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Horst Förster

AfD 07.05.2026 Sitzungen 8/131

Meine sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Landsleute! Vielleicht war ich zu naiv, zu glauben, dass hier eine, wie soll ich sagen, emotional nachvollziehbare, ehrliche Debatte stattfinden würde. (Zuruf von Christian Winter, SPD) Ich hätte nicht gedacht, dass Sie mit dieser Schärfe und diesen Unterstellungen mir, meiner Fraktion diese Boshaftigkeit unterstellen, (Thomas Krüger, SPD: Ach nee, das gibts aber jetzt nicht! – Unruhe bei Hannes Damm, fraktionslos) wie Sie das gemacht haben, wir würden hier das Leid der Opfer instrumentalisieren. (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) Ich fange mit der Rede von Herrn Miraß an, die sich dankbar abhebt. Und ja, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt konnte man genau merken, was Sie damals gesagt haben, auch von der Jahreszahl her, haben Sie mit dieser Rede die Notwendigkeit der Erinnerung bestätigt. (Enrico Schult, AfD: Genauso ist es. So ist es, Herr Miraß!) Denn kaum einer – ich wusste das bislang auch lange nicht – hat oder keiner, ich möchte sagen, fast keiner in Deutschland weiß, wer Wilhelm Gustloff ist, dieses Schiff, und erst recht nicht, wer der Benannte ist, vom Namen her, wer das war oder ist. Das spielt eigentlich auch gar keine Rolle. Und keiner würde … Und die meisten, wenn Sie in Deutschland fragen, große Schiffskatastrophe, kommen mit der „Titanic“. Ihre Rede hat bestätigt, so, wie Sie die, denke ich, würdevoll gehalten haben, dass die Erinnerung notwendig ist. Denn das, was Sie erzählt haben, kennt keiner in Deutschland, das wird auch keinem Schüler beigebracht. (Zuruf aus dem Plenum: Natürlich!) Und was Sie machen in der Sache, ist eine unglaubliche Hierarchie der Opfer. Ich habe bewusst dabei, und Sie haben es ja an der Stelle auch nicht getan – Ihre Rede geht ja auch von diesem Geschehen aus und fängt nicht an, was alles davor war, meinetwegen von Versailles bis zum Krieg und überhaupt. Da sagen Sie auch kein Wort zu, und niemand kann Ihnen das vorwerfen. Das wäre ja absurd. Das hätte in Polen, bei der polnischen Minderheit und auch bei den dort polnischen Bürgern sicher keiner verstanden, wenn Sie da in den Mittelpunkt gestellt hätten den Kriegsbeginn durch Deutschland und so weiter, also die Kriegsschuldfrage in den Mittelpunkt gestellt hätten. Was sind wir für ein Land, wenn man der eigenen Opfer nicht gedenken darf, ohne sozusagen krampfhaft sofort das Ganze, Geschichte, die ganze deutsche Schuld wieder zu benennen?! (Hannes Damm, fraktionslos: Haben Sie der Frau Hoffmeister eben zugehört?!) Wissen Sie, Sie machen die Erinnerungskultur so, wie Sie sie haben wollen, (Hannes Damm, fraktionslos: Haben Sie der Frau Hoffmeister eben zugehört?! – Zuruf von Thomas Krüger, SPD) die vor allem das schreckliche, vom NS-System verursachte Leid in den Mittelpunkt stellt, machen Sie kaputt, (Zuruf von Hannes Damm, fraktionslos) indem Sie jeden Tag deutlich machen, dass das isoliert gesehen werden darf. Das ist die, die sozusagen, die Identität für ihr Ja zu diesem Staat und seiner Demokratie, bis zum Staatspräsidenten, der sieht das ja auch so. Alles andere wird weginstrumentalisiert oder von den Opfern her weghierarchiert, wie in Dresden. In Dresden ist ja die bescheidene Inschrift, die erinnert an die Bombenopfer, wegradiert worden, weil, und das sind die Brüllenden von links, die dann brüllen dort, es gibt keine Opfer, „Bomber Harris do it again“, auf der Linie sind Sie. (Heiterkeit bei Beatrix Hegenkötter, SPD: So ein Unsinn!) Die Ministerin fing ja an, und ja, hat uns die Dispensierung vorgeworfen, weil wir das NS-System nicht dabei erwähnt