Horst Förster
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Das Aussprachethema beruht auf einem fundamentalen Missverständnis von Gleichberechtigung. (Zuruf vonseiten der Fraktion Die Linke: Ja, absolut.) Frauen und Männer, der Knabe und das Mädchen, sie sind gleichberechtigt in unserem Land. Sie sind einander absolut ebenbürtig, und sie sollen in ihrem Leben die gleichen Chancen haben. Darüber müssen wir nicht mehr diskutieren, das ist Konsens in Deutschland. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Die Antragsteller wollen mehr, sie wollen Gleichstellung, das heißt eine numerisch gleiche Vertretung auf allen Ebenen – nein, nicht auf allen Ebenen, sie haben dabei im Wesentlichen nur bestimmte gesellschaftliche Felder im Auge, vor allem die Politik und die Sorgearbeit in der Familie. Das zeigt bereits, wie brüchig Ihre Theorie vom Ansatz her ist. Gleichberechtigung im Sinne der Verfassung heißt nämlich keineswegs völlige Gleichheit. Gleichberechtigung bedeutet, das Gleiche gleich und das Ungleiche ungleich zu behandeln. Es ist vor allem ein Differenzierungsgebot. Und wer wollte bestreiten, dass Frauen und Männer ausgehend von dem schöpfungsgewollten Unterschied ihres Geschlechts sehr unterschiedlich sind?! Die Evolution hat sie in ihren geschlechtsspezifischen Stärken und Schwächen unterschiedlich geprägt, um sie für den gemeinsamen Daseinskampf bestmöglich auszustatten. Daraus erwachsen unterschiedliche Mentalitäten, Bedürfnisse und Erwartungen und vor allem unterschiedliche Sichtweisen von dem, was einem wichtig ist. Und es ergeben sich daraus auch unterschiedliche Anforderungen an die Gesellschaft und umgekehrt auch unterschiedliche Anforderungen der Gesellschaft an Frauen und Männer. Das allein macht schon deutlich, dass eine volle Gleichstellung das Gegenteil von Gleichberechtigung wäre. Meine Damen und Herren, das größte und nahezu alles überlagernde Problem unseres Landes ist die Demografie, und natürlich besteht ein Zusammenhang zwischen Emanzipation und Demografie. Inzwischen bleiben 20 Prozent der Frauen kinderlos. Die Quote steigt mit dem Bildungsgrad. Akademikerinnen haben die höchste Quote der Kinderlosen. Der IQ des Volkes nimmt kontinuierlich ab. (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Richtig!) Dagegen sind die Frauen/Migrantinnen aus muslimischen Ländern besonders reproduktionsfreudig. Was das auf lange Sicht für die Zusammensetzung der Bevölkerung und die sich daraus ergebenden Probleme bedeutet, wissen auch die, die das nicht wahrhaben wollen. Aber auch das gehört bei diesem Thema mit dazu. Karriere und Kinder bekommen sollten keine Gegensätze sein. Sie sind aber im realen Leben oft nicht oder nur sehr schwer miteinander zu vereinbaren, denn Frauen bekommen ihre Kinder genau in der Lebensphase, in der die Weichen für eine berufliche Karriere gestellt werden. (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Sehr richtig!) Dann stellt sich die Frage, was wirklich wichtig oder wichtiger ist. Und diese Frage stellt sich oft im Alter nochmals irreparabel in aller Brutalität ganz konkret in der Vereinsamung ohne Kinder und Enkelkinder und, ja, auch für Frauen, die beides gewollt und geschafft haben. Meine Damen und Herren, die Gleichstellungsideologen gehen an dieser Grundproblematik vorbei und bewerten die Frau allein nach materiellen Maßstäben, die zudem der Männerwelt, die sie zudem der Männerwelt entnommen haben. Leistung und Erfolg werden am Einkommen gemessen, das zur Welt gebrachte und in Liebe erzogene Kind ist dabei nur ein Belastungsfaktor. Auf dieser Basis werden dann unter dem sogenannten Gender-Pay-Gap absurde Berechnungen angestellt, mit denen dann eine Geschlechterungerechtigkeit in der Arbeitswelt herbeigeredet wird. Die Gründe liegen jedoch wesentlich in mehr Teilzeit und ungleicher Berufswahl, was insbesondere in Ehe und Partnerschaft vernünftige, selbstbestimmte Gründe hat, (Heiterkeit bei Falko Beitz, SPD) über die der Staat nicht zu richten hat. