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Dirk Bruhn

Die Linke 13.11.2025 Sitzungen 8/119

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wir beraten heute den Antrag der GRÜNEN zur Einführung eines sogenannten Paludibonus. Ziel soll sein, die energetische Nutzung von Biomasse aus nasser Moorbewirtschaftung zu fördern, also Strom und Wärme aus Schilf, Rohrkolben und anderen Paludikulturen. Die Linke sagt klar, das ist nicht der richtige Weg. Ja, entwässerte Moore sind ein großes Klimaproblem. Ja, Paludikultur ist eine wichtige Antwort darauf. Aber die Zukunft liegt nicht in der Verbrennung dieser Biomasse. Die GRÜNEN schlagen vor, über den Bundesrat einen Bonus für die Einspeisung von Strom aus Paludikulturen zu schaffen. Bis dahin soll das Land MV eine eigene Förderung aufbauen. Abgesehen davon, dass eine aufzubauende Landesförderung MV bürokratisch und finanziell überfordern würde, klingt das erst mal gut. Für uns ist das aber aus mehreren Gründen nicht zielführend. Natürlich haben Sie die Gegenargumente sicher schon alle gehört. Trotzdem trage ich das hier für mich und meine Fraktion noch einmal vor: Erstens. Paludibiomasse ist bereits als Biomasse anerkannt. Ein eigener Bonus würde einzelne Stoffe bevorzugen. Das widerspricht dem Prinzip der Technologieoffenheit und auch dem Prinzip des Vorrangs der stofflichen Verwertung der Verbrennung. Zudem würde es den Markt verzerren und bestehende Förderstrukturen untergraben. Zweitens. Die energetische Nutzung ist technisch schwieriger und teurer. Hoher Wasser- und Aschegehalt, aufwendige Reinigung, spezielle Anlagen, das ist alles noch nicht ausgereift. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist nur in wenigen Fällen möglich. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Beispiel Malchin zeigt, es braucht sehr spezielle Bedingungen. Drittens. Einseitige Förderung der energetischen Verwertung birgt für uns Risiken. Das heißt, man baut Strukturen auf, die später die stoffliche Nutzung behindern, für uns nicht sinnvoll. Dabei ist gerade die stoffliche Verwertung, etwa für Baustoffe, Verpackung oder Dämmmaterial, viel zukunftsfähiger. Was braucht es stattdessen? Wir müssen die stoffliche Nutzung von Paludikultur stärken, das heißt, Forschung fördern, Absatzmärkte entwickeln, (Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wo kommen die Absatzmärkte denn her?) Wertschöpfungsketten aufbauen. Nur so wird Paludikultur wirtschaftlich attraktiv und ökologisch sinnvoll. Die Linke steht klar hinter der Wiedervernässung von Mooren. Wir wollen, dass Landwirte und Landwirtinnen mit nasser Landwirtschaft Geld verdienen können, aber nicht durch Verbrennung, sondern durch eine kluge, nachhaltige Nutzung. Daher lehnen wir den Antrag ab. Wir setzen uns dafür ein, dass MV bei der stofflichen Verwertung von Paludikultur vorangeht. Das ist besser für das Klima und besser für die Wirtschaft und besser für die Zukunft unserer Moore. Ich möchte noch mal selbst anfügen, aus Sicht eines Landwirtes, wenn das so einfach wäre mit dem Verbrennen, könnte man ja auch das gesamte Stroh verbrennen auf dem Acker. Aber darauf würde niemand kommen, weil man die Humusbilanz zerbricht und einfach, dass jedes Jahr was nachwächst, ohne was zuzutun, das gab es noch nie. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

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