René Domke
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir – ich glaube, da sind wir uns alle einig – wollen starke und wirtschaftlich tragfähige Apotheken vor Ort nach Möglichkeit erhalten. Wir wollen kurze, aber auch moderne und auch digitale Versorgungswege. Da unterscheiden wir uns. Aber wir wollen eben auch Reformansätze, die auch wirklich was taugen. Ihr Antrag, ich habe das eher als Aussprache bis jetzt verstanden, weil Ihr Antrag liefert im Grunde nicht wirklich einen Lösungsvorschlag, er bleibt bei der Problembehandlung stehen. Sie verklären den Bund eigentlich zum Reparaturbetrieb, ohne eigene Lösungen zu liefern. Also, Frau Hoffmeister hat es ja schon angedeutet, wo ist die Ableitung jetzt für das Land, für die speziellen Voraussetzungen, die wir hier im Land haben? Die Apothekenreform ist sicherlich etwas, was noch nicht zu Ende diskutiert ist, wo deutlich nachzubessern ist. Aber da würde uns ein Begleiten jetzt aber auch nicht so wirklich reichen. Da muss man schon konkreter werden. Was wir brauchen, ist definitiv Entlastung vor Ort, Genehmigungen zum Beispiel für Filialenverbundmodelle, das kann beschleunigt werden, da kann eine ganze Menge Lösung drinstecken, Dokumentationspflichten ist noch gar nicht so viel angesprochen worden, das sind aber Hemmnisse tatsächlich, die vor Ort da sind, Botendienste, E-Rezept pragmatischer ausbauen und gestalten, gerade in einem Flächenland äußerst interessant. Wir wollen aber auch keine „Apotheken light“. Bitte das auch nicht unterstellen! Versorgung ohne verantwortlichen Apotheker vor Ort untergräbt ja genau das, was die Apotheken ausmacht, nämlich Qualität und Vertrauen und die Sicherheit, gut beraten zu werden. Wir wollen eben keine Absenkung der fachlichen Standards. Wir wollen eine Modernisierung, ja, aber keine Entkernung. Moderne Versorgung heißt nicht analog versus digital. Ich denke, man muss beides miteinander verbinden. Telepharmazie kann Wege ersparen und Beratung sichern, aber natürlich immer unter pharmazeutischer Verantwortung. Die Qualifizierung oder die qualifizierten Pharmazeutisch-technischen Assistenten mit Zusatzkompetenzen können viel mehr leisten, aber dann braucht es eben auch klare Regeln, wie die Fortbildungen abzuhalten sind, aber auch klare Haftungsregeln statt politischer Schlagworte. Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen statt Protektionismus. Also das ist genau das, wo wir nicht einig sind, Herr Koplin. Vor-Ort-Apotheken und Versandapotheken sollten dann aber wenigstens nach gleichen Regeln spielen. (Torsten Koplin, Die Linke: Genau!) Und das ist vielleicht der Punkt. Preisbildung und Dienstleistung, aber auch Retaxation und ähnliche Dinge, das muss dann gleich sein. Da gebe ich Ihnen recht, das darf nicht die Ausnahme sein oder dass nur eine Seite belastet ist. (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP) Gleichzeitig müssen wir über die Lieferfähigkeit von Medikamenten dringend wieder sprechen. Da ist, glaube ich, richtig was im Argen, und da sind wir auch gut beraten, darauf zu drängen im Wege der Reform. Also, meine Damen und Herren, es braucht nicht die x-te Studie, sondern es braucht Versorgungssicherheit. Und das ist, glaube ich, mit Ihrem Antrag nicht zu erreichen. Es ist eher eine Aussprache, die wir, glaube ich, gerade führen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP)
