Horst Förster
Ja, vielen Dank! Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren, man kann ja viel über Sport, speziell Fußball und Gewalt diskutieren, da ist ja gar nichts gegen zu sagen. Aber es ging ja um einen ganz konkreten Antrag, und er hat zwei Problempunkte. Der erste ist der, ob der Schiedsrichter rechtlich dem Personenkreis des Paragrafen 115 gleichgestellt werden kann. (Torsten Renz, CDU: Das sagten Sie schon.) Dazu ist wenig gesagt worden oder gar nichts. Und das ist zweifelsfrei rechtlich nicht der Fall. (Marc Reinhardt, CDU: Das sehe ich anders.) Herr Ehlers, wenn Sie das nicht glauben, dann fragen Sie Ihre Kollegin Hoffmeister, die wird Ihnen das gerne erklären müssen, und die wird zu keinem anderen Ergebnis kommen, weil es doch auch kein anderes Ergebnis geben kann. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Nochmals, der Schiedsrichter, wenn der pfeift, da kann passieren, was will, der ist doch nicht dem Rettungssanitäter und auch nicht dem Vollzugsbeamten und auch nicht dem Notarzt im Notfall zu vergleichen. Es muss ein Notfall oder eine Katastrophe vorliegen. So, das ist Punkt eins. Und dann die Strafschärfung ist der zweite Punkt. Das ist der wesentliche Punkt für diese Vorschrift, und die Strafschärfung ist völlig überflüssig, fünf Jahre reichen nun wirklich. Und die Mindestandrohung von drei Monaten, die besagt im Grunde gar nichts in der Praxis, ist ja nur die Mindeststrafe. Wer also unter drei – mit drei Monaten wird doch praktisch nie eine Strafe verhängt, dann wird immer eine Geldstrafe dafür genommen. Der Strafrahmen bis zu fünf Jahren reicht völlig aus. In den meisten Fällen, der auch hier beschrieben wurde, liegt noch eine gefährliche Körperverletzung vor, da ist er noch höher. Also da kann man auch nicht drüber diskutieren. Natürlich ist es schön und gut, über das ganze Thema zu sprechen, und da fällt natürlich auf, da sollte man vielleicht mal ernsthaft drüber reden, dass gerade es beim Fußball ist. Und warum ist das so? Es ist ja wirklich eigentlich erniedrigend, dass in unserer Zivilgesellschaft, zivilisierten Gesellschaft die Zuschauer hinter Gitter gehalten werden müssen. Das gab ja mal Zeiten, wo das nicht so war. Und ich glaube, es gibt auch inzwischen Länder, ich glaube England, die haben das inzwischen wieder geschafft, diese Gitter abzuschaffen. Ist doch eigentlich demütigend, erniedrigend, wenn ich da in das Stadion gehe – anders als beim Handball, genau, kenn ich alles, da ist es völlig anders, die Zuschauer dicht dran und es kommt nicht zu Schlägereien. Woher kommt das? Es kommt sicherlich auch daher – nicht nur, dass da nicht hinreichend, nicht Präventionsmaßnahmen sind, sondern dass diese Übergriffe keine Konsequenzen haben. Überlegen Sie doch mal, was durch die Medien geht, was mit Hansa Rostock alles passiert! Das sind ja die Vorbilder, dass nichts passiert im Grunde, das keine Konsequenzen hat. Wenn zumindest wir darüber diskutieren würden, wer denn die Polizeieinsätze bezahlt – wäre doch mal ein interessantes Thema für hier, dass Sie nicht nur überlegen, ob einem da Gruppen wegspringen, die einen vielleicht wählen, sondern dieses Thema mal ansprechen, dass wir mit Steuergeldern diese völlig überflüssigen Polizeieinsätze bezahlen sollen, wäre mal wirklich ein dankenswertes Thema. (Torsten Renz, CDU: Sprechen Sie jetzt zu Ihrem eigenen Antrag?) Und die Pöbeleien, die gehen, die sind ja speziell auch im Amateurbereich auf den Fußballplätzen. Da fangen die Eltern, fangen die Eltern ja mit an. Ich habe das auch mal erlebt, das ist widerwärtig, ich habe meinen Sohn da wieder rausgenommen. Aber es wäre doch sinnvoll, dass die Vereine selbst das, was sie predigen, auch umsetzen, mit Konsequenzen, mit Stadionverbot, mit Vereinsstrafen, mit allem Drum und Dran. Das ist alles möglich, und da ist Handlungsbedarf. Und einen Aktionsplan brauchen wir auch nicht. Das muss von denen gemacht werden, die da an der Stelle sitzen, die es beeinflussen können. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
