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Petra Federau

AfD 14.11.2025 Sitzungen 8/120

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! In der öffentlichen Debatte wird immer häufiger der Begriff „Catcalling“ verwendet. Und genau hier beginnt schon das Problem: „Catcalling“, wörtlich übersetzt „Katzenrufen“, ein Begriff, der ausgerechnet jene Frauen, die respektlos behandelt werden, sprachlich gleich noch mal abwertet. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Darum sage ich, nennen wir die Dinge beim Namen: Es geht um verbale sexuelle Belästigung, um öffentliche Herabwürdigung, und diese verdient es, ernst genommen zu werden, denn das, was viele Frauen erleben, ist schlicht widerlich und entwürdigend. Da ruft jemand einer jungen Frau hinterher: „Na, Schätzchen, du siehst so aus, als brauchst du mal einen richtigen Kerl im Bett.“ Oder aber ein junges Mädchen wird auf dem Nachhauseweg von jungen Männern mit „Ficki, ficki!“ und nachahmenden Bewegungen belästigt. Oder aber im Fitnessstudio, wenn ein älterer Mann einem jungen Mädchen ungeniert sagt, er würde ihr am liebsten mal an den Knackarsch fassen. Das sind keine harmlosen Sprüche und erst recht keine Komplimente. Das sind Grenzüberschreitungen, die oft Mädchen und Frauen im Alltag treffen, beim Spazierengehen, beim Warten an der Bushaltestelle, beim Einkaufen oder in der Schule. Solche Bemerkungen zielen nicht auf Begegnung, sondern auf Herabsetzung. Sie machen Menschen zu Objekten, sie erzeugen Scham und Ohnmacht. Und sie signalisieren, dein Körper steht zur öffentlichen Bewertung. Und genau das ist der Kern des Problems. Es geht nicht um ein falsch gewähltes Wort, es geht um ein Klima, in dem sich Menschen herausnehmen, andere mit Worten zu entwürdigen. Die Studien zeigen es, rund 44 Prozent der Frauen in Deutschland haben bereits sexuelle Belästigung erlebt. Und in der Altersgruppe der 16- bis 24- Jährigen sind es sogar fast 70 Prozent. Die meisten dieser Übergriffe sind verbaler Natur. Und nur ein Bruchteil davon wird überhaupt gemeldet. Weshalb? Weil viele Mädchen und Frauen das Gefühl haben, dass ihnen vielleicht niemand glaubt, oder weil sie sich schämen, dass ihnen das passiert ist. Das zeigt, diese Taten sind alltäglich und sie bleiben oft unsichtbar. Darum ist es so wichtig, dass sie endlich benannt werden. Nur wenn wir klar aussprechen, was passiert, können wir auch klar dagegen auftreten. Aber, meine Damen und Herren, es ist wichtig, dass wir Maß und Mitte bewahren, denn, und das ist ebenso wichtig, wir dürfen nicht über das Ziel hinausschießen. Es darf nicht passieren, dass in der öffentlichen Debatte plötzlich auch ein freundlich gemeinter Satz als potenzielle Belästigung ausgelegt wird. (Enrico Schult, AfD: Sehr richtig!) Ein ehrlich gemeintes Kompliment, ein respektvolles Wort, das ist kein Angriff, sondern ein Ausdruck normaler Höflichkeit. Wenn ein Mann sagt: „Sie haben ein schönes Lächeln“, oder aber: „Sie sehen heute besonders toll aus“, also Komplimente, die einem den ganzen Tag verschönern, (Julian Barlen, SPD: Das ist ja auch nicht gemeint. Das ist nicht gemeint.) das darf dann auf keinen Fall als Anmache oder Grenzüberschreitung gelten. Wir müssen ganz klar unterscheiden (Zuruf von Julian Barlen, SPD) zwischen der widerlichen Anmache, zum Beispiel auf der Straße, und einem freundlichen Wort im Alltag. Und genau hier sehe ich aber bei dem heutigen Schwarz-Weiß-Denken eine Gefahr. Wir dürfen nicht Gefahr laufen, auch ein vielleicht etwas holpriges Kompliment mit einer Straftat gleichzusetzen, denn das würde dem tatsächlichen Problem die Schärfe nehmen. Und es darf auch keinen Unterschied machen, wer es sagt oder wann wer was sagt. Nehmen wir das Beispiel: Eine Frau, die vielleicht häusliche Gewalt erlebt hat, oder Frauen, die aus anderen Gründen ein Problem mit Männern haben, erhalten von einem Mann ein freundliches Kompliment. Dieses freundlich gemeinte Kompliment könnte dann auf einmal für den Herrn zum Problem werden, wenn diese Frau allein das Ansprechen schon als Belästigung für sich empfindet und ihn womöglich anzeigt. Das bloße Empfinden, wie sich gerade jemand in dieser oder jener Situation fühlt, darf nicht der alleinige Maßstab werden. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Dies würde dann nur noch zu Unsicherheit und somit zur Sprachlosigkeit zwischen den Geschlechtern führen, und das wäre fatal. Meine Damen und Herren, es ist höchste Zeit, dass wir dieses so wichtige Thema ernsthaft und differenziert behandeln. Wir müssen widerliche Taten klar benennen, wir müssen uns öffentlich dagegenstellen. Und wir müssen endlich ein Klima schaffen, in dem Respekt und Würde wieder selbstverständlich sind. Aber wir dürfen nicht Gefahr laufen, dass jedes Ansprechen als übergriffig ausgelegt wird, denn dann zerstören wir das, was menschliches Miteinander und die natürliche Anziehung zwischen Mann und Frau ausmacht. Meine Damen und Herren, Frauen verdienen selbstverständlich Schutz, Täter verdienen Konsequenzen und Männer verdienen Fairness. Und unsere Gesellschaft verdient, dass wir darüber mit Verstand, Herz und Augenmaß sprechen. Über das Rechtliche wird gleich mein hochgeschätzter Kollege Horst Förster sprechen. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Enrico Schult, AfD: Sehr gut!)

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