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Jeannine Rösler

Die Linke 29.01.2026 Sitzungen 8/125

Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Internationaler Austausch öffnet jungen Menschen Türen, nicht abstrakt, nicht theoretisch, sondern ganz konkret, also in echt. Und ja, viele Punkte in diesem GRÜNEN-Antrag kennen wir sehr gut. Wir haben sie zum Teil gemeinsam entwickelt und auch miteinander diskutiert. Und auch wir finden uns darin wieder und vertreten grundsätzlich dieselbe Richtung. Der Antrag beginnt mit einer Feststellung, dass Globalisierung längst Realität sei, dass Jugendliche früh lernen müssten, andere Lebensweisen zu verstehen, und dass internationale Begegnungen dafür ein entscheidendes Instrument seien. Richtig, Jugendliche, die an internationalen Austauschformaten teilnehmen, entwickeln messbar stärkere interkulturelle Kompetenzen, mehr Selbstvertrauen und ein stabileres Demokratieverständnis. Im Punkt II heißt es, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal über Austauschmöglichkeiten informiert werden soll, unabhängig vom sozialen Hintergrund oder der beschulten Schulart. Ja, der Zugang zu Informationen ist absolut wichtig. Viele Jugendliche nutzen Austauschprogramme nur deshalb nicht, weil sie eben auch schlicht nichts davon wissen. Und ich denke, auch da haben wir viel Luft nach oben. Ein Jugendlicher sagte in einer Befragung, das fand ich sehr interessant, Zitat: „Ich dachte immer, das ist für die, die schon überall waren.“ Und genau diese Selbstselektion müssen wir durchbrechen. Auch da sind wir an Ihrer Seite. Aber wir müssen auch an dieser Stelle ehrlich sein, eine solche Informationsverantwortung gibt es bereits, in der Umsetzung können auch wir hier da besser sein an den Schulen. Die Frage ist, ob das verpflichtend sein muss in der Form, dass man wirklich jede Schule so umfangreich informiert. Da hängt es dann wirklich auch an den Ressourcen. Und wir wissen, dass für die Lehrkräfte zusätzliche Aufgaben, wenn sie zusätzliche Aufgaben erhalten, dass das auch schwierig ist, weil sie ja schon jetzt belastet sind. Aber ich meine, um die Forderungen wirklich so im Detail umzusetzen, braucht es zum Beispiel begleitende Beratungsstellen, weitere Informationsmaterialien, sicherlich auch digitale Plattformen, Fortbildungen. Zum Teil gibt es das ja auch schon sehr weitreichend. Die Ministerin ist darauf eingegangen. Das Land hat bereits den Bildungsserver MV, der eine Fülle von Informationen bereitstellt. Bei digitalen und analogen Austauschformaten sind wir ebenfalls dabei. Mit „Erasmus+“ und der digitalen Schulpartnerschaft eTwinning – die Ministerin ist darauf eingegangen – stehen den Schulen eben hier auch längst etablierte Plattformen für den internationalen Austausch zur Verfügung. Das Bildungsministerium verweist auch auf seinem Informationsportal hier ausdrücklich auf internationale Schulpartnerschaften, Auslandsaufenthalte und Austauschformate. Damit existiert ja bereits heute eine, finde ich, solide strukturelle Grundlage, auf der digitale Kooperationen, etwa gemeinsame Onlineprojekte oder teils diese virtuellen Begegnungen mit Partnerschulen in anderen europäischen Ländern, auch problemlos aufbauen können. Beim dritten Punkt, der Verbesserung der Rahmenbedingungen, ist zu sagen, vieles davon tun wir längst, etwa der Ausbau von Austauschprogrammen im Ostseeraum. Das war hier auch schon Thema. Diese Programme existieren bereits, Förderrichtlinien des Landes für Begegnungen mit Polen, Litauen, Estland sowie mit Tschechien und Israel. Das Land fördert Fahrtkosten, Programmkosten, bilaterale Projekte, zu finden unter dem Haushaltstitel 68506. Da stehen für 2026 und das Jahr 2027 jeweils 30.000 Euro zur Verfügung. Und hier können die Schulen niedrigschwellig Zuschüsse beantragen. Also man muss nicht alles komplett neu aufbauen. Strukturen könnten aber – und da sind wir auch bei Ihnen – noch besser genutzt und bekannter gemacht werden. Sie fordern, Kooperationen mit außerschulischen Akteuren auszubauen. Das ist immer sinnvoll. Das Land fördert auch hier bereits internationale Jugendarbeit über das Kinder- und Jugendfördergesetz. Fazit: Wir teilen die Ziele, viele richtige Ideen. Gleichzeitig geht es um neue Aufgaben für Schulen, ohne Ressourcen mitzudenken, das ist nicht so gut, und es geht teils um Maßnahmen, die längst umgesetzt sind oder umgesetzt werden. Dennoch ganz herzlichen Dank für Ihren Antrag, für diesen Antrag! Wir sind uns sehr einig, Austausch ist zutiefst demokratiestärkend und fördert das Vertrauen in die Idee eines offenen Europas. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

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