David Wulff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich habe die Petition, das Volksbegehren unterschrieben, lag bei uns in der Kita aus. (Christian Brade, SPD: Da hast du nicht drüber nachgedacht, ne? Einfach unterschrieben!) Und glauben Sie mir, die Erzieherinnen und Erzieher haben da schon sehr viel Wert drauf gelegt, dass auch alle Eltern, die vorbeikommen, entsprechend unterschreiben. Und da schwang nicht nur mit, bitte unterschreiben Sie doch, das ist richtig, sondern da schwang durchaus eine Angst mit, eine Angst um eigene Arbeitsplätze, eine Angst, die Qualität in der Kita, die ich bei uns über alle Maßen schätze, nicht mehr aufrechterhalten zu können. Das war beim Betreten der Kita sofort spürbar, und deswegen habe ich unterschrieben. Und ich habe auch unterschrieben, weil ich hier eine historische Chance sehe, eine historische Chance, das Personal an ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern, die wir jetzt haben, halten zu können und die Qualität in den Kindertagesstätten zu verbessern. Und ich erinnere mich auch an Zeiten, über Qualität in der Kinderbetreuung wurde hier schon immer gestritten, und das Argument bisher war doch immer, wir haben doch gar nicht das Personal, das kriegen wir doch gar nicht hin. (Zuruf von Christian Brade, SPD) Und jetzt ist das Personal da und heute reden wir darüber, oh, das können wir ja gar nicht bezahlen. Machen wir das doch mal ganz praktisch! Viele hier haben doch auch Kinder, viele hier hatten Kinder in der Kita. Bei dem einen ist das vielleicht schon ein bisschen länger her als bei dem anderen. (Rainer Albrecht, SPD: Es gibt Enkel.) Aber dieses Gefühl, das Kind aus der Krippe abzuholen, mit einer vollgeschissenen Windel, wundgescheuert, (Nadine Julitz, SPD: Oh!) was an Kindeswohlgefährdung grenzt, (Beatrix Hegenkötter, SPD: Oh nee!) das kann passieren. (Torsten Koplin, Die Linke: Wo nehmen Sie das denn wahr? Wo nehmen Sie das denn wahr? – Jeannine Rösler, Die Linke: Wo ist denn das passiert? – Glocke der Präsidentin – Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Das ist keine Beleidigung, (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Torsten Koplin, Die Linke: Sie schüren jetzt die Ängste.) meine Damen und Herren, das kann passieren. Und das hat nichts mit Angst zu tun an der Stelle. (Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD – Zurufe vonseiten der Fraktion der SPD: Oh! – Torsten Koplin, Die Linke: Sie schüren Ängste.)
