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Harry Glawe

CDU 29.01.2026 Sitzungen 8/125

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen im Landtag, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir beraten heute also zum zweiten Mal in dieser Landtagswoche auf Antrag der SPD über das Thema Ehrenamt. Angesichts der Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement begrüße ich das natürlich – politisch betrachtet scheinen der SPD hingegen die Themen auszugehen. Zugleich würde ich mir natürlich wünschen, dass die seitens der SPD in Debatten vorgetragene Bedeutung sich auch finanziell widerspiegelt. Und da habe ich leider meine Zweifel. Sicherlich gibt es mit der Förderung der Ehrenamtsstiftung, der Ehrenamtskarte oder noch unter dem Namen bekannten MitMachZentralen Unterstützung der Landesregierung. Und in diesem Zusammenhang komme ich direkt zu Ihrer Engagementstrategie. Im Grundsatz sicherlich eine gute Sache. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings deutlich, dass das Papier nur so vor Absichtserklärungen und Prüfaufträgen strotzt. Und da bin ich schon ziemlich enttäuscht, wenn im Haushalt zur Umsetzung dieser Strategie in diesem Jahr gerade einmal 40.000 EUR und im nächsten Jahr gar keine Mittel zur Verfügung stehen. Es ist wie so oft bei Rot-Rot: Vollmundig in den Öffentlichkeitsbekundungen, kleinlaut in der konkreten Umsetzung und Finanzierung. Schaut man sich die Strategie einmal genauer an, wird dies sehr deutlich: Umsetzungszeiträume: kurz-, mittel- und langfristig – unkonkreter geht es kaum. Finanzierung/Kostenbezifferung: Fehlanzeige. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Ehrenamt braucht keinen Beifall, Ehrenamt braucht konkrete Unterstützung – finanzieller, personeller und organisatorischer Art. Wir sehen doch, dass auch in Mecklenburg-Vorpommern der Anteil ehrenamtlich Engagierter seit 2019 spürbar gesunken ist: von 37,8 auf 33,3 Prozent. Und der Ehrenamtsmonitor MV 2025 liefert doch konkrete Antworten, welche Unterstützung gebraucht wird bzw. welche Handlungsansätze bestehen: Beschaffung von Finanzmitteln (78,5 %) Bürokratische Anforderungen und vermeintlich fehlender Servicewille der Verwaltung Mangelnde Angebote vor Ort – Stichwort: ÖPNV und Erreichbarkeit Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich komme zum Ende. Statt zwei öffentlichkeitswirksame Aussprachen zu ein und demselben Thema auf die Tagesordnung setzen zu lassen, liebe SPD, würde ich mich beim nächsten Mal über einen konkreten Antrag zur Stärkung des Ehrenamtes freuen. Dann können wir hier wirklich über konkrete Maßnahmen beraten. Debatten wie heute helfen dem Ehrenamt jedoch nicht weiter. Sie sind nicht mehr als Selbstbeweihräucherung. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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