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Eva Viehoff

GRÜNE 27.05.2026 3:11 min Tagungsabschnitte 19/34

Kulturelle Bildung und Teilhabe fördern - jungen Menschen kostenfreien Zugang zu den staatlichen Museen gewähren!

Frau Kollegin Viehoff. Bitteschön! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich vorausschicken, wie kulturaffin oder bildungsaffin die CDU in unserem Land ist: Erst den Kulturpass abschaffen und jetzt kostenlosen Eintritt in Museen fordern - das ist genau mein Humor. Aber grundsätzlich ist es ja ein nachvollziehbares Vorhaben, Kindern und Jugendlichen ungehindert Zugang zu Kunst, Geschichte und Wissenschaft zu geben. Nur muss man bei genauerer Betrachtung feststellen, dass es zwar wünschenswert wäre, kostenlosen Eintritt zu gewähren, aber die Realität nämlich die Frage, an welchen Museumsangeboten Kinder und Jugendliche wirklich Spaß haben tatsächlich viel komplexer ist. Der Eintrittspreis ist nicht die entscheidende Barriere, wegen der Familien, Kinder und Jugendliche eher seltener in Museen gehen. Es besteht eben nicht der monokausale Zusammenhang, dass der Eintritt von 1 Euro oder 4 Euro Menschen vor der Tür stehen lässt, die sagen: Da gehen wir nicht rein. Denn ich glaube, für den hannoverschen Zoo zahlen Familien deutlich mehr. Sicherlich kann es sich summieren, wenn es mehrere Kinder sind. Aber tatsächlich ist die Frage, welches Angebot die Häuser machen, viel wichtiger, um Interesse an Museumsbesuchen zu wecken. Und das gilt unabhängig vom Alter. Das hat die Anhörung gezeigt: Das Landesmuseum in Oldenburg hatte eine Phase kostenlosen Eintritts, und die Anzahl der jungen Besucherinnen und Besucher ist nicht in die Höhe gestiegen. Wie hier schon häufig erwähnt wurde, würde das auch zu einem Ausgabenausfall führen, den das Land ersetzen müsste. Und ja, schon 200 000 Euro können für eine andere kulturelle Einrichtung die Frage aufwerfen: Bleiben wir, oder müssen wir aufgeben? Daran zeigt sich die aktuelle Lage in unserer Kulturpolitik. Wir müssen erst mal die Aufgaben der letzten 15 Jahre aufarbeiten, bevor wir uns mit neuen Aufgaben beschäftigen. Der Kollege Prange hat das sehr deutlich gemacht. Als gutes Beispiel kann ich das Landesmuseum in Hannover nennen: Es hat freitags einen kostenfreien Nachmittag, an dem das Museum überrannt wird. Vielleicht wäre es auch für unsere anderen Landesmuseen eine erste Idee, das zu prüfen. Das Geld ist für 2026 nicht in den Haushalt eingestellt, also kann das eigentlich auch nicht umgesetzt werden. Und in der wirklich schwierigen Diskussion um die Aufstellung des Doppelhaushaltes nach der Steuerschätzung kann man einer solchen Maßnahme nicht vorgreifen. Wir müssen erst einmal schauen, was wir überhaupt noch finanzieren können, und deshalb ist es nicht verantwortbar, zu diesem Zeitpunkt einem solchen Antrag zuzustimmen. Deshalb werden auch wir den Antrag ablehnen. Vielen Dank, Frau Kollegin Viehoff. -

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