hätten. Nein, ich habe es bewusst nicht getan, weil es allein um das Leid dieser Opfer geht. Und übrigens, wenn Sie schon Geschichte betreiben, und Kriegsbeginn – das habe ich schon mehrfach hier gesagt, das haben Sie auch zuckend entgegengenommen, weil Sie nichts dagegen sagen können –, der Krieg wurde von Deutschland und der Sowjetunion gemeinsam begonnen, nach dem Hitler-Stalin-Pakt vom 23. und 22. August 39, beschlossen in Moskau. Und die kamen zwei Wochen später, kamen sie denn, nachdem die Deutschen einmarschiert waren, von der Ostseite mit 600.000 oder 800.000 Mann und haben dann gemeinsame Siegesparaden gemacht und die Hakenkreuzflagge mit der Roten Fahne getauscht. Das muss man immer wieder sagen, damit Sie das auch … (Zuruf von Elke-Annette Schmidt, Die Linke) Sie drängen doch auf Vollständigkeit. Das instrumentalisieren, instrumentalisieren Sie weg, weil es nicht in Ihre Parteigeschichte passt und nicht in Ihr Denken von heute passt. Sie leben mit der ausschließlich deutschen Schuld, und die muss immer im Mittelpunkt stehen. Nein, ich sage, das ist so unvorstellbar, so schrecklich wie andere Dinge auch. Die muss man, daran muss man erinnern dürfen, und gerade jetzt, wo im Grunde in unseren Nachrichten – auch von der, von unserer Regierung her – uns jeden Tag nähergebracht wird, dass wir uns auf einen Krieg einstellen sollen/müssen, weil es diesen bösen Gegner gibt. Aber ich habe noch nicht gehört, dass man parallel, und sei es mit Geheimverhandlungen, alles tut, um eine Nachrüstung zu verhindern, einen neuen Krieg von vornherein auszuschließen. Wir leben in einer Zeit, wo uns ein Krieg möglich gemacht wird. Und umso notwendiger ist es, das wirklich empfundene unendliche Leid, auch unserer Ahnen und Vorfahren, auch in den, in einen Mittelpunkt von Erinnerung, von Kultur, ja, und von … Es ist Teil unserer Schicksalsgemeinschaft, wir können uns nicht davon abheben. Und das verschweigen zu wollen oder verschweigen zu müssen, weil man sonst verdächtigt wird, irgendwas NS-mäßig zu relativieren, ist absurd. Frau Hoffmeister, wie können Sie auf die Idee kommen, dass der Name des Schiffes stört?! Sollen wir das denn umtaufen? Sie dürften nach dieser Logik nicht mit dem VW fahren. VW-Volkswagen ist eine Erfindung des NS-Systems und hoch propagandistisch, hoch propagandistisch! (Unruhe bei Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Taufen Sie ihn um, schämen Sie sich, mit so einem Auto zu fahren, das dieses typische, diesen typischen NS-Namen trägt, (Zuruf von Harry Glawe, CDU) so absurd ist Ihre Argumentation. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Ich glaube, ich ende hier, weil ich glaube, (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) ich glaube nicht so recht daran, dass Sie das alles wirklich mittragen, wie Sie alle hier sitzen. Ich sage noch mal, es ist unsere Pflicht, allen Opfern zu gedenken. Und ich danke Herrn Miraß dafür, da er an dieser Stelle sich in seiner Rede – er will es vielleicht nicht hören – deutlich abgehoben hat (Enrico Schult, AfD: Jawoll!) und hat zu Zweidrittel an das erinnert, das uns vorgetragen, was er in, (Martin Schmidt, AfD: Für ein Schlusswort bisschen schräg, aber …) in, in Leba, glaube ich, vorgetragen hat. Und wir wollen nur das, nur das, was Sie dort gesagt haben, (Enrico Schult, AfD: Richtig so, das wollen wir in Deutschland!) das möchten wir nach Deutschland als Normalität (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) der Erinnerungskultur übertragen, nur das, was Herr Miraß gesagt hat. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Enrico Schult, AfD: Der Einzige, der hier vernünftig gesprochen hat!)

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