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Sandy van Baal

fraktionslos 19.03.2026 Sitzungen 8/128

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich als, ich bezeichne mich immer gern als Hippie-Konservative, über Gleichberechtigung spreche, dann spreche ich hier auch über das echte Leben und über und mit Frauen mit ganz unterschiedlichen Wegen, über und mit Frauen, die Karriere machen wollen, und über Frauen, die die Familie auch in den Mittelpunkt stellen, und über die ganz vielen Frauen, die beides versuchen zu vereinbaren, (Horst Förster, AfD: Das ist es. – Jens-Holger Schneider, AfD: Genau!) jeden Tag wieder. Ich kenne solche Frauen – Sie mit Sicherheit auch –, viele davon in meinem direkten Umfeld, und sie sind so unterschiedlich und so herrlich, wie Menschen nur sein können. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Sie wollen selbst entscheiden, wie ihr Leben aussieht. (Jens-Holger Schneider, AfD: So ist das.) Deshalb finde ich politische Programme auch wichtig und richtig, Programme, die sich mit fairen Chancen, mit Vereinbarkeit und mit Schutz vor Gewalt beschäftigen. Das ist wichtig und richtig. Auch das Programm „KlasseFRAUEN in der Wirtschaft in MV“ finde ich toll – viel Freude kommende Woche in Brüssel! Allerdings, das muss ich hier auch betonen, Gleichberechtigung bedeutet vor allem Selbstbestimmung. Das kam mir hier ein bisschen zu kurz. Und diese Selbstbestimmung schließt ausdrücklich alle Lebensmodelle mit ein. Es ist genauso in Ordnung, Karriere zu machen, wie es in Ordnung ist, sich bewusst für ein klassisches Lebensmodell zu entscheiden. Es ist völlig in Ordnung zu sagen, ich möchte mich stärker um meine Familie kümmern, ich möchte für meine Kinder da sein, ich möchte meinen Schwerpunkt einfach anders setzen, nicht – und das ist hier wichtig –, weil Frau gesellschaftlich dazu gezwungen ist, sondern weil sie sich dafür entscheidet. (Beifall Mandy Pfeifer, SPD) Und das ist der entscheidende Punkt bei der ganzen Geschichte, denn echte Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass wir alle in dieselbe Richtung gehen, dafür sind wir herrlich unterschiedlich, sondern dass wir ohne Druck in unterschiedliche Richtungen gehen dürfen. Ich habe oft den Eindruck, dass genau diese Selbstverständlichkeit verloren geht aktuell, dass bestimmte Lebenswege mehr Anerkennung bekommen und auch mehr Unterstützung bekommen als andere. Aber Gleichberechtigung darf nicht bewerten. Was wir brauchen unbedingt, ist kein vorgegebenes Ideal, wir brauchen eine Politik und eine Gesellschaft, die uns die Wahlfreiheit lässt, (Horst Förster, AfD: Das ist nicht gewollt.) denn am Ende ist Gleichberechtigung genau das, die Freiheit, das eigene Leben so zu gestalten, wie man es selbst für richtig hält, (Horst Förster, AfD: Das ist gerade nicht gewollt, weil sie ja dann in traditionellen Rollenbildern verhaftet sind.) und nicht dafür verurteilt zu werden. Und, Herr Förster, Sie sind jetzt still und hören zu! (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD und David Wulff, FDP – Heiterkeit bei Thomas Würdisch, SPD) Ich möchte den vielen Frauen danken, die oft nicht im Mittelpunkt stehen, die leisen Kämpferinnen, die leisen, ohne große Worte, aber mit viel Stärke. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und David Wulff, FDP)

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