Sandy van Baal
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, es ist ein Schaufensterantrag, aber ich bedanke mich sehr für den Antrag, weil Frau Kollegin Pulz-Debler hat erklärt, warum sie den Antrag ursprünglich gestellt hat. Jetzt zu insgesamt der Sachlage. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist nämlich kein Luxusproblem. Es geht um Menschen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen und dafür medizinische Hilfe brauchen, um überhaupt die Chance dafür zu bekommen. Und das betrifft immer mehr Paare. Und für viele ist das nicht nur eine emotionale Ausnahmesituation, sondern auch eine finanzielle Belastung, die sie kaum stemmen können. Deshalb finde ich es richtig und wichtig, dass in Mecklenburg-Vorpommern geholfen wird. Ich begrüße sehr, dass wir Kinderwunschbehandlungen unterstützen und vor allem, dass unsere Förderung auch für Paare ohne Trauschein gilt. Allerdings, diese Hilfe reicht nicht aus, denn die Ungleichbehandlung bleibt bestehen, und sie ist gravierend. Verheiratete Paare bekommen 50 Prozent der Kosten von der Krankenkasse erstattet. Mit Unterstützung von Bund und Land bleiben ihnen noch ungefähr 25 Prozent der Kosten. Unverheiratete Paare aber, sie bekommen nichts von der Krankenkasse, null Euro. Auch wenn sie seit Jahren zusammenleben, spielt alles keine Rolle, auch wenn sie unbedingt eine Familie gründen wollen – interessiert nicht. Sie bekommen nur die Förderung vom Bund und Land und müssen unterm Strich etwa 75 Prozent der Behandlungskosten selbst tragen. Also noch mal: Unverheiratete 75 Prozent, Verheiratete 25 Prozent. Das kann auch mal schnell 10.000 Euro kosten, allein für drei Versuche, und das nur, weil sie nicht verheiratet sind. Meine Güte, wir haben 2025, nicht mehr 1965! (Beifall Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Diese Ungleichbehandlung ist nicht mehr zeitgemäß. Sie stammt aus einem Gesetzestext, der aus einer anderen gesellschaftlichen Realität kommt. Natürlich kann das Land das nicht alles allein ändern, aber wir können ein Zeichen setzen. Wir können zeigen, wir stehen für Gleichbehandlung, für Fairness und für moderne Familienbilder. Darum habe ich einen Änderungsantrag eingebracht. Ich möchte, dass wir uns als Land klar positionieren für echte Chancengleichheit, für alle Familien, die sich ein Kind wünschen, unabhängig vom Trauschein. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
