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Anne Shepley

GRÜNE 12.12.2025 Sitzungen 8/123

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleg/-innen! Um ehrlich zu sein … Nee, ich fange mit was Gutem an: Also ich danke erst mal allen für die Debatte hier heute und dafür, dass wir feststellen durften, dass wir eigentlich alle einer Meinung sind, nämlich, dass es mehr Childhood-Häuser braucht und dass es die auch in ganz Mecklenburg-Vorpommern braucht. In Richtung der Landesregierung möchte ich gern sagen, Frau Drese, Sie haben gesagt, so einfach ist das nicht. Und ich möchte gerne erwidern, es hat niemand gesagt, dass es einfach ist, aber was wir erwarten und was, ich finde, auch die Kinder in diesem Land erwarten können, ist, dass der Schutz des Kindes, der nach der Tat anfängt, zu einer Priorität gemacht wird. Und genau das fehlt mir in dieser Diskussion. Was ich höre, ist, das ist alles viel zu schwierig, da müssen auch mal Leute von der kommunalen Ebene anfangen, irgendwie aktiv zu werden, und dann eventuell, wenn die Stiftung dann auch noch sagt, dann sind wir als Landesregierung bereit, irgendwie mal darauf rumzudenken. Und was ich erwarte, ist nicht, dass Sie morgen die gesamten Probleme im Land gelöst haben, aber ich erwarte eine Prioritätensetzung, die wir hier auch hören können. Ich erwarte, dass Sie hier nach vorne gehen und sagen, das ist nicht nur wichtig, sondern wir machen das, wir hören, das ist eine Priorität. Und ein Prüfauftrag in einem Kinderschutzgesetz, das ist keine Prioritätensetzung, das ist auch kein Bekenntnis dazu, Frau Pfeifer, wie Sie es gerade gesagt haben, (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) weil ein Prüfauftrag heißt, wir gucken erst mal, ob wir das überhaupt brauchen. Und über den Punkt – und das hat die Debatte ja heute gezeigt – sind wir doch längst hinaus. Wir wissen, dass wir es brauchen. Deswegen erwarte ich weniger Prüfungen und mehr Commitment von Ihnen als regierungstragende Fraktion, aber auch von Ihnen im Sozialministerium. Das kann doch nicht wahr sein, dass Sie sagen, es ist alles viel zu kompliziert und das geht dann nicht! So, ich möchte dann zu Herrn Albrecht sagen, Sie haben gesagt, nicht ganz direkt, aber so habe ich Sie zumindest verstanden, dass, wenn wir jetzt die ganzen Gelder, die da auch reinfließen, irgendwie zusammenrechnen, dann wäre es ja so, dass über kurz oder lang in anderen Kinderschutzbereichen, die auch sehr wichtig sind – da sind wir uns auch alle einig, darum gehts aber heute nicht, Prävention muss am Anfang von allem stehen, aber irgendwann, wir sind ja in der Realität, und die Realität ist nun mal, wir brauchen auch wenn irgendwas Schlimmes passiert ist –, und wenn Sie dann sich hier hinstellen und sagen, da müssen wir doch mal gucken, weil dann im Kinderschutz an anderer Stelle eventuell Gelder fehlen, dann sage ich, wieso denn, wieso nehmen wir denn Gelder beim Kinderschutz weg. Natürlich nehmen wir nicht Gelder beim Kinderschutz weg. Wir müssen halt zusätzliche Gelder finden. Und wenn wir noch mal auf die Haushaltsdebatte zurückgehen, bitte, vom Mittwoch, wo wir hier, wo ich hier vorgetragen habe, was kostet es denn, wenn wir es nicht machen, dann können wir uns doch mal überlegen, diese ganzen Sachen – Justiz, Polizei, Betreuung, das arbeitet doch jetzt schon alles, das wurde ja auch ausgeführt –, wenn wir das bündeln, dann möchte ich mal den Social Return on Investment sehen und wie wir da Geld sparen, weil das doch das System einfach besser aufstellt. Dann haben wir doch alles an einem Ort, und dann können Sie mir doch nicht sagen, dass das extra Ressourcen kostet. Dann sparen wir ja vielleicht sogar noch mal was. Was mir fehlt, ist der Wille, das überhaupt zu prüfen und nicht hier zu sagen, wir kannibalisieren dann den Kinderschutz untereinander, und dann fällt es eben in der Prävention weg, wenn wir es in die Childhood-Häuser stecken. Das ist eine Milchmädchenrechnung. Und noch mal, da fehlt mir einfach die Priorität hier für dieses Thema. So, und jetzt möchte ich mich gerne noch zum Schluss, weil ich keine Lust habe, hier heute wütend vom Redner/- innenpult zu gehen, möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Ehlers für seine Ausführungen bedanken. Ich hatte tatsächlich auch überlegt, ob ich meine Eindrücke aus dem Childhood-Haus hier heute mitbringe. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, weil es für mich auch genau, wie Sie es geschildert haben, ein politischer Besuch war, der schon vor vielen Jahren stattfand und der sich nachhaltig bei mir eingebrannt hat. Jeder, der noch nicht im Childhood-Haus Schwerin war, dem empfehle ich, sich dort mal einen Besuchstermin zu holen und sich das mal anzuschauen. Das bewegt einen wirklich tief. Und insofern kann ich die Haltung der Landesregierung und der regierungstragenden Fraktionen zu diesem Thema nicht verstehen. Ich bin sehr enttäuscht, dass wir heute hier von Ihnen das gehört haben, was wir leider hören mussten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der Gruppe der FDP und Petra Federau, AfD)

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