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Julian Barlen

SPD 29.01.2026 Sitzungen 8/125

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren, das werden wir natürlich nicht so stehen lassen hier. Wir haben, ich sagte es, diesen Tagesordnungspunkt hier gehabt, um dieser historischen Verantwortung angesichts des 27. Januar, angesichts der Befreiung des KZ Auschwitz vor inzwischen 81 Jahren zu gedenken. Und uns genau an dieser Stelle, während die Fraktionen FDP, die CDU, die GRÜNEN, die SPD und auch Die Linke das auf eine in meinen Augen sehr differenzierte Art tun, hier von der AfD vorwerfen zu lassen, (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Das ist schon der neue Machtsicherungsblock.) man tue dies, um sich anhand der Opfer einen politischen Vorteil zu verschaffen, (Horst Förster, AfD: Genau! Natürlich!) muss ich sagen, das ist an Absurdität und Verachtungswürdigkeit nicht zu überbieten, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke – Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) Das weise ich entschieden zurück, das weise ich entschieden zurück. (Thore Stein, AfD: Da höre ich mir die Rede noch mal an heute Abend.) So, Sie haben ja vielleicht noch Redezeit, dann können Sie die anmelden und können Sie ans Pult treten (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Wir hören erst mal zu, was Sie sagen.) und uns an Ihren – in Anführungsstrichen – „Weisheiten“ teilhaben lassen. Ich will sagen, Herr Förster, Sie waren der Einzige aus diesem Haus, der die Chance verpasst hat, ein Mal ohne Relativierung (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Nix relativiert, gar nix.) und ohne dem Ganzen irgendwo wieder einen AfDpolitischen Anstrich zu geben, eine vernünftige Rede zu halten. Alle anderen haben sich da bemüht. (Zuruf von Thore Stein, AfD) Und dann das hier umzudrehen und den Fraktionen zu unterstellen, sie würden die Opfer benutzen, das ist wirklich abscheulich. (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Noetzel war die beste Rede, ne, genau?!) Ich will übrigens mal ein Erlebnis schildern, was meine, also was das noch mal bestätigt, was ich glaube, was die AfD im Schilde führt. Sie haben ja immer gesagt, wir denken jetzt hier nur an die Opfer, sagen wir mal, des Holocaust, man muss doch auch an andere Opfer denken. Ja, selbstverständlich, Herr Förster, selbstverständlich! Und es gibt in Deutschland übrigens eine Erinnerungskultur, die deutlich über den 27. Januar hinausgeht. Es gibt beispielsweise den Volkstrauertag, wo an alle Opfer von Gewaltherrschaft und vieles andere erinnert wird, an alle Opfer, Herr Förster. Soll ich Ihnen mal sagen, was passiert, wenn man in Deutschland einen Volkstrauertag hat – auf den Sie übrigens mit keinem Wort eingegangen sind, Sie wissen ja, dass es diesen Volkstrauertag als Teil unserer Erinnerungskultur gibt – (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Da nehmen wir auch dran teil.) und man in Rostock auf das Kriegsgräberfeld geht und dort steht, und dann kommt die AfD, vertreten durch ihren Kollegen Meister, im Schlepptau von allerhand Mitgliedern der rechtsextremen, inzwischen aufgelösten Jungen Alternative, und die legen da nicht einen Kranz ab, wo man sagt, wir gedenken aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und Diktatur, sondern die legen dort einen Kranz ab, wo Wehrmachtsheldengedenken stattfindet?! „Ehre der Toten Tatenruhm“ – das ist von der Wehrmacht verwendet worden, und das wird da von der AfD abgelegt. Also so viel mal zum Thema, wem man eigentlich hier wann, an welcher Stelle gedenkt! Das, was die AfD hier macht, ist eine ständige Relativierung. (Thomas Krüger, SPD: Stille im Saal.) Und Sie verhöhnen die Opfer dieser Kriege und dieser Gewaltherrschaft. Und das weisen wir zurück, und das machen wir vor allem nicht mit, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, Die Linke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Sebastian Ehlers, CDU)

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