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Michael Noetzel

Die Linke 11.12.2025 Sitzungen 8/122

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, mit der heutigen Gesetzesänderung machen wir einen wichtigen und notwendigen Schritt, der das Jurastudium modernisiert. Die Einführung eines integrierten Bachelorabschlusses im Jurastudium ist nicht nur eine einfache Anpassung, sie orientiert sich am Zeitgeist und an den Lebensrealitäten junger Menschen. Viele Studierende und auch ich selbst kennen die Sorgen nur zu gut – Jahre voller Fleiß und Disziplin, mal mehr, mal weniger, aber persönliche Entbehrungen, und am Ende entscheidet dann eine einzige Prüfung darüber, ob sie überhaupt einen akademischen Abschluss in der Hand halten. Diese Situation entmutigt viele Talente schon zu Beginn und sie erzeugt einen psychischen Druck, der am Ziel der Nachwuchsgewinnung oder dem Ziel der Nachwuchsgewinnung zuwiderläuft. Mit dieser Neuerung können wir jungen Menschen etwas mehr Sicherheit in Bezug auf das Jurastudium bieten und die persönlichen Risiken kalkulierbarer machen, wenn Interesse dafür besteht, diesen Weg einzuschlagen. Mit dem Bachelorabschluss schaffen wir ein Auffangnetz, ohne das Staatsexamen zu schwächen. Leistungen, die über Jahre hinweg erbracht wurden, werden endlich sichtbar gemacht und anerkannt. Wer das Studium engagiert durchläuft, Übungen besteht, die Methoden sicher beherrscht und die universitäre Schwerpunktprüfung erfolgreich absolviert, erhält dafür künftig einen vollwertigen Abschluss, verdient und gerecht. Der integrierte Bachelor nimmt Druck heraus, ohne Anforderungen zu senken. Er stärkt das Selbstvertrauen der Studierenden und ermöglicht ihnen neue Wege, sei es durch einen weiterführenden Master oder durch vielfältige Berufsperspektiven jenseits der klassischen Volljuristenlaufbahn. Gleichzeitig bleibt das Staatsexamen selbstverständlich der Goldstandard für den Zugang zu den traditionellen juristischen Berufen. Diese Reform ist ein Gewinn für unser Land. Sie steigert die Attraktivität des Studienstandortes, schafft faire Rahmenbedingungen und zeigt, dass wir die Bedürfnisse der kommenden Generation ernst nehmen. Gerade in Zeiten sinkender Studierendenzahlen und eines wachsenden Fachkräftebedarfs ist es entscheidend, dass wir Mecklenburg-Vorpommern wettbewerbsfähig halten. Der integrierte Bachelor würdigt Leistung, schafft Sicherheit und stärkt das Jurastudium insgesamt. Und deshalb hat sich bereits im Ausschuss gezeigt, dass eine breite Zustimmung für diesen Gesetzentwurf zu erwarten ist. Und jetzt ist Herr Ehlers nicht da, aber gerne – ach, da ist er –, gerne, Herr Ehlers, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) sage ich was zu dem sehr guten Änderungsantrag (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) und dem sehr guten Vorschlag der FDP, der zeigt, wenn es gute Vorschläge gibt, sind wir selbstverständlich bereit, diese auch umzusetzen und anzunehmen. Und wenn sie nicht gut sind, dann machen wir das eben nicht. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke – Heiterkeit auf der Regierungsbank – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU)

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