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David Wulff

FDP 12.12.2025 Sitzungen 8/123

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Lieber Harald Terpe, als Waldschrat fehlt dir, glaube ich, ein noch ein bisschen längerer Bart, aber vielleicht kann man das im Ruhestand ja noch nachholen. Der Achte Bericht über den Zustand der Wälder und die Lage der Forstwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet ein differenziertes Bild. Unsere Wälder stehen besser da als in vielen anderen Bundesländern. Ja, das erkennen wir an, dennoch wäre es fahrlässig, daraus jetzt eine Entwarnung abzuleiten. Der Klimawandel ist längst Realität, längere Trockenphasen, Extremwetterereignisse und neue Schadorganismen verändern unsere Wälder spürbar. Ich glaube, jeder, der da ein bisschen unterwegs ist, kann das nachvollziehen. Der Bericht zeigt zugleich, die vergleichsweise stabile Lage in Mecklenburg-Vorpommern ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer vielfältigen Baumartenstruktur und einer weniger einseitigen Bewirtschaftung in der Vergangenheit. Doch da muss man sagen, der Wald hat halt auch einfach einen gewissen Fokus hier bei uns im Bundesland, und er gehört ja auch zur Kulturlandschaft hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern dazu. Und gerade deshalb müssen wir jetzt die richtigen Weichen stellen. Aus liberaler Sicht gilt, Waldpolitik braucht Augenmaß und Vertrauen in Verantwortung. Klimaanpassung im Wald gelingt nicht durch zentrale Vorgaben, sondern durch fachliche Entscheidungen vor Ort. Private und kommunale Waldbesitzer tragen einen erheblichen Teil der praktischen Arbeit, und sie sind keine Adressaten von Misstrauen, sondern Partner einer zukunftsfähigen Forstpolitik. Der Bericht spricht vom klimaangepassten Waldumbau. Das ist richtig, aber Waldumbau ist eine Generationenaufgabe. Wer ihn ernst nimmt, muss über Wirtschaftlichkeit sprechen, über Nachhaltigkeit, und ohne tragfähige Erlöse ist kein Konzept, sondern ein Risiko. Gerade für kleinere Waldbesitzer, die wir hier auch in unserem Bundesland immer noch haben, ist es wichtig, hier eine Planbarkeit und Nachhaltigkeit zu haben. Deswegen, Förderpolitik darf nicht auf Bürokratie setzen, sondern auf Wirkung, auf Beratung statt Belehrung, auf Anreize statt Auflagen, auf Innovation statt Ideologie. Und ein weiterer Punkt ist die Rolle des Holzes. Nachhaltige Forstwirtschaft ist aktiver Klimaschutz, Holz speichert CO , stärkt regionale Wertschöpfung und ersetzt 2 energieintensive Materialien. Da werden wir dann zu gegebener Zeit auch bei der Landesbauordnung sicherlich noch mal drüber sprechen. Und wer den Wald nur als Schutzraum denkt und seine Nutzung pauschal infrage stellt, verkennt auch hier die Zusammenhänge. Was wir brauchen, ist keine Planwirtschaft im Wald, sondern Resilienz durch Vielfalt, ökologisch wie ökonomisch. Der Bericht liefert eine solide Bestandsaufnahme, aber die politischen Aufgaben, die beginnen erst jetzt. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP)

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