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Sebastian Ehlers

CDU 13.11.2025 Sitzungen 8/119

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nach der Debatte möchte ich Sie einfach mal mit ein paar Schlagzeilen hier aus dem Land konfrontieren der letzten Jahre: „Schiris in MV schlagen Alarm: Sie fordern mehr Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit“, „Gewalt im Fußball: Zuschauer … schlägt auf Schiedsrichter ein“, „Zunehmende Gewalt: Schiedsrichter in MV senden ‚letzte Warnung‘“, „Schiedsrichter angegriffen: Spielabbruch in der Kreisoberliga“. Hier reden wir über ein Spiel vom SV Ducherow gegen den BSV Forst Torgelow. Und somit komme ich auch zu dem Punkt, den ja die AfD hier angesprochen hat. Ich finde es ein bisschen schwierig, das einzig und allein auf das Thema Migration anzusprechen. Sicherlich gibt es da in Teilen unseres Landes eine Verbindung auch zu dem, aber ich glaube nicht, dass es bei diesem Spiel hier um diese Frage ging. Und deswegen ist das, glaube ich, ein vielschichtiges Thema, dessen wir uns, um das wir uns hier kümmern müssen. Und worum geht es? Und es ist angesprochen worden in der Debatte, natürlich gibt es auch heute schon Möglichkeiten, dort Delikte zu ahnden. Tätlicher Angriff auf einen Schiedsrichter ist aber – und das ist unser Kritikpunkt – bisher eher nur als Körperverletzung, Nötigung oder Beleidigung et cetera strafbar. (Horst Förster, AfD: Nur, nur!) Und das ist schon aus unserer Sicht bedenklich, da die einfache Körperverletzung anders als der tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte keine Mindestfreiheitsstrafe vorsieht an der Stelle. Und deswegen wollen wir diesen Schiedsrichter aufnehmen in diesen besonders geschützten Personenkreis, sodass eine Mindestfreiheitsstrafe von drei Monaten auch künftig möglich ist. Und, lieber Herr Kollege Domke, weil ja so angesprochen wurde, ja, was machen wir überhaupt auch außerhalb dann des Spielfelds? Das umfasst auch ausdrücklich, auch außerhalb der laufenden Spielleitung gilt das. Das gilt beim Verlassen der Kabine, beim Aufenthalt in der Kabine, also alles, was rund um das Geschehen am Spieltag dort mit zu tun hat. Das ist also jetzt nicht nur der Schutz, die 90 Minuten dort auf dem Platz, sondern das gesamte Thema umfasst das, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Zuruf von Michael Noetzel, Die Linke) Und wir stellen fest, und das, glaube ich, können wir auch konstatieren, dass wir mittlerweile auch große Schwierigkeiten haben, überhaupt noch junge Leute zu finden, die bereit sind, sich als Schiedsrichter zu engagieren. Es ist kein Geheimnis, wir haben es in der letzten Saison auch erlebt in unserer höchsten Spielklasse hier im Land, zwei bekannte Verbandsligisten – einer aus Vorpommern, in dem anderen engagiere ich mich auch – sogar mit Punktabzügen am Ende der Saison, weil es den Vereinen nicht gelungen ist, genug Schiedsrichter zu stellen, (Michael Noetzel, Die Linke: Sie schreiben doch selbst in Ihrem Antrag, dass die Zahl der Schiedsrichter zunimmt.) die an der Stelle, die an der Stelle, … Vielleicht, Herr Noetzel, hören Sie zu, zu Ihnen komme ich ja sogar noch. (Michael Noetzel, Die Linke: Ja, bitte!) … an der Stelle, wir haben dort Probleme, Schiedsrichter zu finden. Und eine Ursache ist natürlich der mangelnde Respekt, die Zunahme auch dort an Auseinandersetzungen. Und da kann ich vieles unterschreiben, was auch Sandy van Baal gerade gesagt hat, was Christian Brade gesagt hat. Und da sind natürlich alle verantwortlich – und dem Appell schließe ich mich hier auch ausdrücklich an –, da sind auch alle verantwortlich, die sich rund um den Fußball engagieren, von den jeweiligen Vereinen logischerweise bis zu den Eltern und den Spielern an der Stelle auch selbst, meine sehr verehrten Damen und Herren. Und deswegen, glaube ich, finde ich, muss man auch mal nüchtern und sachlich herangehen. Ich bin der Sozialministerin, auch dem Kollegen Brade sehr dankbar, dass man hier zumindest mal sachlich und mit einem gewissen Problembewusstsein rangegangen ist. Das war sehr wohltuend auch in der Abgrenzung zum Koalitionspartner an der Stelle, möchte ich auch ganz deutlich sagen, denn niemand, Herr Noetzel hat ja hier im Übrigen eine drastische Darstellung. Und ich weiß nicht, ob Sie jetzt Herrn Peters nicht zugehört haben, (Zuruf von Michael Noetzel, Die Linke) und der hat ja auch nicht so geredet, dass es hier eine einfache Lösung gibt. Also wir wollen einen Teil der Lösung zu beitragen, wir