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Anne Shepley

GRÜNE 14.11.2025 Sitzungen 8/120

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Als ich diese Rede von meiner Kollegin Jutta Wegner übernommen habe, da hatte ich mir schon ausgemalt, dass das eine lebhafte Debatte wird. Das hat bis jetzt nicht enttäuscht, und ich freue mich darauf, Ihnen jetzt unsere Meinung zum Thema darstellen zu können. (Zuruf vonseiten der Fraktion der CDU: Das ist schön.) Lassen Sie mich eines voranstellen: Auch wir als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen die Herausforderungen, die mit Smartphones im Schulalltag einhergehen. Wir wissen um die Probleme von Ablenkung, Cybermobbing oder digitaler Überforderung. Aber wir wissen eben auch, pauschale Verbote lösen keine Probleme, (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Barbara Becker-Hornickel, FDP) sie verschieben nur und verhindern Chancen, anstatt sie zu gestalten. Es ist unsere Aufgabe, Schülerinnen und Schüler fit zu machen für eine Welt, in der digitale Kompetenz genauso wichtig ist wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Dazu gehört, dass sie lernen, mit digitalen Geräten verantwortungsvoll umzugehen, und zwar nicht erst ab der 7. Klasse, sondern früh, altersgerecht begleitet und pädagogisch sinnvoll eingebettet. Wer Handys einfach wegsperrt, verhindert genau das. Lernen wir stattdessen von Schulen, die schon jetzt zeigen, wie es gehen kann! Ich habe zwei Beispiele dabei: Die Regionale Schule „Am Teufelstein“ in Lubmin nutzt Smartphones im Unterricht bewusst für Recherchen, für Projekte, für digitale Medienbildung. Mit klaren Regeln – Herr Butzki hat es gesagt –, guten Konzepten und Vertrauen in die Lehrkräfte funktioniert das hervorragend. Ähnlich macht es die Integrierte Gesamtschule Erwin Fischer in Greifswald. Solche Beispiele zeigen, es braucht keine Verbote von oben, keine pauschalen Verbote von oben, sondern pädagogische Freiheit vor Ort. Die Schulen wissen selbst am besten, wann Handys Lehrmittel sind und wann sie in der Tasche bleiben müssen. Derselben Überzeugung sind übrigens Elternvertretungen, Schüler- und Lehrerverbände im Land. Auch das hat der Kollege Butzki mit den großen, mit den Zitaten, die Sie vorgebracht haben aus den Anhörungen, noch mal deutlich gemacht. Kurz, wer digitale Bildung heute fordert, darf nicht morgen Smartphones einsperren. Wir brauchen keine Digitalangst, wir brauchen digitale Mündigkeit, werte Kolleg/- innen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, Die Linke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Barbara Becker-Hornickel, FDP) Was bedeutet das jetzt konkret? Wir wollen, dass jede Schule pädagogische Konzepte entwickelt, die Chancen und Risiken der Smartphonenutzung berücksichtigen. Die Lehrkräfte vor Ort wissen am besten, wie sie Handys sinnvoll im Unterricht, in Medienbildung, im Schulalltag einbinden und wo klare Regeln einfach nötig sind. Diese Verantwortung gehört nicht in ein landesweites pauschales Verbot, sondern in die Hände der Schulen – und wir haben heute schon gehört, dass die auf dem Weg sind, da schon viel unterwegs ist, und das ist wichtig –, unterstützt von klaren Leitlinien, guter Ausstattung und Fortbildung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir brauchen einen respektvollen, klar geregelten Umgang mit Smartphones, ja, aber wir brauchen auch Vertrauen in die pädagogische Kompetenz unserer Lehrkräfte. Ein pauschales Handyverbot, wie es die CDU jetzt fordert, geht komplett an der Realität vorbei. An den Bushaltestellen, im Netz zu Hause, die Handys verschwinden ja nicht einfach aus dem Leben der Kinder. Verbote helfen nicht beim Lernen, wie man sich in dieser digitalen Welt sicher und selbstbestimmt bewegt. Wir sagen: Medienkompetenz statt Maulkorb, Verantwortung statt Verbote, pädagogische Freiheit statt Pauschalregelung! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Barbara Becker-Hornickel, FDP) Wir setzen uns weiter dafür ein, dass Mecklenburg-Vorpommern beim digitalen Lernen nicht hinterherhinkt, sondern vorn dabei ist, mit gut ausgestatteten Schulen, qualifizierten Lehrkräften und starken Konzepten für zeitgemäße Bildung. Deshalb lehnen wir diesen Antrag entschieden ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, Die Linke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Barbara Becker-Hornickel, FDP)

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