René Domke
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ob nun Nebensache oder Hauptsache, es ist ein Problem angesprochen worden, und ich denke, wir sind uns alle einig, dass das zu verurteilen ist. Jeder oder jede, die sich bereit erklärt, als Schiedsrichterin oder Schiedsrichter tätig zu werden, verdient unseren Respekt. Und das, was sie nicht verdienen, ist, wenn sie angegriffen werden, respektlos behandelt werden oder sogar tätlich angegriffen werden. Aber es ist auch ausgeführt worden, und das wundert mich – na, eigentlich wundert es mich nicht, weil die CDU oft reflexartig mit Strafverschärfung oder Rechtsänderungen eingreifen will. (Sebastian Ehlers, CDU: Die notwendig ist.) Aber wollen wir es wirklich zulassen, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) wollen wir es wirklich zulassen, dass der Staat auch noch Herr über die Fußballfelder wird, über die Spielstätten? Das muss nicht sein aus meiner Sicht. Dafür gibt es Regeln, dafür gibt es auch regelkonformes Verhalten, dafür gibt es auch Initiativen, die auch der DFB auf den Tisch gebracht hat. Aber ist Ihnen schon mal aufgefallen, ganz schnell sind wir zum Thema Fußball gekommen, im Antrag heißt es noch Thema Sport?! Und jetzt müssen wir uns noch mal die Frage stellen, warum ist der Fußball eigentlich (Horst Förster, AfD: Eben, genau!) der Bereich des Sports, wo so etwas am meisten stattfindet. Wir haben schon gehört, es gibt ganz andere Sportarten, wo das nicht so ist, (Unruhe bei Christian Brade, SPD, und Torsten Renz, CDU) und immer wieder haben wir das Thema, immer wieder haben wir das Thema, dass es vor allem im Fußball dazu kommt. Und trotzdem bin ich der Meinung, dass es hier keinen Bedarf gibt, das zu regeln. Es gibt überhaupt keine Grundlage dafür. Das Strafmaß reicht aus, es ist hergeleitet worden. (Zuruf von Ann Christin von Allwörden, CDU) Wir haben ja, wir haben doch – auch der Fall des 16-Jährigen –, es wird doch bestraft. Wir kommen in den Konflikt, den Frau Oehlrich angesprochen hat: Was passiert denn, wenn ich abseits der Sportstätte bin? Was passiert denn dann? Was machen sie mit ihren Bodycams, wenn abseits der Sportstätte dann aufgelauert wird (Ann Christin von Allwörden, CDU: Dann geht der Paragraf ja trotzdem.) oder jemand dann verfolgt oder angreift? Das müssen, nein, das müssen Sie beantworten, Frau von Allwörden. Der Staat ist nicht allmächtig, und wir wollen eben nicht, dass er sich da auch schon wieder einmischt, sondern es geht auch anders. (Ann Christin von Allwörden, CDU: Bei Straftaten soll er sich nicht einmischen?) Und es gibt schöne Beispiele, es gibt schöne Beispiele, wie man das nachgebessert hat. Unter anderem haben wir doch die Situation, dass ein Stopp verhängt werden kann im Spiel. Inzwischen ist es anerkannt und es wird auch praktiziert, dass der Schiedsrichter die gegnerischen Mannschaften verweisen kann, dass sie in ihre jeweiligen Strafräume zurückkehren und nicht aufeinander losgehen und schon gar nicht auf den Schiedsrichter. Dann gibt es die Kapitänsregelung, dass eben nicht mehr jeder mit dem Schiedsrichter rumdiskutieren kann auf dem Platz, sondern es nur noch den Kapitänen vorbehalten ist der Mannschaften. Das sind doch Maßnahmen, die richtig sind und die auch richtig ansetzen. Aber Sie können doch nicht jetzt die Justiz auch noch damit beauftragen, dort tätig zu werden. Das geht zu weit, und ich finde, wir sollten aufhören, immer reflexartig auf alles gleich mit dem Staat zu antworten. Ich denke, hier geht es um Prävention, hier geht es um Maßnahmen, die der Verband selber auch ergreifen kann und verhängen kann. Und ich würde dringend davon abraten, dass wir das hier weiter diskutieren. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP)