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Zudem haben Frauen in industriearmen Regionen höhere Einkommen als Männer, weil sie hier in den besser bezahlten Berufen überrepräsentiert sind. Daran stört sich natürlich niemand. Und was regelmäßig ausgeblendet wird: Unterschiedliches Einkommen und Erwerb werden bei Trennung im Zugewinn- und Versorgungsausgleich voll ausgeglichen. Der Wahn von Gleichstellung diskriminiert die Frauen, die sich diesem Zwang nicht unterwerfen, denn Frauen, die sich um ihrer Kinder willen in der Berufsausübung zurückhalten, werden diskriminiert, indem ihr Lebensmodell verächtlich gemacht wird. (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: So ist es.) Aber Gleichstellung hat noch ganz andere Ausreißer. Eva Högl, die Wehrbeauftragte des Bundestages, beklagte kürzlich, (Falko Beitz, SPD: Sie ist es nicht mehr.) dass die Bundeswehr (Falko Beitz, SPD: Innensenatorin von Bremen.) zu wenig Frauen habe, nämlich nur 13 Prozent. Die Kampfkraft der Bundeswehr soll also durch mehr Frauen erhöht werden. Das ist nicht nur ein schlechter Witz, (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Kann nur von der SPD kommen.) das ist eine menschenverachtende Gleichmacherei. Soldat sein heißt in letzter Konsequenz, (Ann Christin von Allwörden, CDU: Frauen tragen zum besseren Klima bei.) im Gefecht zerfetzt zu sterben. (Zuruf von Ann Christin von Allwörden, CDU) Das ist kein Ort für Gleichstellung. Das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm der Landesregierung ist ein Glaubensbekenntnis für Ungläubige ohne Mehrwert. Man muss nicht daran glauben, dass die Frau aus der Rippe des Adam geschaffen wurde, aber an der binären Geschlechterordnung zu rütteln, ist so, als ob Sie bezweifeln wollten, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Sie können alles propagieren, aber die Gesetze der Schöpfung können Sie nicht aushebeln. Die Menschen gibt es seit etwa 7 Millionen Jahren, (Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Also was ist das denn?!) den Homo sapiens seit etwa 300.000 Jahren, und in all diesen Zeiten wussten die Menschen mit ihrem Geschlecht, männlich und weiblich, etwas anzufangen. (Steffi Pulz-Debler, Die Linke: Oh Gott, oh Gott!) Es dient der Fortpflanzung, und die Beigabe der Lust ist die Tücke, dass das auch funktioniert. (Steffi Pulz-Debler, Die Linke: Hei, jei, jei, jei!) Hören Sie auf, die Irrlehre von bis zu 60 Geschlechtern zu verkünden! Wer mit der binären Geschlechterordnung hadert, weil er unter einer Geschlechtsidentitätsstörung – beziehungsweise Geschlechtsinkongruenz heißt das heute – leidet oder aus welchen Gründen auch immer, er darf ungehindert (Zuruf von Steffi Pulz-Debler, Die Linke) und ohne Diskriminierung in seiner Identität leben. Das ist auch für die AfD selbstverständlich. Aber ein Anspruch auf Normbildung besteht nicht. Wie alle Ideologen versuchen auch die Genderideologen mit aller Brutalität ihre Glaubenslehre durchzusetzen. (Falko Beitz, SPD: Das sagen Sie, ja.) Dafür geben Sie Unsummen an Steuergeldern aus. Dabei haben Sie es auch auf unsere Sprache abgesehen und wollen mithilfe Ihnen höriger Medien eine neue Staatssprache – Sie bezeichnen diese als geschlechtergerecht – durchsetzen. Dabei lassen Sie jeden Respekt vor unserer gewachsenen Muttersprache vermissen, verstümmeln den Wortschatz, verändern die Regeln und produzieren Wortungetüme und absurde Wortreihen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und Sie tun das im Wissen, dass die Mehrheit der Deutschen das Gendern ablehnt. Das ist nicht nur ein Stück Totalitarismus, es funktioniert auch nicht. Ich nenne dazu nur ein Beispiel: die Warnungen im Verkehrsfunk vor einem Falschfahrer – nach Genderlogik eine ungeheure Diskriminierung der Männer, aber die gendergerechte Warnung in Paarform vor einer Falschfahrerin (Zuruf von Hannes Damm, fraktionslos) oder einem Falschfahrer sehen die Genderexperten wohl selbst als untauglich an.