wollen hier ein wichtiges Instrument mit an die Hand geben, um die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter hier in unserem Land zu schützen. (Zuruf von Michael Noetzel, Die Linke) Es geht doch nicht darum, dass wir jetzt hier, wir haben doch jetzt hier keine, kein Bild gemalt, dass nun jedes Wochenende hier Sodom und Gomorra auf unseren Fußballplätzen herrscht. (Zuruf von Michael Noetzel, Die Linke) Gott sei Dank ist es, ist es noch nicht so. Und jetzt kann man natürlich zwei Sachen machen, Herr Noetzel, man kann warten oder man kann handeln. Und deswegen lade ich Sie ganz herzlich ein, (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU) hier mit uns bei denen zu sein, die handeln und nicht abwarten. Man kann sich natürlich rühmen mit den Zahlen, die in anderen Ländern noch viel schlechter sind, da kann man sich darauf ausruhen, wie Sie es jetzt machen, oder man kann hier ganz konkrete Punkte an der Stelle machen. (Zuruf von Michael Noetzel, Die Linke) Und, Herr Noetzel, ja, dass Sie da eine gewisse Nähe ja auch haben aus Ihrer früheren Vergangenheit, beruflichen, ist ja bekannt. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Michael Noetzel, Die Linke) Sie gehen ja, Sie gehen ja auch offen, Sie gehen ja auch offen damit um. Auf Ihrer Homepage steht ja auch, dass Sie mit Straftaten aus dem Umfeld von Fußballspielen zu tun haben. (Michael Noetzel, Die Linke: Richtig! Deswegen kenne ich mich aus.) Ich hoffe, das trägt jetzt nicht dazu bei, Ihre Sicht auf die Dinge hier etwas zu verwässern an der Stelle. Das wäre sehr schade, (Michael Noetzel, Die Linke: Zweifeln Sie die Zahlen an?) und es hilft, glaube ich, an der Stelle nicht weiter, meine sehr verehrten Damen und Herren. Und auch Frau Oehlrich hat angesprochen, ja, ob dann an der Stelle Gesetze helfen. Also jetzt ist sie gerade nicht da, aber mit der Argumentation ist ja eh die Frage – ich meine, dann können wir uns vieles sparen hier –, die Frage ist, ob das dann hilft, ob immer was nachvollziehbar ist. Das ist aus meiner Sicht auch kein gutes Argument. Und, Herr Kollege Förster, wenn Sie Probleme haben mit dem Thema Strafgesetzbuch, das ist ja auch ein Argument, Diskussion, die kann man ja aufnehmen. Dann machen Sie doch wenigstens, beantragen Einzelabstimmung und sagen wenigstens Ja zum Aktionsplan und sagen auch Ja zu dem Modellprojekt Bodycams, und das sind ja Punkt 2 und 3 unseres Antrages, die aus meiner Sicht auch wirklich gut geeignet sind, um hier einen wichtigen Beitrag zu leisten, um auch ein klares, auch politisches Signal zu senden. Darum geht es uns heute natürlich auch, dass wir die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter nicht alleine lassen, (Michael Noetzel, Die Linke: Also Symbolpolitik.) auch dort, denn – das ist keine Symbolpolitik – auch die Schiedsrichter haben sich ja im Vorfeld öffentlich geäußert, hier sich klar positioniert, auch in der Öffentlichkeit, dass sie das gut finden, dass das hier problematisiert wird. Und ich glaube, die Debatte sollten wir dann auch in der gebotenen Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit führen. Und wenn es neue Erkenntnisse gibt, wie wir jetzt ja gerade in der Aussprache auch gehört haben, dass es da Auswertungen gibt aus anderen Ländern, dann sind wir doch die Letzten, die sich nicht dort einer sachlichen Debatte verweigern. Dafür ist das Thema doch viel zu wichtig. (Am Rednerpult leuchtet die rote Lampe.) Und deswegen erneuere ich hier noch einmal unseren Verweisungsvorschlag – brauche auch die rote Laterne eigentlich nicht, weil ich zwei Minuten Budget noch angemeldet habe, das nur am Rande – und stelle noch mal den Antrag ganz offiziell auch hier an der Stelle, dass wir den Antrag gerne im zuständigen Sportausschuss, das ist also Sozialausschuss, behandeln würden, natürlich auch im Rechtsausschuss, weil es ja auch um elementare juristische Fragen geht, und da Finanzen betroffen sind, natürlich auch gerne Finanzausschuss. Deswegen die Bitte, hier den Antrag dahin zu überweisen. Und dann lassen Sie uns die Debatte einfach auch mit den Erkenntnissen, die Sie haben, die wir haben, dort gerne weiter vertiefen. Das wäre, glaube ich, dem Thema sehr angemessen. Von daher bitte ich um Zustimmung, und wenn Sie der Ausschussüberweisung nicht folgen können und wollen, dann natürlich heute hier kraftvolles Signal und klare Zustimmung zu unserem Antrag. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU)

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