Katy Hoffmeister
Frau Landtagspräsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen im Landtag! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gruppe der FDP spricht zweifelsohne ein wesentliches und wichtiges Thema im Zusammenhang mit der Geburtshilfe an. Vielen Dank dafür, Frau Becker-Hornickel! Sie blicken aus einem etwas anderen Winkel aus meiner Sicht auf die geburtshilfliche Versorgung im Land. Circa 20 Prozent der Frauen erleben die Geburt als traumatisch. Davon haben rund die Hälfte der Frauen posttraumatische Belastungsstörungen in der Folge. Und inzwischen ist das Thema in den Fokus gerückt worden, nicht zuletzt auch, weil häufiger und öfter auch darüber berichtet worden ist. Dennoch ist es so, dass nicht jede traumatische Erfahrung gemeldet wird, aus unterschiedlichen Gründen. Und oftmals können die gemachten Erfahrungen auch viel später erst im Leben reflektiert werden. Meine sehr verehrten Damen und Herren, insofern möchte ich das Problem, wenn ich gleich einen anderen Fokus setze, nicht kleinmachen in meinen folgenden Ausführungen oder gar kleinreden, aber ein Kernproblem unserer geburtshilflichen Versorgung im Land ist der Erhalt der geburtshilflichen Vielfalt und der Erhalt der Krankenversorgung im Zusammenhang mit der Geburtshilfe aus meiner Sicht. Und deshalb glaube ich, dass das Thema besonders gut aufgehoben wäre, wenn man das miteinander verknüpfen würde und die Schwerpunktsetzung durchaus etwas anders akzentuieren würde. Wir sehen nämlich, dass die Geburtszahlen in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern dramatisch gesunken sind, für das vergangene Jahr etwa um noch mal acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und es ist auch nicht zu erwarten, dass in den kommenden Jahren eine Steigerung erfolgen wird, sondern eher ein Rückgang zu erwarten ist. Und bereits in der näheren Vergangenheit mussten Geburtsstationen geschlossen werden. Wir haben heute schon mal über Crivitz gesprochen. Da war ja ursprünglich das Versprechen der Landesregierung da, dass dort weiter ein Erhalt der Geburtsklinik erhalten oder akzentuiert werden sollte. (Christine Klingohr, SPD: Schön, dass wir das noch mal thematisieren heute.) Aber wir wissen ja, wie sich der Standort Crivitz inzwischen entwickelt hat. Über dieses Versprechen reden wir lange nicht mehr. (Torsten Renz, CDU: Nee, das stimmt.) Und bereits heute erleben wir, dass weitere Geburtsstationen trotz Sicherstellungszuschlägen und weiterer Unterstützung defizitär sind. Und für uns als CDU ist es als Erstes ein zentrales Anliegen: Wie schaffen wir es, die Geburten und die Geburtsmöglichkeiten möglichst flächendeckend zukünftig auch noch durchführen zu können? Und da liefert das Zielbild der Landesregierung durchaus Lösungsansätze und auch Antworten, aber alleine das wird nicht reichen. Mehr als das Zielbild braucht es Maßnahmen, die im Landesprogramm auch vor allem natürlich finanziell untersetzt werden. Bayern hat auch dieses Problem erkannt und hat ein „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ vorgelegt und hat natürlich dort auch Unterstützung und Finanzierungsausgleiche gerade für kleinere Geburtsstandorte auferlegt. Und ich glaube, darüber sollten wir uns noch mal sehr deutlich bewusst werden und auch noch mal einen gesonderten Akzent setzen. Mit der bald vorliegenden neuen Krankenhausplanung werden uns die Bedarfe und Leitlinien dann auch vorliegen. Dann müssen Bundes- und Landesmittel aus dem Transformationsfonds und unterstützend das zuvor vorgeschlagene Landesprogramm eingesetzt werden, um die Geburtshilfe insgesamt zukunftsfest überhaupt aufstellen zu können. Und deshalb, meine sehr verehrten Damen und Herren, würde ich mir wünschen, dass wir vielleicht eine Überweisung dieses Antrages in den Ausschuss präferieren, denn bei dem Antrag selbst werden wir uns als CDU-Fraktion enthalten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU)
