landtag-mv.de ↗

Petra Federau

AfD 08.05.2026 Sitzungen 8/132

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Unterstützung, Verlässlichkeit, Übergänge gestalten – das sind Worte, mit denen man heute sehr leicht Politik verkauft. Und natürlich bestreitet niemand, dass junge Menschen aus der Jugendhilfe oft schwierigere Startbedingungen haben als vielleicht andere. Viele müssen früher Verantwortung übernehmen und haben kein stabiles familiäres Umfeld. Aber entscheidend ist doch die Frage: Welche Antwort gibt die Politik darauf? Ihre Antwort von den GRÜNEN lautet wie so oft: mehr Staat, mehr Betreuung, mehr Begleitung, mehr Strukturen, mehr Finanzierung für die zahlreichen Wohlfahrtsverbände und vor allem noch mehr Verbleib im Sozialsystem. Und dabei tun Sie so, als gäbe es bisher kaum Unterstützung. Das stimmt aber absolut nicht. Wir haben bereits heute Hilfen nach Paragraf 41 SGB VIII, Nachbetreuung, Beratungsangebote, Wohngeld, (Thomas Krüger, SPD: Die Frage ist ja, reicht das, reicht denn das Angebot.) Ausbildungsförderung und soziale Sicherungssysteme, wie Hilfe im Alltag und der Verselbstständigung. (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) Deutschland verfügt längst über eines der größten und teuersten Wohlfahrtssysteme der Welt. Man gewinnt schon lange den Eindruck, dass es längst nicht mehr nur um Hilfe geht, sondern um den weiteren Ausbau eines immer stärker aufgeblähten Wohlfahrtssystems. Besonders widersprüchlich wird es dann, dass wir auf der einen Seite jungen Menschen mit 16 das Wahlrecht geben – einige hier wollen es sogar schon ab 14 –, also maximale politische Verantwortung, aber auf der anderen Seite erklären Sie, dass dieselben jungen Menschen bei Ihnen sogar jetzt bis 25 staatliche Begleitung brauchen, um ihr eigenes Leben zu bewältigen. Sehr geehrte Damen und Herren, zum Erwachsenwerden gehört Verantwortung, und dazu gehört es auch, Fehler zu begehen, ja, auch harte Fehler. Man fällt hin, man steht wieder auf, und genau daraus entstehen Erfahrung und Stärke. Selbstständigkeit lernt man nicht durch dauerhaftes Pampern bis 25. (Thomas Krüger, SPD: Aber auch nicht dadurch, dass man 18-Jährige alleinlässt!) Selbstständigkeit entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen müssen, zum Beispiel auch einen eigenen Haushalt zu führen. Was Sie aber wollen, ist kein Auffangen mehr, sondern Festhalten. Warum reicht es nicht bis zur Volljährigkeit bis 18, warum nicht bis 21, was ja jetzt bereits schon möglich ist? Warum nun sogar bis 25? Und jetzt mal allen Ernstes, bis 25 Jahre?! Mit 25 Jahren war ich bereits zweifache Mutter und gerade dabei, mein erstes Einfamilienhaus zu bauen. Es ist genau Ihre Politik, die dafür sorgt, dass ein Teil der Jugendlichen kaum mehr in der Lage ist, altersgerecht für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, weil sie es nämlich nicht mehr brauchen. Sehr geehrte Damen und Herren, wir sagen klar, gezielte Hilfe dort, wo es notwendig ist, ja, in jedem Falle, aber keine immer weiter ausgedehnte staatliche Rundumbetreuung bis weit ins Erwachsenenalter hinein. (Beifall Paul-Joachim Timm, AfD) Unser Ziel muss es sein, junge Menschen stark zu machen, nicht, sie möglichst lange im Sozialsystem zu halten. Wir setzen auf Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Zutrauen in die Fähigkeiten junger Menschen. Sie hingegen setzen auf mehr Betreuung, mehr Bürokratie und mehr Abhängigkeit vom Staat. (Thomas Krüger, SPD: Oh, mein Gott!) Und das ist der große Unterschied. Deshalb lehnen wir Ihren Antrag selbstverständlich ab. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Alle Reden von Petra Federau Protokoll ↗