Dr. Heiko Geue
Vielen Dank, Frau Präsidentin! Herr Abgeordneter, es war ja schon ein Fragenkomplex, also es waren zwar verschiedene, aber die ja alle einen Themenbereich betreffen. Und da teilen wir die Freude darüber, dass diese positive Entwicklung hier im Lande, dass wir solche Investitionen wieder zu unseren Werften bekommen, dass das stattfindet. Und tatsächlich – Sie haben ja gefragt, wann ist was wie passiert –, am 10. Juni wurde ein Vertrag über die Produktion einer Offshore-Konverterplattform der 2-Gigawatt-Klasse, das nennt sich dann North Sea Connector 2, der ist da unterschrieben worden, und zwar den Zuschlag hat ein deutsch-belgisch-französisches Konsortium erhalten, bestehend aus Siemens Energy, also dem deutschen Energiekonzern, dem Gemeinschaftsunternehmen Neptun Smulders Offshore Renewables, dessen Gesellschafter wiederum die Neptunwerft, die MEYER-Gruppe, also auch wieder deutsche Gruppe, und das belgische Stahlbauunternehmen Smulders ist, das zur französischen Eiffage-Gruppe gehört. Na ja, also es ist halt, wie das häufig so ist in unseren modernen Zeiten, es ist eine Unternehmensgruppe, es sind verschiedene, weil natürlich auch verschiedene Arbeiten stattzufinden haben. Wir freuen uns sehr, dass wir wieder Konverterplattformen in Mecklenburg-Vorpommern haben. Das ist ja abgerissen. 2018 ist zuletzt eine 900-Megawatt-Klasse gebaut worden, also fast nur halb so groß wie das, was jetzt geplant ist. Und danach hat sich die Produktion ins Ausland verlagert – Spanien, Singapur, Indonesien, Vereinigte Arabische Emirate, der Klassiker, was wir alle erlebt haben in den letzten Jahren. Ich finde das super spannend, dass wir jetzt hier wieder eine Entwicklung haben, dass sie zurückkommen, dass sie sehen, deutsche Ingenieurskunst, Wissen in unseren Werften, wir sind eine Schiffbauregion, dass das gut ist, zu uns zurückzukommen, dass offensichtlich auch über Effizienzsteigerungen auch die Wirtschaftlichkeit wiederhergestellt worden ist. Immerhin, es ist gar nicht so ohne, es sind 20.000 Tonnen schwere Plattformen. Dafür muss dann auch die Kaianlage, da investiert werden. Also das ist schon etwas, was uns auch herausfordert, aber was uns auch zugetraut wird. In Planung ist ein zweiter, etwa gleich großer Plattformauftrag von 50Hertz, also auch die deutschen Netzunternehmen. Das ist dann der sogenannte North Sea Connector 1. Die Unterzeichnung des Vertrags soll noch im August passieren. Ursprünglich sollte der Auftrag an die spanische Dragados-Werftengruppe gehen, aber die hat es wegen Kapazitäts- und Fertigungsproblemen abgeben müssen. Da sind wir Nutznießer, machen wir gerne. Das Auftragsvolumen jeder Plattform, das sind also nicht irgendwie kleine Plattformen, über die wir hier reden – man denkt das vielleicht, weil man das so im Kopf hat –, sondern das sind 2,6 Milliarden Euro Baukosten für eine Plattform. Auch hier geht es wieder darum, Offshore-Energie durch Umwandlung ins Land reinzubekommen. Also auch wieder an dem Thema „Abhängigkeit reduzieren“, daran zu arbeiten, dafür sind die Plattformen wichtig.
