Horst Förster
Vielen Dank! Also, Frau von Allwörden, Ihr Vorwurf, ich hätte unsensibel agiert, muss ich wirklich sagen, hat mich tief getroffen. Ich glaube, ich habe klargemacht – ich will nicht damit ständig hausieren gehen –, dass ich da beruflich ständig beschäftigt war sechs Jahre. Aber das hat mich schon geprägt. Und Sie können mir glauben, vor allem Missbrauch, die Missbrauchsfälle an Kindern sind entsetzlich. Und ich hatte manchmal wirklich Mühe, nicht eine Unterbrechung fordern zu müssen. Einmal hat mich, als ich noch recht unerfahren war, ein befreundeter Anwalt auch gerettet, indem er dann irgendwelche sachlichen Fragen gestellt hat. Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen, die wirklich unvorstellbar sind. Und ich habe empfunden, empfinden müssen, was es bedeutet für junge Mädchen, für Frauen, gedemütigt, missbraucht zu werden. Das muss mir keiner erzählen! Die sexuelle – und ich habe drei Töchter, ganz nebenbei –, die sexuelle Selbstbestimmung ist für mich auch ein absolut, ein völlig hohes Gut und gehört zu unserer Menschenwürde. Und deshalb ist die Reform 2016 gut gewesen, weil nämlich, nur damit war das Einvernehmen festgeschrieben im Strafrecht. Ob Sie sagen, entgegen dem Willen oder mit Zustimmung, entgegen dem Willen heißt zustimmungs..., es ist im Grunde, das Einvernehmen ist jetzt das Prinzip, da kommen wir nicht drüber weg. Nur, das Wesentliche wurde ja bisher völlig außer Acht gelassen. Ich habe ja versucht, das hier wie in einer Arbeitsgemeinschaft zu vermitteln, das Problem der Beweislast im Strafrecht. Im Strafrecht müsste auch das „nicht Ja“ bewiesen werden. Ich habe versucht, das zu erklären. Und da springen irgendwelche Leute hoch und finden das alles ganz komisch. Und da liegt die Problematik drin und die wird sich nicht ändern. Da können Sie nur vertrauen auf ein Gericht, das ein bisschen Erfahrung hat. Und es sind ja in der Regel nur zwei, aber glauben Sie mir, in der Regel kriegt man raus, wer hier schuldig ist und wer nicht. Und deshalb, glauben Sie mir, habe ich mich wirklich auch persönlich verletzt gefühlt, dass Sie das einfach so da hinhauen. Was soll ich denn da machen bei diesem Thema, anders als versuchen, die Rechtslage vernünftig, sachlich zu bewerten und verständlich zu machen? (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Jens-Holger Schneider, AfD: Genau!)
