behrens. ‑ Bevor ich Frau Behrens das Wort erteile, bitte ich wieder um Ruhe. Bitte schön, Frau Behrens! Sie haben das Wort. Vielen Dank. Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! In diesem Antrag wird der Eindruck erweckt, dass wir im niedersächsischen Amateurfußball ein großes Gewaltproblem hätten,
