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Annette Schütze

SPD 18.04.2024 4:54 min Tagungsabschnitte 19/15

Wie soll künftig die flächendeckende medizinische Versorgung in Niedersachsen gewährleistet werden?

SPD die Kollegin Schütze. Bitteschön. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vorweg Zur Sicherung unserer Gesundheitsversorgung brauchen wir eine ausreichende Anzahl von medizinischen Fachkräften, die aber zu definieren ist. Zu diesem Schluss kam schon bereits 2021 die Enquete Kommission Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in Niedersachsen in ihrem Abschlussbericht. Sie ist häufig schon heute erwähnt worden. Zu den medizinischen Fachkräften gehören natürlich auch Ärzte. Deshalb haben wir an allen drei Medizinstandorten in Niedersachsen bereits in der letzten Legislatur die Zahl der Medizinstudienplätze erhöht. An der Universität Göttingen 60 Plätze in Hannover 50 und in Oldenburg 40 weitere Studienplätze. Bei Kosten von 220.000 € pro Medizinstudienplatz ist das schon mal etwas, aber heute natürlich nicht spürbar. Aufgrund der langen Studienzeit. Sehr geehrte Damen und Herren! Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es im internationalen Vergleich in Deutschland sogar überdurchschnittlich viele Ärztinnen und Ärzte. Von den 1960 er Jahren bis heute ist ihre Zahl kontinuierlich gestiegen. Dennoch wird immer wieder ein Mangel vor allem an Hausärzten und vornehmlich im ländlichen Raum beklagt. Wie passt das zusammen? Fakt ist, dass die Verteilung und die daraus resultierende Ärztedichte regional sehr unterschiedlich ist. Hauptsächlich im ländlichen Raum fehlen derzeit Hausärzte, das ist unbestritten. Um diesen regionalen Mangel zu begegnen, wurde daher auch zum Wintersemester 23/24 erstmals die Landarztquote umgesetzt, die von den Universitätsstandorten als wirkungsvolles Instrument zur Stützung der zukünftigen ambulanten medizinischen Versorgung angesehen wird. Bei der Kürzung der bisherigen Laufzeit der Landarztquote ist eine Beurteilung der Wirksamkeit dieser Maßnahme übrigens noch nicht abschließend möglich. Fest steht aber, dass die Nachfrage um das Fünffache der vorhandenen Plätze überstieg. Und nicht besetzte Plätze waren vor allem auf Doppelbewerbungen zurückzuführen. Bevor man also eine Erhöhung der Quote nachdenkt, sollte zunächst das Verfahren evaluiert und weiter optimiert werden. Zu der objektiven Mangellage auf dem Land kommt aber auch eine subjektives Gefühl des Mangels. Faktoren wie die Tatsache, dass die Länge der Anfahrtswege und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bei der Erfassung der Bedarfe von der Kassenärztlichen Vereinigung bei den Arzt sitzen nicht berücksichtigt wird, führen zu einem subjektiven Gefühl der Unterversorgung, die aber objektiv nach Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung nicht immer vorhanden ist. Das war Ergebnis der Anhörung, die am Montag hatten. Neben der regionalen Verteilung von Hausärzten, sehr geehrte Damen und Herren, ist aber auch eine Ungleichgewicht bei der Verteilung der Fachgebiete im Studium zu beobachten. Insbesondere die Allgemeinmedizin, die auf hausärztliche Tätigkeit vorbereitet ist. Bei der Anzahl von Professoren, in der in den Universitäten unterrepräsentiert, ist es bei der Allgemeinmedizin nur je eine Professur pro Standort, sind es in anderen medizinischen Fachgebieten zum Teil deutlich mehr. Dieses führt bei den studierenden Studierenden zu einer geringeren Wahrnehmung. Dann auch Wahl dieses Studienfaches. Den Fachbereich der Allgemeinmedizin innerhalb des Medizinstudiums zu stärken, ist für mich daher auch einer der zu diskutierenden Punkte in dem Antrag, den wir im Ausschuss beraten. Sehr geehrte Damen und Herren, bei der Beurteilung der Bedarfe müssen aber auch die veränderten Rahmenbedingungen mit einbezogen werden. Aspekte wie die Chancen der Digitalisierung und Durchbrüche in der KI gestützten Diagnostik haben das Potenzial, die Bedarfe nach Fachpersonal und damit auch Ärzten nachhaltig zu verändern. Dies müssen wir auch heute schon bei der Planung der Anzahl der Medizinstudienplätze berücksichtigen. Meine Damen und Herren, eine schnelle Verbesserung der Versorgungslage allein durch die Erhöhung der Medizinstudienplätze ist eine Illusion. Durch die langen Studienzeiten ist ein größerer Effekt frühestens in zehn Jahren zu erwarten. Durch den absehbaren notwendigen Neubau von Universitätsgebäuden würde sich diese Zeitspanne sogar noch weiter erhöhen. Sehr geehrte Damen und Herren, dass wir die Anzahl der Studienplätze bedarfsgerecht ausbauen müssen, darüber sind wir uns alle einig. Für die weiteren Beratungen zur Medizinerausbildung liegen uns nun konkrete Pläne für den Aufwuchs aus dem Wissenschaftsministerium vor. Jetzt ist es Aufgabe der Politik, diese zu bewerten und alle Aspekte der medizinischen Versorgung in die Beratungen einfließen zu lassen. Vielen Dank! Vielen Dank!

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